Sonntag, 26. März 2017

Sind so kleine Biere, Teil XLVl: Filou Belgian Ale (8,5% Vol.)

Das heute verkostete Filou stammt noch aus einem Tombolagewinn vom letzten Bierfest in Hasselt, welches Tomas und ich besuchten. Dort hatte ich ja reichlich abgesahnt....
Die Brauerei Van Honsebrouck stellt (seit 2014) neben dem vermutlich unbekannteren Filou auch bekanntere Marken wie Brigand, Kasteel und St. Louis her. Das Filou Belgian Ale wird vom Braumeister in siebter Generation, Xavier Van Honsebrouck, selbst als "seltsam" bezeichnet. Desweiteren hält Xavier dieses Ale für einen "großartigen Durstlöscher, den man nicht unterschätzen soll!"

Wollen wir doch mal sehen!




Art und Herkunft: Ale, Brauerei Van Honsebrouck (Ingelmunster/Belgien)

Besonderheiten: Obergäriges Starkbier, belgische und tschechische Aromahopfen, Zusatz von Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure

Aussehen und Aroma: heller Bernstein, etwas Zitrusfrüchte, frisch

Geschmack: leicht speckig, mittelmäßige Hopfenaromen, muffig

Abgang: mittellang, leichter Hopfen, etwas holzig

Fazit/Tipp: Für einen "großartigen Durstlöscher" etwas stark mit 8,5 Umdrehungen. Auch das Verlangen, gleich noch einen Schluck nehmen zu wollen, um den Durst zu löschen, hatte ich jetzt auch nicht wirklich. Ist zwar ganz interessant, aber eine Flasche reicht mir erstmal.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 2. April 2017.

- Euer Plattfuss

Terrasjes doen in Enschede

"Terrasjes doen" ist ein schwer übersetzbarer Begriff aus dem Niederländischen und bedeutet so viel wie: im Café oder in der Kneipe draußen sitzen, wenn das Wetter schön ist - und zwar am besten den ganzen Nachmittag lang. Am schönsten ist das natürlich, wenn man es in Gesellschaft tut, zum Beispiel mit den Kollegen von blog blong dring und (teilweise) deren Anhang. Gestern war bekanntlich ja hier oben im Nordwesten der erste richtig schöne Tag, darum haben wir uns denn auch spontan in das größte verfügbare Fahrzeug gequetscht und sind über die niederländische Grenze nach Enschede gefahren.

Nachdem wir den weiblichen Teil der Reisegruppe "im Gedränge verloren" hatten, konnte sich das Autorenkollektiv endlich einmal dem Vergnügen der Arbeit widmen. Der alte Marktplatz in Enschede ist dafür prädestiniert, denn erstens findet man da relativ viele Kneipen (unter anderem zwei Irish Pubs direkt nebeneinander) und zweitens findet man da sogar noch mehr Kneipen (unter anderem auch ein "belgisches" Lokal). Für dieses Mal haben wir uns allerdings für De Beiaard entschieden. Die Gaststätte ist Mitglied in der ABT, der Alliantie van Bier Tapperijen (Allianz der Bierausschanke), einer Interessenvertretung von niederländischen Gastronomen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, neben den überall verfügbaren Mainstreambieren auch den Craft- und Spezialbieren zu einer größeren Verbreitung zu verhelfen. Alle teilnehmenden Lokalitäten einigen sich zum Beispiel jeweils auf ein Bier des Monats, welches dann überall verfügbar ist oder sein sollte. Diesen Monat ist es übrigens das Schuppenboer von Het Nest, welches wir hier auch schon einmal verkostet hatten.


Begonnen habe ich unser "terrasje" mit einem Chimay Gold - das schien mir nach unserer Besprechung des Chimay Weiß (Cinq Cents) vor einiger Zeit am folgerichtigsten. Dieses Bier war lange Zeit der "Haustrunk" der Abtei in Scourmont, also kamen nur die Mönche und deren Gäste in dessen Genuss. Seit einiger Zeit ist es aber ganz normal auch im Handel erhältlich.

Sonntag, 19. März 2017

Douglas Laing's Rock Oyster Cask Strength Limited Ed. NAS (57,4% Vol.)

Neulich, als Plattfuss uns zu sich nach Hause eingeladen hatte, um die Samples von C&S Dram zu verkosten, hat er uns - weil er ein guter Gastgeber ist - natürlich auch einen kleinen Imbiss angeboten. Und danach braucht man was? Richtig. Einen Digestif, vorzugsweise in Whiskyform. Der Rock Oyster von Douglas Laing stand noch unangebrochen im Regal - was kann man mehr verlangen?

An diesem Abend haben Plattfuss, Tomas und ich lange darüber diskutiert, ob die Aufsplittung der Firma Laing in Douglas Laing und Hunter Laing im Jahre 2013 den beiden eher gut oder eher schlecht getan hat. Hunter Laing ist auf jeden Fall diejenige mit dem kleineren Sortiment: die einst produzierten Blends (wie Tomas' über alles geliebter John Player Special) sind von der Firmenwebseite völlig verschwunden, es bleiben nur drei Reihen mit Single Malts bzw. Single Grains. Douglas Laing hingegen bedient weiterhin den gesamten Whiskysektor: vom Blended Scotch bis hin zum Single Cask.

Der Rock Oyster, den wir neulich so hingebungsvoll geschlürft haben, gehört zu den so genannten Regional Malts - von Douglas Laing (DL) zusammengestellten Blended Malts (auch  als "Vatted Malts" bezeichnet, wenn die SWA mal nicht hinhört), die jeweils stellvertretend für eine Whiskyregion stehen. Brüder und Schwestern im Sortiment sind also der Scallywag (Speyside), The Epicurean (Lowlands), Timorous Beastie (Highlands) und Big Peat (Islay). Rock Oyster steht für die noch fehlende Region (eigentlich fehlen zwei, aber für Campbeltown gibt es von DL keinen Regional Malt), also die Islands. Es gibt ihn in zwei Versionen: einmal in Fassstärke (der heute verkostete) sowie einmal in Trinkstärke (mit 46% ABV). Plattfuss meinte, er sei in den letzten Monaten erheblich teurer geworden: gekauft hat er ihn im Oktober 2016 für 49,90. Jetzt kostet er beim selben Anbieter schon 57,90.

Sonntag, 12. März 2017

Zwischendurch: Schnäppchen oder Neppchen? (KW 11, 2017)

Edeka bietet in ausgewählten Märkten in der kommenden Woche eine Flasche Kilbeggan (den Standard) für 12,99. Im eigenen Onlineshop gibt es ihn für 14,99.

Wer also einen teilnehmenden Markt in der Nähe hat, für den lohnt es sich eventuell. Ansonsten ist Sprit für 2,- EUR schnell verfahren.


Einsendungen, Teil II: C&S Dram

Vor einiger Zeit bekam ich über unsere alte Kontaktadresse (mittlerweile hat ja Jan die Kommunikation mit der Öffentlichkeit übernommen) eine Nachricht von Caminneci Wine & Spirit Partner (CWSP) aus Meckenheim mit der Frage, ob wir nicht Lust hätten, ein paar ihrer Samples für unseren Blog zu verkosten. Natürlich hatten wir Lust - zumal bereits beim ersten Email-Verkehr deutlich wurde, dass man von dort aus keineswegs darauf bestand, uns bei der Beurteilung irgendwelche Zügel anlegen zu wollen (worauf wir uns natürlich eh nicht eingelassen hätten). Nachdem also in dieser Hinsicht schönste Eintracht herrschte, meldete Jan uns nur ein paar Tage später, dass drei Fläschchen wohlbehalten bei ihm angekommen seien. Diese haben wir vorgestern bei Plattfuss zuhause im Rahmen einer längeren Veranstaltung ausführlich betrachtet, beschnuppert und be getrunken.

Wir hatten CWSP immer noch in guter Erinnerung, denn in der Vergangenheit haben ihre Produkte stets positiv bei uns abgeschnitten: im Jahre 2012 ein zehnjähriger Ben Nevis aus ihrer Dram Collection und dann 2014 der sechsjährige Islay (2nd Ed.) aus der Dram Regional-Serie. Die Firma wurde 2005 von Andrea Caminneci gegründet, nachdem er viele Jahre lang zunächst in der Gastronomie und dann später speziell auch im Vertrieb von hochwertigen Spirituosen tätig war. Es werden neben der eigenen Abfüllung unter dem Namen C&S einige weitere Produktlinien vertreten, unter anderem von The Malt Whisky Company und von Thistly Cross Cider. Das Portfolio, welches in der Reihe C&S Dram erscheint, umfasst heute die Serien Dram Collection (die Standardserie in Fassstärke), Dram Regional (Whiskys ohne Angabe der Destillerie, zurzeit der heute verkostete "Lowlands Edition No. 1" - der anscheinend kein Blended Malt (mehr) ist, sondern ein Single Malt - und der "Islay North"), Dram Good (auf Trinkstärke herabgesetzt, im Moment ausgelistet) sowie Dram Senior (Fassstärke, älter als 20 Jahre).

