Freitag, 31. Juli 2015

Zwischendurch: Termine August 2015

Lokal und Regional

Osnabrücker Weintage (Osnabrück: noch bis 2. August)


2. Osnabrücker Bierfest (Osnabrück: 20. bis 22. August) [die Red. nimmt teil]

National

19. Internationales Berliner Bierfestival (Berlin: 7. bis 9. August)


International

Beer & Bacon Festival (Omaha, NE, USA: 1. August)


2nd Summer Ale & Steam Weekend (Winchcombe/Toddington, England: 8. und 9. August)

6ème Festibière de Québec (Ville de Québec, QC, Kanada: 13. bis 16. August)


6th San Diego Spirits Festival (San Diego, CA: USA: 22. und 23. August)



Interessante Veranstaltung gefunden? Nachricht an uns, bitte!

Haftungsausschluss: Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Änderungen von Veranstaltungsorten und/oder -terminen liegen in der Verantwortung des jeweiligen Veranstalters. Informieren Sie sich daher zusätzlich bitte auf den offiziellen Veranstaltungsseiten.


Samstag, 25. Juli 2015

Pircher Wald & Garten (30% Vol.)

Wer kennt sie nicht - die Obstbrände der Destillerie Pircher? Seit vielen Jahren gehören sie zum Standardsortiment der deutschen Supermärkte, zusammen mit anderen fast omnipräsenten Herstellern wie etwa Schladerer. Als Privatunternehmen gegründet wurde die Südtiroler Firma zwar erst im 20. Jahrhundert, jedoch befand sich an der selben Stelle (in Lana, nahe Meran) seit dem Mittelalter die Brennerei des dort immer noch ansässigen Klosters des Deutschen Ordens.

Im Sortiment findet man die üblichen Verdächtigen einer Obstbrennerei, also allerlei Birnen-, Beeren-, Marillen- und Pflaumenschnäpse sowie einige Spezialprodukte aus besonders erlesenen Früchten oder besonderer Reifung. Als ich aber letzthin mit Plattfuß im real war, schweifte sein Blick relativ schnell von der Williamsbirne hin zu einer grünbraunen Flasche mit dem Aufdruck Wald & Garten, worunter wir uns erst nicht viel vorstellen konnten. Eine gründlichere Inaugenscheinnahme machte aber deutlich: Haselnuss

Nun hat ja meine Schwester mir vor vielen Jahren netterweise einen edlen Kastanienbrand geschenkt und wer ähnliche Produkte kennt, weiß, dass gerade solche Destillate nicht ganz billig sind, da sie in der Regel durch aufwändige Mazeration der Nüsse gewonnen werden müssen. Insofern musste es dann auch logischerweise gleich misstrauisch machen, dass die Flasche nicht mehr als 15,- EUR kosten sollte (mittelklassige Nussbrände kosten mindestens etwa das Doppelte). Aufschluss gab dann die Zutatenliste, welche uns bestätigte, dass hier eine mehr oder weniger neutrale "Alkohollösung" (also Alkohol und Wasser) ganz schnöde mit Haselnussaroma versetzt worden war - was im Übrigen wohl eine allgemeine Eigenschaft der Reihe "Wald & Garten" (es gibt auch noch die Geschmacksrichtungen Nougat, Kaffee und Himbeere) zu sein scheint. Allzu große Illusionen durfte man sich also bereits zu Beginn hinsichtlich der sensorischen und geschmacklichen Eigenschaften nicht machen.

Art und Herkunft: Spirituose mit Haselnussaroma, Italien (Südtirol)

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Da der Schnaps klar ist, gleich weiter zum Geruch: Sehr künstlich-nussig und irgendwie "dumpfig". Erinnert mich an die staubigen Klassenzimmer meiner Kindheit direkt nach den Sommerferien. Auch süßlich-trocken. Kakao.

Geschmack: Sehr süß. Etwas Kakao und wieder dieser intensive, staubig-muffig-nussige Eindruck. Schmeckt eigentlich wie die eine Haselnuss im Weihnachtskörbchen, die schon ein bisschen länger gelegen und Luft gezogen hat. Ein Hauch von Sprit und etwas anderem, worüber ich lange nachdenken musste: Kampfer.

