Samstag, 7. Juli 2012

Jura 16 J. "Diurachs' Own" (40% Vol.)

Nachdem ich den jüngeren Bruder vor einiger Zeit schon einmal besprochen habe, widme ich mich heute dem sechzehnjährigen Single Malt von Jura, genannt Diurachs' Own. Der Name Diurach bezeichnet, wie schon damals erwähnt, die Bewohner der Insel. Die Destillerie, die mittlerweile wirtschaftlich und kulturell auf das Engste mit dem Leben der Menschen dort verwoben ist, bietet dem auswärtigen Interessenten ein - wie ich finde - sehr charmantes Kundenbindungsprogramm: Man kann dort Diurach ehrenhalber werden. Neben allerlei sonstigem Krimskrams wie einem Zertifikat, einer Mitgliedsnummer, dem Zugang zu Gewinnspielen usw. gibt es auch einen Nachlass auf der Fähre von Port Askaig sowie einen Gratisdrink pro Monat im einzigen Pub auf der Insel. Wie gesagt, alles sehr nett gemacht und eher down to earth, so wie ich es gerne habe.



Den Superstition fand ich als Getränk ja besonders gelungen und der Diurachs' Own schien mir von der Beschreibung her ebenfalls sehr interessant, so als ob es auch mein Fall sein könnte:

Nurtured for sixteen long years, this is the whisky of choice for the people of Jura. It’s a subtle malt - unassuming, understated yet intriguing. Qualities often attributed to the Diurachs themselves. Understandably, the islanders are drawn to it above all others. To honour this unique bond, the symbol of the Diurachs adorns each and every pack.
 
Rich & full-bodied with hints of citrus fruit and toffee

Flavours of dark chocolate combined with oranges and spices leave a sweet toffee and honey finish.
Also wenn er hält, was man von Brennereiseite her verspricht, dann  haben wir Bingo. Die Flasche ist in der Form ähnlich wie die des Superstition, allerdings finde ich die Aufmachung jetzt nicht ganz sooo schön wie beim ersteren. Ein etwas langweiliger goldener Aufkleber dominiert visuell. Aber man soll einen Whisky ja nicht nach seinem Label beurteilen ...


Aussehen und Aroma: In der Farbe ist der Jura 16 J. hell kupferrot und relativ viskos im Glas. Er entwickelt eine schön intensive Nase von Honig und Rumrosinen. Es zeigt sich praktisch kein Rauch, im zweiten Eindruck eventuell ein Hauch von Tafelkreide und Erde.

Geschmack: Am Gaumen ist der Diurachs' Own seidenweich, mit einem deutlichen Antritt von Mandelcreme. Etwas Zitrusfrucht kommt hintendrein. Zum Ende hin ist er auch kräftiger, hat jedoch nur sehr wenige salzige Noten.

Abgang: Mittellang bis lang; er wird stetig trockener, behält jedoch bis zum Schluss ein gewisses Maß an Fruchtigkeit.

Fazit: Ebenfalls ein sehr angenehmer, gut zu trinkender, gelungener Single Malt von Jura. Zur Zeit bevorzuge ich trotz allem etwas mehr den Superstition, da mir dessen sehr maritime Note außerordentlich gut gefällt. Diese Note fehlt dem Diurachs' Own, aber dies ist ja auch wohl so gewollt. Dafür hat er viele Qualitäten, die ihn zwar komplex, aber nicht anstrengend machen, insbesondere seine Weichheit und schwere Süße. Wirklich geeignet für Genießer, die ausgeprägten Torfrauch nicht schätzen. Online erhältlich ab etwa 35,- EUR.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 14. Juli 2012.

Picture Credits: "Diurachs' Own": KRT.


Keine Kommentare: