Samstag, 22. September 2012

Abwesenheitsnachricht

Ab dem 22. September gehen Plattfuss und ich in den verdienten Jahresurlaub. In dieser Zeit erscheinen keine neuen Beiträge; am 6. Oktober melden wir uns dann wieder zurück.
 
In der Zwischenzeit werden wir unsere Kenntnisse über Irland und die irischen Whiskeys erweitern - und diese Kenntnisse dann natürlich auch gerne mit unseren Lesern teilen ...
 
Slán go fóill!
 
 

Bild erstellt auf www.sp-studio.de
 
 
 

Freitag, 21. September 2012

Termine Oktober 2012

Lokal / Regional

5. Emsdettener Oktoberfest (Emsdetten: 12. bis 14. Oktober)

National

German Rum Festival 2012 (Berlin: 6. und 7. Oktober)

Oktoberfest 2012 (München: noch bis 7. Oktober)

Cannstatter Wasen (Stuttgart: noch bis 14. Oktober)

AQUAVITAE Spirituosenmesse (Essen: 20. und 21.Oktober)
 
International
 
The UK Rumfest 2012 (London, England: 13. und 14. Oktober)

Concrete Pint Beer Festival (Milton Keynes, England: 17. bis 20. Oktober)


Interessante Veranstaltung gefunden? Nachricht an uns, bitte!

Haftungsaussschluss: Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Änderungen von Veranstaltungsorten und/oder -terminen liegen in der Verantwortung des jeweiligen Veranstalters. Informieren Sie sich daher zusätzlich bitte auf den offiziellen Veranstaltungsseiten.


Samstag, 15. September 2012

Speyburn Bradan Orach NAS (40% Vol.)

Seltsam aber wahr: dies ist erst der zweite Whisky aus dem Hause Speyburn, den ich überhaupt versucht habe ... und das, obwohl ich dem Zehnjährigen damals ein recht gutes Zeugnis ausgestellt hatte. Irgendwie bin ich aber auch etwas von den Speysides weggekommen, wie ich mir selbst eingestehen muss.

Für heute beziehe ich mich auf meine Verkostungsnotizen vom legendären Whiskybefürwortertreffen bei Plattfuss; ist auch schon etwas länger her. Wer den Bericht noch einmal liest, stellt fest, dass der Speyburn Bradan Orach auf meiner damaligen Rangliste ganz am Ende gelandet war. Und warum? Naja, das werden wir wahrscheinlich gleich sehen.

Bei der Speyburn-Brennerei handelt es sich angeblich um eine der meistfotografierten Destillerien in Schottland. Auf jeden Fall macht sie optisch einen wuchtigen Eindruck, denn anscheinend musste sie höher als üblich gebaut werden, da man aufgrund der Geländebeschaffenheit nicht allzusehr in die Breite gehen konnte. Das Grundstück liegt übrigens in der Nähe eines alten Galgenhügels, daher spricht der Volksmund auch von The Gibbet (dem Galgen), wenn von der Destillerie die Rede ist. Und dies ist auch der Name des Firmennewsletters, der als Teil des Kundenbindungsprogramms Clan Speyburn vertrieben wird.

Speyburn gehört heute zu Inver House Distillers, welche nicht nur im Bereich Whisky über ein recht breites Portfolio verfügen (unter anderem die Single Malts anCnoc und Old Pulteney, der Blend Hankey Bannister sowie Gin der Marke Caorunn). Als Herstellerabfüllung gibt es zur Zeit nur den Zehnjährigen und eben den Bradan Orach ohne Altersangabe. Die Brennerei beschreibt den Geschmack offiziell als "subtil und delikat", mit einem "soliden Antritt von Rauch und Torf". Gleichzeitig sei er aber auch "leicht zu trinken". Hört sich zuerst an wie ein Widerspruch in sich, aber schauen wir mal. Preislich gesehen handelt es sich tendenziell tatsächlich um einen Einsteigerwhisky, denn die Flasche ist bereits ab etwa 20,- EUR gut zu bekommen.



Aussehen und Aroma: Der Bradan Orach ist relativ hell und macht im Glas einen recht öligen Eindruck. In der Nase halten sich hauptsächlich frische und junge Noten, viel Gras, Löwenzahn. Ansonsten ist nur wenig los.

Geschmack: Sehr leicht, fast schon dünn. Etwas Süße am Gaumen, außerdem noch ein Hauch von Salz. Von Torf und Rauch habe ich persönlich nichts geschmeckt.

Abgang: Trocken, recht kurz.

Fazit: Ein Whisky, der niemandem wehtut bzw. niemandem wehtun kann, mangels Masse. Ich tippe mal, dass er nicht viel älter sein dürfte als maximal fünf Jahre. Wenig Charakter, wenig Aussagekraft ... aber die gute Nachricht: ein erschwinglicher Schluck (was übrigens auch für den erheblich besseren Zehnjährigen gilt), welcher tatsächlich als Einsteigerwhisky gelten darf und dazu geeignet ist, jemanden behutsam an die weite Welt der Single Malts heranzuführen. Ein Whisky mit Stützrädern.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint erst am 6. Oktober 2012, bis dahin machen Plattfuss und ich Urlaub. :-)

Samstag, 8. September 2012

Sind so kleine Biere, Teil VII: Bon Homme d'Hiver Bruin (7,5% Vol.)

Tief in Westflandern, in der Nähe von Brügge, liegt das kleine Dorf Ruddervoorde. Neben etwas über 5.000 Einwohnern und einem Anschluss an die Europastraße E403 verfügt der Ort auch über eine kleine Brauerei, die malerisch in der Nähe der Ruddervoorder Wassermühle liegt.

Allerdings ist die Mühle viel älter als die Brauerei De Leite, die erst im Jahre 2008 in Betrieb ging. Damals beschlossen die drei Kumpels Luc Vermeersch, Etienne van Poucke und Paul Vanneste, nachdem sie sich auf einem einjährigen Braulehrgang kennengelernt hatten, miteinander ins Geschäft zu kommen. Herr Vermeersch hatte nach eigenen Angaben bereits Ende der Neunziger in seinem Gartenhaus begonnen, Bier zu brauen. Heute ist alles von etwas größerer Dimension und darf dennoch mit Fug und Recht als Mikrobrauerei bezeichnet werden: der Braukessel hat eine Kapazität von knapp über 6.000 Liter, die Lagertanks fassen etwa ebensoviel. Zur Zeit stehen fünf Biere auf dem Programm: Femme Fatale (Blond), Bon Homme (Braun), Enfant Terriple (Triple), Ma mère speciale (Bitter) sowie Cuvée Mam'Zelle (Blond). Alle Biere sind obergärig. 

Verkostet wurde für diese Gelegenheit eine Spezialabfüllung des Bon Homme, nämlich das Bon Homme d'Hiver Bruin - wie der Name bereits verrät: ein Winterbier. Es hat etwas mehr Umdrehungen als das normale Bon Homme.




Aussehen und Aroma: Dunkelbraun. Im Geruch sehr dominante Frucht, erinnert an die Obstschnitten mit Gelee aus meiner Kindheit.

Geschmack: Sehr uneinheitlich. Süßlich, gleichzeitig bitter. Abgestandener Kaffee.

Abgang: Mittel, mit einem - für mich - fauligen Nachgeschmack.

Fazit: Bei aller Unterstützung für die kleinen Biere: mit dem Bon Homme kann ich mich definitiv nicht anfreunden. Es hält im Geschmack leider nicht, was das Aroma verspricht, sehr unausgewogen. Es liegt wohl am gesamten Ansatz, denn beim Test des "normalen" Bon Homme auf dem Bierfest in Brügge fiel dieses bei unserer Redaktion ebenfalls durch (minus 4 Punkte). Ich werde bei nächster Gelegenheit lieber einmal den helleren Bieren aus der Brauerei eine Chance geben.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 15. September 2012.




Samstag, 1. September 2012

Zwischendurch: Meine To Drink - Liste, Update 09/2012

Es ist schon fast ein Jahr her, dass ich diese Liste aktualisiert habe ... Anlass genug, Bilanz zu ziehen und vorauszuschauen. Danke an Black Arab für die Erinnerung :-)

Traditionelle Vorrede: Diese kleine schnuckelige Liste habe ich fast gleichzeitig mit diesem Blog begonnen. Sie erinnert mich immer daran, wie viel noch zu tun ist. Die einzelnen Produkte sind weder nach Art, Name oder Preis geordnet, sondern erscheinen so, wie sie mir eingefallen sind. Schöne Nebenwirkung: wer noch was für Geburtstag, Weihnachten oder Tomas Aquinas Appreciation Day sucht, wird sicher hier fündig ...