Abgang: Mittel. Zum Ende hin noch mal ein "richtig schönes" Nachbrennen.

Fazit/Tipp: Leider, leider merkt man sehr genau, dass hier künstliche Aromen ihren unermüdlichen Dienst tun. Kein Vergleich zu echten Nussdestillaten, für die man dann getrost auch ein bisschen mehr Geld hinlegen sollte. Zum Purgenuss kann ich wirklich nicht raten, sorry. Dafür würde ich in einer ähnlichen Preisklasse eher sowas wie Frangelico empfehlen. Den Wald & Garten Haselnuss habe ich dann noch aus Fairnessgründen (und um ihn nicht wegschütten zu müssen) in Kaffee geschüttet: da ist er ganz gut aufgehoben. Den Rest kann man eventuell zum Backen nehmen.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 1. August 2015.

- Euer Tomas Aquinas

Montag, 20. Juli 2015

Zwischendurch: Neues vom Grabbeltisch

Bei Büchern über Alkoholika sind erhebliche Preisnachlässe drin, wenn man bereit ist auf die korrekte Schreibung der Produktnamen zu verzichten.

"Tankeray" kommt ja eh von volltanken, also bitteschön.




Sonja Sammüller (Hg.), Gin. Die Krönung des selbstbewussten Geschmacks. Fränkisch-Crumbach: tosa, 2014.

Bildrechte: T. Aquinas (BY-NC-SA 4.0)


Samstag, 18. Juli 2015

Sommerbiere, Teil V

Für den (vorläufigen) Schluss unserer kleinen Serie habe ich mir drei amerikanische Biere aufgehoben, alles IPAs, wie das Schicksal will. In Deutschland zirkuliert ja immer noch das Märchen vom "faden amerikanischen Bier" und sicherlich sind die Mainstreamprodukte in den USA nicht besser als die 08/15-Biere hier bei uns. Aber im Bereich der kleinen Crafttbierbrauereien haben die Amerikaner lange mit eine Vorreiterrolle eingenommen und es werden nun schon seit vielen, vielen Jahren hervorragende Dinge in den überseeischen Braukesseln hergestellt.

Die Brooklyn Brewery habe ich zum Beispiel bereits aus meinen Lehr- und Wanderjahren in den Staaten in bester Erinnerung - und das ist nun schon fast ein Vierteljahrhundert her. Gegründet wurde die Firma bereits 1988 und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gab es auch zu meiner Zeit "nur" Brooklyns Ur-Bier, das Lager. Bereits acht Jahre nach der Gründung war man so erfolgreich, dass man den Bau eines größeren und moderneren Brauhauses abschließen konnte. Seit dieser Zeit ist die Brauerei eigentlich keine Microbrewery mehr, jedoch ist die Firma stolz auf die bescheidenen, handwerklichen Anfänge. Mittlerweile ist sie so groß geworden, dass man joint ventures mit Branchenriesen wie Carlsberg u.ä. eingehen kann, ohne jedoch - so hoffen wir - seine Seele dabei dem Teufel zu verkaufen. Heute braut die Brooklyn Brewery eine große Anzahl unterschiedlicher Biere, wie eben dem Brooklyn Lager, den hier besprochenen Brooklyn Blast und East IPA oder auch etwa dem Pilsener. Daneben gibt es eine Fülle saisonaler Produkte wie ein Oktoberfestbier und auch andere "Experimente", unter anderem ein quasi-belgisches "Kriek" (natürlich ohne Lambiek). 

Die Goose Island Beer Co. stammt aus ähnlich kleinen Verhältnissen, öffnete die Tore aber erst 1995 und steht bis heute in Chicago ... der ewigen Rivalin New Yorks. Wie die Firmengeschichte vermeldet, wurde die Idee einer kleinen, lokalen Brauerei geboren, als Gründer John Hall in den 80ern Europa besuchte und feststellte, dass: everywhere I went there would always be a local beer… but not in the U.S. Dem hat er dann abhelfen wollen und presto! Heute produziert seine Firma eine recht große Anzahl von Bieren, allerdings liegt der Schwerpunkt eindeutig bei den Ales. Exportiert wird bis jetzt wohl nur ins Vereinigte Königreich, also muss die Flasche, die ich erstehen konnte, von dort weitergereicht worden sein. Anscheinend weichen übrigens auch die Etiketten der Exportflaschen vom Standard ab, dort ist groß das Logo der Brauerei zu sehen, was bei den Flaschen für den US-Markt nicht immer der Fall ist. Seit 2011 kann Goose Island nicht mehr als Craftbrauerei gelten, da sie von AB InBev geschluckt wurde.




Brooklyn East IPA (6,9% Vol.)

Art und Herkunft: IPA, USA

Besonderheiten: Gebraut unter Zusatz von Weizen. Verwendeter Hopfen: East Kent Goldings, Willamette, Northdown, Centennial.

Aussehen und Aroma: Dunkles Honiggelb. Kleine Krone. In der Nase sehr hopfig aber auch sehr fruchtig. Aprikose?

Geschmack: Starker Hopfen. Und wieder die Aprikosen und weitere gelbe Früchte. Später bitterer und "getreidiger". Gerste? 

Abgang: Kurz bis mittel. Bitterer und trockener zum Abschluss.

Fazit/Tipp: Sehr erfrischend, keine bösen Überraschungen. Schön kalt trinken.


Brooklyn Blast! (8,4% Vol.)

Art und Herkunft: IPA, USA

Besonderheiten: Eine Vielzahl an verwendeten Hopfensorten (Willamette, Magnum, Cascade, Fuggles, Aurora, Zythos, Bravo, Simcoe, Sorachi Ace, Amarillo, Experiment 6300), aber wie man sieht - (fast) komplett andere als beim East IPA.

Aussehen und Aroma: Kleine Krone, hellgold bis orangefarben. Süßer und frischer als das East IPA. Deutliche Zitrusnoten.

Geschmack: Weich und eher blumig bis fruchtig. Später herber und frischer. Orangenschale.

Abgang: Kurz bis mittel und sehr trocken. Hinterlässt zum Schluss eine leicht pelzige Zunge.

Fazit/Tipp: Für den höheren Alkoholgehalt erstaunlich mild und leicht im Geschmack. Etwas "sommerlicher" als sein oben beschriebener Bruder.


Goose Island IPA (5,9% Vol.)

Art und Herkunft: IPA, USA

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Goldfarben, kleine feste Krone. Hopfig, mit einem säuerlichen Einschlag. Molke?

Geschmack: Anders als erwartet. Bitter bis säuerlich. In der zweiten Hälfte kommen deutliche schweflige und metallische Noten hinzu.

Abgang: Mittellang. Die Bitterkeit steht lange nach.

Fazit/Tipp: Ein überraschend "schwieriges" Sommerbier. Deutlich bitterer und weniger fruchtig als die beiden aus der Brooklyn Brewery.

Gesamtfazit: Zum Schluss haben wir innerhalb der Redaktion versucht, eine Favoritenliste aus den Ergebnissen unseres diesjährigen Sommerbiertests zu gewinnen. Am Ende waren wir uns ziemlich einig:

1. Brooklyn Blast!

2. Brooklyn East IPA / Seef Bier

4. Scotch C.T.S.

5. Meantime India Pale Ale

6. Bass Pale Ale

7. Goose Island IPA

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 24. Juli 2015. Dann mal wieder was anderes als Bier.

- Euer Tomas Aquinas


Samstag, 11. Juli 2015

Sommerbiere, Teil IV

Na ja, das Wetter in Deutschland ist ja im Moment nicht besonders sommerlich, wenn wir es mal mit letzter Woche vergleichen. Aber egal. Ohne weitere Einleitung setzen wir unsere 2015er Ausgabe der Sommerbiere fort:

