Mittwoch, 11. Mai 2011

Schlemmerreise nach Belgisch-Luxemburg, Teil I

Ostern schien M., L. und mir die ideale Zeit, um uns aus unserer geliebten Hasestadt zu verknuspeln und eine kleine Ess- und Trinktour nach Belgisch-Luxemburg zu unternehmen ... ins Herz der Ardennen, sozusagen. Ich liebe ja Belgien seit eh und je ... besonders die schönen Landschaften, die gepflegten Getränke und das gute Essen. Die Ardennen sind bekannt für ihre Wildspezialitäten (Würste und Schinken) sowie die kleinen und großen Brauereien, die die Region durchziehen, besonders die Abteibiere von Orval oder spezielle Gaumenfreuden wie La Chouffe .

Für den täglichen Gebrauch hatten wir uns mit einigen gängigen und günstigen Alkoholika eingedeckt. Im örtlichen Delhaize (Supermarkt) gab es erst einmal eine Palette "365", die Handelsmarke des Marktes. Alles in allem handelte es sich hierbei um einen spektakulären Fehlkauf - das helle Bier von "365" ist schlichtweg ungenießbar - es hat einen extremst künstlichen, nicht zu definierenden Unterton, über welchen L. noch lange rätseln musste ("Banane?" "Pflaume?"). Für mich persönlich war der erste Schluck dann auch der letzte.

Bild: KRT

Angenehmer war dann die Bekanntschaft mit einem weiteren Billigheimer, nämlich der Hausmarke für Kriek, diesmal nicht unter dem "365"-Signet sondern unter dem Phantasienamen "Vieux Bruxelles". Das Kriek entpuppte sich als süffig und erfrischend, wenn auch - wie leider auch alle anderen Nicht-Premium-Krieks - mit Süßstoff angereichert. Dennoch sehr trinkbar und im Preis gegenüber dem Markenangebot (Timmermans) deutlich reduziert. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass Vieux Bruxelles aus der Brauerei van Honsebrouck stammt, so dass ich stark vermute, dass hier mehr oder weniger unverändertes Kriek St Louis in die Flasche kommt...

Mein Frauchen hatte sich für eine Flasche Jenever Cuberdon entschieden. "Cuberdons" (oder im flämischen Landesteil "Neuzen") sind Süßigkeitenspezialitäten die ... nun ja ... sehr süß sind. Dementsprechend eben auch der Jenever. Der eine Schluck, den ich riskierte, war nicht so schlecht ... er sollte vermutlich lieber eiskalt sein. Aber für mich ist das irgendwie nix.

Dann hatten L. und ich uns noch überlegt, mal wieder einen Blended Scotch zu trinken, nach der ganzen Single-Malt-Testerei. Als wir an einer Luxemburger Tankstelle (Großherzogtum Luxemburg, nicht Belgisch-Luxemburg; ein Liter Super 1,38) standen, fiel uns ein VAT 69 für 9,90 ins Auge und in die Hände. Der VAT 69 geht sonst selten unter 15,00 über den Ladentisch, also mussten wir zugreifen. Der Whisky entpuppte sich, sitzend im Fluss Ourthe und mit Flusswasser verdünnt, als ein extrem alltagstauglicher Blend. Mit einer Nase fast wie chinesischer Pflaumenwein bleibt er akzeptabel lange im Mund, mit einer sehr runden, frischen Note und einem leichten Finish, was ihn erfrischend und fast sommerlich macht. Kaufempfehlung!


Die Fortsetzung der Schlemmerreise nach Belgisch-Luxemburg erscheint am 21. Mai 2011. Dann mit Berichten zu Jupiler und Jupiler Force, sowie einem reizenden Jenever.

Der nächste Beitrag zum Trinken in der Literatur erscheint am 16. Mai 2011


1 Kommentar:

tomjones6972 hat gesagt…

Großartig! Oh Captain...