Samstag, 17. März 2012

Green Spot NAS (40% Vol.)

Heute ist St Patrick's Day - und so werfe ich mal ein fröhliches Erin go Bragh! in die Runde. Zur Feier dieses besonderen Tages habe ich heute auch etwas ganz Besonderes mitgebracht: einen Iren natürlich, und zwar den gar nicht zu einfach bekommenden Green Spot. Ein Blended Whiskey zwar, aber laut Whisk(e)ypapst Jim Murray ein Spitzenprodukt mit langer Tradition.

Green Spot ist in vielerlei Hinsicht einzigartig: zunächst einmal ist er der letzte irische Whiskey, der exklusiv für einen Einzelhändler hergestellt wird, nämlich für Messrs Mitchell & Son in Dublin ... und das schon seit mindestens 1920. Zweitens ist dieser Whiskey notorisch schwierig zu bekommen, da pro Jahr nur wenige tausend Flaschen abgefüllt werden. Es spricht für meinen Hoflieferanten Getränke Schröder, dass er zumindest ein paar Exemplare am Lager hatte (die könnten mir eigentlich für die Publicity mal ein Fläschchen rüberschieben). Drittens handelt es sich um ein sehr traditionelles Produkt: aus gemälzter und ungemälzter Gerste hergestellt und einzig in Pot Stills destilliert, weshalb er auch die Bezeichnung Pure Pot Still Whiskey tragen darf. Brennerei ist heute Midleton in der Grafschaft Cork.

Der Blend ist durchschnittlich etwa 8 Jahre alt (auf der Flasche findet sich allerdings keine Altersangabe), jedoch entnehme ich verschiedenen Quellen, früher sei er "älter" auf den Markt gekommen. Laut Homepage der Fa. Mitchell gibt es allerdings noch eine 10- und 12-jährige Version (letztere in Fassstärke), für schlappe 250,- beziehungsweise 850,- EUR. Die von mir verkostete Standardabfüllung kostet in Deutschland um die 30,- EUR.


Aussehen und Aroma: Eher hell, wie nicht mehr ganz frisches Heu. In der Nase ein recht intensiver Geruch nach gemähtem Gras, Äpfeln, eventuell etwas Gewürznelke: insgesamt sehr frisch.

Geschmack: Er bestätigt die Nase eindrucksvoll - ein eher leichter Whiskey, der im Mund öliger wirkt als gedacht, auf der Zunge aber durch eine gewisse Süße zu Beginn (gepaart mit einem winzigen Hauch von Sternanis) gut gefällt. Der Mittelteil ist deutlich minzig, sogar etwas Eukalyptus kommt zum Ende hin durch.

Der Abgang ist für einen frischen Blend durchaus lang und relativ mild.

Fazit: Green Spot hat mein Trinkerherz im Sturm erobert. Ich kenne zwar ein bis drei Blends, die mir noch besser schmecken, er ist jedoch wirklich für den Preis ein schöner Genuss. Kein komplizierter Whiskey - aber auch überhaupt nicht langweilig. Gut geeignet für laue Frühlingsabende am Torffeuer in Connaught ... bis die Leprechauns zu Bett gehen.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 24. März 2012.
Picture Credits: "Green Spot": KRT

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