Die Brauerei Bass hat ihren Namen von William Bass (ursprünglich aus Leicestershire), der sie im Jahre 1777 (also kurz nach der amerikanischen Revolution) gründete. Das Firmenlogo, ein rotes Dreieck, wurde das erste registrierte Markenzeichen im Vereinigten Königreich (1875) . Nachdem Bass während des 20. Jahrhunderts kräftig expandiert hatte, wurde sie selbst genau zur Jahrhundertwende von AB InBev (damals noch Interbrew) aufgekauft. Braubetrieb und Gastronomiesparte (Beteiligungen an Pubs) wurden voneinander getrennt. Aus kartellrechtlichen Gründen konnte AB InBev nur die Marke Bass behalten, andere Marken wie Worthington's oder Carling mussten weiterverkauft werden. Gebraut wird die Sorte Pale Ale (es gibt noch andere, diese ist jedoch die Älteste) mittlerweile dezentral an drei Standorten: in England, in den USA (Staat New York) sowie in Belgien. Lustigerweise kann man am Alkoholgehalt erkennen, wo der jeweilige Flascheninhalt hergestellt wurde: knapp unter 5 ABV bedeutet England, genau 5,0 bedeutet USA und 5,2 hat ein in Belgien gebrautes Bass. Da ich vorher noch nie ein Glas dieses sehr traditionsreichen Biers getrunken hatte, wollte ich mich erst einmal im Internet schlau machen und stellte fest, dass viele langjährige Bass-Trinker sehr unzufrieden zu sein scheinen über die Entwicklung der Marke seit Anfang des 21 Jahrhunderts. Viele schrieben, das Bier schmecke nicht mehr so kernig wie früher.

Im Gegensatz zum "industriellen" Bass haben wir es bei der Meantime Brewing Co. aus London mit einer echten Craft Beer-Brauerei zu tun. Sie wurde erst Anfang des Jahrhunderts von einigen Amerikanern, Briten und Niederländern gegründet und hat sich in der Nähe von Greenwich eine eigene Produktionsstätte aufgebaut. Mittlerweile wird eine recht große Anzahl von verschiedenen Sorten sowohl für das Fass als auch für die Flasche abgefüllt. Das Standardportfolio umfasst zur Zeit zehn Produkte, angefangen beim einfachen London Lager, über etwas abenteuerliche Sachen wie Raspberry Wheat Bier und Chocolate Porter bis hin zum heute besprochenen India Pale Ale. Meantime bezieht sich ausdrücklich auf die traditionell stark gehopften IPAs der Kolonialzeit und verwendet nach eigenen Angaben "massenhaft" englischen Hopfen (Golding und Fuggles). Das IPA ist - zusammen mit dem London Porter - das einzige Bier der Firma, welches auch im Großgebinde mit Champagnerkorken verkauft wird.



Bass Pale Ale (5,0% Vol.)

Art und Herkunft: Pale Ale, USA

Besonderheiten: Zusatz von Zucker und Invertzucker

Aussehen und Aroma: Dunkler Bernstein, kaum Schaumentwicklung. Ganz wenige Aromen, eventuell leicht malzig.

Geschmack: Malzig und süßlich. Im Mittelteil stellt sich deutliche Bitterkeit ein.

Abgang: Kurz, kaum wahrnehmbare Nachklänge.

Fazit/Tipp: Man sieht es schon an den Verkostungsnotizen: da fällt mir kaum etwas zu ein. Es schmeckt nicht schlecht, das ist aber auch schon alles. Ein Bier ohne Eigenschaften; war früher wirklich alles besser?


Meantime India Pale Ale (7,4% Vol.)

Art und Herkunft: IPA, England

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Goldfarben und trübe. Wenig Schaum. Hopfig und zitronig. 

Geschmack: Eine sehr seltene Mischung aus "hopfig" und "malzig", die etwas abrupt wechselt. Zum Ende hin deutlicher Heidehonig (!), süß.

Abgang: Mittellang. Es dominieren eher die hopfig-trockenen Noten.

Fazit/Tipp: Ein wenig anstrengender als das durchschnittliche IPA und sehr viel kräftiger. Vom Geruch lässt sich überhaupt nicht auf den Geschmack schließen.

Gesamtfazit: Trotz allem - das Meantime ist für heute der klare Sieger, denn das Bass ist, kaum ausgetrunken, schon aus der Erinnerung verschwunden. Und das ist nicht gut bei einem Bier.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 18. Juni 2015.

