Samstag, 11. Juni 2016

Quengelware, Teil VII: Kisker Irish Coffee (36% Vol.)

Ob das ein Zeichen ist? Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen kommt mir ein Produkt der Wilhelm Kisker GmbH aus Halle/Westfalen auf den Tisch. Allerdings vermute ich, dass der damals verkostete Burekorn doch in einer etwas anderen Liga spielt als der Irish Coffee, den ich - den Regeln für diese Rubrik gemäß - an der Kasse im Supermarkt besorgt habe.

Über die Brennerei brauche ich wohl nicht mehr viel erzählen, das habe ich alles neulich schon gemacht. Darum stattdessen: eine kurze Geschichte des Irish Coffee. Der Erzählung nach wurde er an einem regnerischen Tag in den 1940ern von einem Mann namens Joe Sheridan erfunden, der den durchnässten Passagieren eines Flugbootes etwas Gutes tun wollte und ihnen daher einen heißen Kaffee mit irischem Whiskey kredenzte. Von Irland aus kam das Rezept durch Stanton Delaplane, einen amerikanischen Reiseschriftsteller, in die Vereinigten Staaten und wurde dort berühmt gemacht.

Irish Coffee wird natürlich traditionell aus "frischen" Zutaten zubereitet, Kisker offeriert die Lösung zum Selberbasteln in Form eines Likörs, in dem (fast) alles, also "Whiskey, Rohrzucker und geröstete Kaffeebohnen" bereits enthalten sind und nur mit heißem Wasser aufgegossen werden müssen. Traditionell gehört eine Sahnehaube dazu, das wird für mich die größte Herausforderung. Ob die Kunden, die den Irish Coffee sonst so mitnehmen, sich diese Mühe auch machen, kann ich allerdings nicht beantworten. Das obligatorische "Nosing" mache ich aber vor der Sahneattacke.



Art und Herkunft: Kaffeelikör mit Whiskey, Deutschland

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Das fertige Produkt sieht schon so aus wie ein Irish Coffee aussehen muss. Der Geruch überzeugt mich hingegen weniger. Ziemlich dumpf und irgendwie muffig. Den Whiskey rieche ich eher nicht durch. Fast könnte ich schwören, einen billigen Rotwein vor der Nase zu haben, was natürlich nicht sein kann.

Geschmack: Ich trinke den Irish Coffee ordnungsgemäß "unter dem Sahnehäubchen weg", also ohne umzurühren. Zucker habe ich nicht noch extra hinzugefügt. Nun endlich schmeckt man den Whiskey durch: erwartungsgemäß hat man sicher nicht den teuren genommen. Obwohl ich beim Wasser etwas gespart habe (Kisker schlägt ein Mischungsverhältnis von 1:2 vor), bleibt der Geschmack sehr lasch. Der Kaffee kann sich kaum gegen die spritige Dominanz durchsetzen. Süß genug ist das Ganze allerdings schon.

Abgang: Kurz, aber relativ künstlich. Auf der Zunge bleibt kaum etwas zurück als wieder dieser etwas muffig wirkende Kaffeedunst.

Fazit/Tipp: Vielleicht was für einen kühlen Tag, wenn man nichts besseres zu tun hat. Es schmeckt nun nicht ganz schlecht, aber mit einem "echten" Irish Coffee aus frischem Kaffee und Whiskey ist die Fertigmischung nun wahrlich auch nicht zu vergleichen. Einen kleinen Tropfen habe ich dann auch noch pur gekostet: nicht wirklich zu empfehlen. Für sowas gibt es die teureren High-End-Kaffeeliköre.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 17. Juni 2016.

- Euer Tomas Aquinas


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