- Seven Tiki Fijian Rum
- Glendronach 25 (Speyside)
- Green Island Spiced (Rum)
- Ginger Tam's (Whiskylikör)
- Jack Daniel's Single Barrel (Tennessee)
- Springbank 100 (Campbeltown)
- Bowmore Enigma 12 yo (Islay)
- Jura Superstition (Islands)
- Jura 16 J. Diurachs' Own (Islands)
- Jura NAS Prophecy (Islands)
- Port Ellen (Islay)
- Balblair 16 yo (Highlands)
- Plymouth Gin
- Lamb's Navy Rum
- anCnoc (Speyside)
- Grey Goose (Wodka)
- Bombay Dry Gin (der trockene Bruder des Sapphire)
- Smokehead (Islay)
- Caorunn (Gin)
- Belmont Estate Coconut (Rum)
- Elements Eight Spiced Rum, St Lucia
- Jim Beam Ri One (Rye Whiskey)
- Tamdhu 18 yo (Speyside)
- Amrut (Indien)
- Tomatin 12 yo (Single Malt)
- Blair Athol 12 yo (Midlands)
- Green Spot (Irish Blend)
- Suntory Hakushu 12 yo (Japan)
- Karuizawa 12 yo (Japan)
- Captain Morgan 100 Proof (Rum)
- Wood's Navy Rum
- Four Bells Navy Rum
- Crown Royal (Canadian Whisky)
- George Dickel Cascade Hollow (Tennessee)
- Cadenhead's Old Raj Gin
- Jura 12 J. Elixir (Islands)
- North British, wahrscheinlich v. Signatory oder Cadenhead's (Grain)
- Goldlys 10 (Belgien)
- Old Pulteney 12 (Highlands)
- Powers Gold Label (Irish)

...und mir fallen bestimmt noch welche ein...

Appleton Estate Extra 12 J. (43% Vol.)

Dieses dauernde Whiskygetrinke macht einen ja ganz fußkrank ... wie mein alter Spieß gesagt hätte. Und nach einem Wochenende mit belgischem Bier habe ich auch mal wieder richtig Lust auf etwas Anderes. Tja, da greife ich doch ganz gerne zu meinem nächsten großen Favoriten, dem Rum. Hmmm, schauen wir mal: der letzte Rum, der hier verkostet wurde, war aus Venezuela. Dann nehmen wir heute doch mal einen aus einer ganz anderen Ecke; legen wir also unsere beste Bob Marley - CD raus und begeben wir uns nach ... Jamaika!

Wie in allen überseeischen Besitzungen gab es hier lange Zeit große Plantagen bzw. Anwesen (die Estates), auf denen die Kolonialherren (in diesem Fall natürlich die Briten) so ziemlich alles anbauen ließen, was entweder im Mutterland Großbritannien gebraucht wurde oder was sich sonst so zu Geld machen ließ. Im Falle des Appleton-Anwesens, welches bereits direkt nach der Eroberung der Insel im Jahre 1655 gegründet wurde, war dies also das Zuckerrohr. Laut den Informationen auf der Webseite sind die gesamten Ländereien, die sich seit Anfang des 20. Jahrhundert nunmehr im Besitz der Familie Wray befinden, knapp 4.500 ha groß und werden teilweise immer noch auf traditionelle Art und Weise (ohne Maschineneinsatz) bewirtschaftet. Da seit 1749 hier auch Rum hergestellt wird, handelt es sich um die älteste noch existierende Brennerei ihrer Art auf Jamaika.

Appletons Rums sind immer eine Mischung aus Bränden, die im Pot-Still-Verfahren hergestellt wurden, und solchen aus dem Column/Patent Still-Verfahren. Die Produkte reifen in den firmeneigenen Lagerhäusern auf dem Anwesen in Eichenfässern. Zum aktiv beworbenen Portfolio zählen der V/X, der Reserve (beides Blends von 5- bis 10-jährigen; der V/X ist der tendenziell "ältere"), der hier besprochene Extra (12 Jahre), der Master Blenders' Legacy (mit einem dreißigjährigen Lead Rum), der 21 Year Old, der Exclusive (NAS) sowie der 30 Year Old (Ein Blend verschiedener achtjähriger Rums, die dann weitere 22 Jahre lang gelagert wurden). Nicht besonders erwähnt - aber im Internet auffindbar  - sind weitere Sorten wie ein weißer Rum sowie der Dark.


Aussehen und Aroma: Der Extra ist von dunkelbraun-rötlicher Farbe. Er hat ein sehr ausgeprägtes Eichenholzaroma, es zeigt sich auch sehr stark der Eindruck von Pflaume sowie ein Hauch von Balsamico-Essig.

Geschmack: Er hinterlässt einen milden Eindruck, mit einem leicht seidigen Mundgefühl. Der Geschmack ist relativ komplex, mit Zimt- und Aprikosennoten. Wiederum zeigt sich viel Holz und er ist leicht bitter im späteren Teil.

Abgang: Mittellang, das Holz dominiert weiterhin, etwas Kaffeebitterkeit zum Schluss.

Fazit: Ein recht angenehmer, erschwinglicher Rum, den man pur oder gemixt genießen kann. Er hat sowohl im Geruch als auch im Geschmack viel Holz, was man wissen und mögen muss. Preise um die 22,- EUR im Einzelhandel.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 8. September 2012.