- Euer Tomas Aquinas



Samstag, 4. Juli 2015

Sommerbiere, Teil III

Eine weitere Rubrik, die sich bei Bedarf wieder aktivieren lässt, sind die Sommerbiere, über die wir letztes Jahr im August zum ersten Mal geschrieben haben. Die Außentemperaturen in diesen Tagen sind ähnlich: das Thermometer in unserer Region ist gestern nahe an die 40°C geklettert. Ich muss allerdings gestehen, dass wir die Fortsetzung der Serie bzw. den Einkauf des Materials bereits vorher beschlossen und auch getätigt hatten. Auf dem Tisch stehen nun sieben Biere, die meisten sind IPAs oder nahe Verwandte; ich beginne heute mit den beiden Bieren, die keine IPAs im eigentlichen Sinne sind. 

Das Scotch Ale, hier vertreten durch das Crowned Trees Scotch (hergestellt beim Biergiganten AB InBev) kann man auf jeden Fall als eine Abart des Pale Ale sehen. Dieser Stil wurde, wie der Name suggeriert, durch dunkle und starke schottische Exportbiere geprägt und kam zuerst im 17. Jahrhundert auf. Ansonsten gibt es heutzutage keinen international verbindlichen Standard bezüglich des Aussehens oder des Geschmacks eines Scotch Ales. Die Interpretation der Sorte fällt sehr unterschiedlich aus, je nachdem wo das Bier gebraut wurde. Wie dieser kurze niederländische Wikipediaeintrag ausführt, entstand die Marke C.T.S. bereits 1926 in der (defunkten) Brüsseler Brauerei Wielemans, wird jedoch heute bei in Leuven gebraut (es wird sich wohl um die Anlagen von Stella handeln). Eine eigene Webpräsenz oder auch nur Erwähnung auf der Firmenhomepage AB InBev gibt es jedoch nicht - wahrscheinlich ist die Marke im Portfolio nicht wichtig genug.

Das zweite belgische Bier, das wir uns heute näher anschauen, ist etwas komplett Anderes. Das Seef oder Seefbier der Antwerpse Brouw Compagnie (ABC) basiert auf einer traditionellen Rezeptur, die kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges aus der Mode kam. Ein einstiger Arbeitervorort der Stadt, der Seefhoek (der bekannte belgische Comiczeichner Willy Vandersteen stammte von dort), ist nach dieser alten Biersorte benannt. Die ABC, welche 2012 gegründet wurde, hat es sich zum Ziel gesetzt, das Seef wieder populär zu machen. Zurzeit wird das Bier noch in fremden Brauereien hergestellt; mit der Zeit sollen eigene Produktionsanlagen entstehen. Es ähnelt in der Art einem Weizen- oder Weißbier, wird jedoch aus verschiedenen Getreide- und Pseudogetreidesorten gebraut.



Scotch C.T.S. (7,2% Vol.)

Art und Herkunft: Scotch Ale, Belgien (Flämisch-Brabant)

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Sehr dunkles Braun. Eine kleine, feste, jedoch flüchtige Krone. Im Geruch deutlich metallisch, leicht malzig und blumig. Veilchen?

Geschmack: Weniger süß als vermutet, eher wie ein leichtes Malz- oder Braunbier. Vollmundig und cremig am Gaumen. Dezente Röstaromen.

Abgang: Kurz, mit einem süßlichen Rest.

Fazit/Tipp: In der Sommerhitze leichter zu trinken als erwartet, da es weniger ausdrucksstark und schwer ist als so manch anderes Scotch Ale.


Seef Bier (6,5% Vol.)

Art und Herkunft: Spezial-/Regionalbier, Belgien (Antwerpen)

Besonderheiten: Obergäriges Bier aus Weizen, Gerstenmalz, Hafer und Buchweizen

Aussehen und Aroma: Weißgelb und trüb mit kleiner, fester Krone. Ein mildes, unaufdringliches Aroma mit Bananenduft.

Geschmack: Sehr frisch und sehr prickelnd. Die Bananen kommen jetzt sehr stark durch, mit einer säuerlichen Note. 

Abgang: Kurz, ohne wesentliche Weiterentwicklung.

Fazit:  Ein sehr erfrischendes und sommerliches Bier. Starke Kohlensäure. Ein bisschen wie Hefeweizen mit einem Schuss Zitrone.

Gesamtfazit: Beide heute getesteten Biere lassen sich im Sommer gut trinken. Das Seef ist allerdings doch noch ein wenig erfrischender und spritziger.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 11.Juli 2015.

- Euer Tomas Aquinas