Was gibt es also heute? Da haben wir, zunächst einmal, den nicht näher benannten Lowlands. Infrage kommen da ja nun nicht so viele Destillerien, wenn man die ganz neuen einmal abzieht. Außerdem ein Glen Garioch, der fünf Jahre auf dem Buckel hat. Schließlich ein Loch Lomond, der uns vorher ein bisschen Sorge machte, denn unsere Erfahrungen mit dieser Brennerei sind ziemlich gemischt. Eine der ersten - im Rückblick sogar noch relativ wohlwollenden - Verkostungen hier im Blog war der gute alte "Blue Label". Auch sein torfiger Bruder, der "Green Label", mundete uns noch im selben Jahr keineswegs besser. Einzig der Inchmurrin, der aus derselben Quelle stammt, gefiel uns durchaus. Aber nun scheint ja seit 2014 (Verkauf an einen privaten Investor) Loch Lomond eine Neubewertung ihres Portfolios vorzunehmen (neue Serien, neue Verpackung, neue Preise); seien wir also gespannt. Unter dem Foto der Samples geht es weiter zur Verkostung.


Sonntag, 5. März 2017

Van Kleef Korenwijn 5 J. (38% Vol.)

Diese kleine Flasche wurde mir letztes Jahr von meinem guten Freund Tom aus den Niederlanden, genauer gesagt aus Den Haag mitgebracht. Anscheinend ist diese kleine Stadt auch ohne die Verkostung bzw. den Kauf von Destillaten einen Besuch wert, so hat man mir jedenfalls glaubhaft versichert.

Korenwijn ("Kornwein") ist eine Abart des Jenevers und wird - wie dieser - aus Moutwijn (Kornbrand) hergestellt. In den Niederlanden unterscheidet man hinsichtlich der Herstellung und den Inhaltsstoffen zwischen den verschiedenen Arten von Jenever und dessen Derivaten (die Definitionen heben sich zum Teil deutlich von denen des belgischen Jenevers ab). Maßgeblich hierfür ist eine Verordnung des Sozio-ökonomischen Rates (einer Dienststelle des Verbraucherschutzes) von 2009 (hier im Original einzusehen). Demnach ist

Junger Jenever (aus dieser Sorte werden die in Deutschland bekannten Bessenjenever hergestellt)
  • eine farblose Spirituose mit mindestens 35% Vol.
  • die maximal zehn Gramm Zucker pro Liter enthalten darf und
  • hauptsächlich aus Agraralkohol und maximal  15 Prozent Moutwijn bestehen muss
Alter Jenever
  • eine hellgelbe oder hellbraune Spirituose mit mindestens 35% Vol.
  • die maximal 20 Gramm Zucker pro Liter sowie Karamell als Farbstoff enthalten darf und
  • hauptsächlich aus Agraralkohol und mindestens 15 Prozent Moutwijn bestehen sowie
  • die "organoleptischen Merkmale der Wacholderbeere aufweisen" muss
Graanjenever ("Kornjenever")
  • eine farblose, hellgelbe oder hellbraune Spirituose mit mindestens 30% Vol.
  • die maximal 20 Gramm Zucker pro Liter sowie Karamell als Farbstoff enthalten darf und
  • vollständig aus Agraralkohol von Getreide bestehen muss
Korenwijn
  • ein farbloses, hellgelbes oder hellbraunes Destillat mit mindestens 38% Vol.
  • die maximal 20 Gramm Zucker pro Liter sowie Karamell als Farbstoff und ausschließlich natürliche Aromastoffe enthalten darf und
  • nur aus Agraralkohol von Getreide sowie mindestens 51 Prozent Moutwijn bestehen muss
Kurzfassung: Korenwijn enthält mithin den höchsten Anteil Kornbrand sämtlicher Jeneversorten und -abarten.


Bevor ich mir den Korenwijn zu Gemüte führe, will ich nur kurz noch ein paar Worte zur Firma selbst verlieren: