Sonntag, 17. Oktober 2021

Quengelware, Folge 13: Berliner Luft Schoko vs. Fun Flower (Schilkin)

Hach ja - Berlin. Oder Sodom & Gomorrha 2.0, wie ich es auch gerne mal nenne. Ewig schon nicht mehr da gewesen. Und dass ich was darüber geschrieben habe, ist sogar noch länger her. In Berlin gibt es ja bekannterweise die Berliner Luft, nicht nur als populär-schmissiges Liedgut, sondern auch als Pfefferminzlikör der Firma Schilkin, mit dem (und seinen vielen Abarten) man - wenn man dem Hersteller glaubt - so ziemlich alles zaubern kann, was das Barkeeperherz begehrt, inklusive eines "Berliner Mojito" wie ich mich schauernd zu erinnern glaube.

Schilkin hört sich ein bisschen russisch an und tatsächlich wurde die Firma von einem Russen mit dem sehr schönen Namen Apollon Fjodorowitsch Schilkin im Jahr 1900 in St. Petersburg gegründet. Dieser Mann und seine Familie flohen jedoch 1921 vor den Bolschewisten nach Berlin und blieben dann auch da. Die Destillerie blieb sogar in der DDR bis 1972 im Familienbesitz, danach durfte der Sohn des Firmengründers aber nur noch bis zur Pensionierung als "Betriebsleiter" der nach seiner Familie benannten VEB fungieren. Im Jahr 1981 war es dann auch damit vorbei und es entstand ein rein "sozialistischer Betrieb". Nach der Wende kam das Unternehmen unter der Leitung eines Schwiegersohnes wieder zur Gründerfamilie zurück und expandiert seitdem fleißig.

Heute stellt Schilkin nicht nur die Berliner Luft in allen möglichen Variationen her, sondern auch Gin, Wodka, Kräuterliköre, und und und. Verkosten tue ich heute zwei Miniflaschen aus einem mir nicht im Gedächtnis gebliebenen "Späti", wie der Berliner wohl sagt. Und zwar nicht das Original (den Pfefferminzlikör), sondern einen mit Schoko und Sahne sowie einen mit Bananenaroma, Gott steh mir bei. Auf jeden Fall bin ich fast sicher, dass ich der erste Mensch bin, der die edlen Tropfen aus einem Nosingglas trinkt.

Berliner Luft Fun Flower (18,0% Vol.)

Art und Herkunft: Likör, Deutschland (Berlin).

Besonderheiten: Mit Bananenaromen.

Aussehen und Aroma: Leuchtend gelbe Farbe, soll wohl "bananig" wirken. In der Nase steht ein künstlich wirkendes Bananenaroma im Vordergrund, die pfefferminzigen Töne kommen erst später und putzen ein wenig die Nase frei.

Geschmack: Sehr süßlicher Antritt, auch nun stärker pfefferminzig und weniger bananig als in der Nase. Wässrig.

Abgang: Sehr kurz, ein Hauch von Pfefferminz bleibt noch ein wenig stehen.

Fazit/Tipp: Ich kenne den Originallikör und muss sagen, dass ich den Zusatz von Banane nicht wirklich für einen Gewinn halte.


Berliner Luft Schoko (18,0% Vol.)

Art und Herkunft: siehe oben.

Besonderheiten: Mit Kakao und Sahne.

Aussehen und Aroma: Sieht aus wie jeder Sahne-Irgendwas-Likör: Milchig und hellbräunlich. Auch hier kommt die Pfefferminze nur sehr spärlich durch, es dominieren Schokoladenaromen, vielleicht etwas Karamell und Vanille.

Geschmack: Sahnig und deutlich minziger als der Fun Flower, mit relativ starkem Kakaoaroma. Extrem süß, verklebt praktisch sofort die Zunge.

Abgang: Kurz, minzig.

Fazit/Tipp: Etwas angenehmer als der mit "Banane", aber ich glaube, es wäre wirklich mal einen Versuch wert, so einen Likör zu komponieren, der mehr wie After Eight schmeckt, wenn man schon das Thema "Pfefferminze und Schokolade" angeht. Weniger süß, mehr Minze, mehr dunkle (!) Schokolade!

Gesamtfazit: Ich bin eh kein sehr großer Likörfan, und wenn ich einen trinke, dann gerne wirklich anspruchsvolles, wie z.B. von van Kleef oder ähnlichen Herstellern. Having said that finde ich den Schoko doch deutlich trinkbarer als den Fun Flower, aber beide sind echt brutal süß.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 24. Oktober 2021.

Verkostung und Text: Tomas A.

Sonntag, 10. Oktober 2021

Heute mal ohne, Folge 1: Leffe Blond 0.0%

Das ist heute das erste Mal, dass wir hier im Blog ein alkoholfreies Bier (alle Biere unter 0,5% können rein rechtlich gesehen als "alkoholfrei" bezeichnet werden) verkosten. Es gibt dafür zwei Hauptgründe: erstens habe ich gestern meinen Geburtstag nachgefeiert und muss dementsprechend heute auch einmal Maß halten. Und zweitens ist es nun wirklich kein Geheimnis mehr, dass alkoholfreie und -arme Biere nicht mehr nur "schwer im Kommen", sondern schon längst ANgekommen sind. Kaum eine Brauerei, die etwas auf sich hält (auch und gerade in der Craftszene), die nicht mindestens ein alkoholfreies Bier im Angebot hat. In einem Interview hörte ich den Gründer von De Glazen Toren sagen, dass er Biere mit wenig(er) Alkoholgehalt für DEN nächsten großen Trend hält. Dem müssen natürlich auch wir bei Blog Blong Dring Rechnung tragen und werden daher in Zukunft auch ab und an unter dem Lemma Heute mal ohne über Schwach- und Nichtalkoholisches berichten.

Für heute ist es also ein Leffe Blond mit sage und schreibe nullkommanull Umdrehungen. Zu Leffe selbst werde ich hier nicht mehr groß etwas sagen; das Bier ist schließlich auf der ganzen Welt zu finden und bekannt. Mit Mönchen und Abteien hat es schon seit einigen Jahrzehnten gar nichts mehr zu tun (außer, dass das so genannte "geistige Eigentum" an der Marke Leffe noch bei den Norbertinern der gleichnamigen Abtei liegt). Es wird mittlerweile vom Brauereimoloch AB InBev in mehreren Brauereien hergestellt, seit den Neunziger Jahren für Belgien und wahrscheinlich ganz Europa in der Stella-Brauerei in Leuven. Leffe Blond 0.0% kam 2018 auf den Markt; seit 2020 gibt es auch eine alkoholfreie Version des Leffe Bruin.

Art und Herkunft: Alkoholfreies Blond(e), Belgien (Flämisch-Brabant).

Sonntag, 3. Oktober 2021

Hacker-Pschorr Animator (8,1% Vol.)

Vor etwas mehr als einem Vierteljahr haben Jan und Plattfuss schon einmal vier Biere von Hacker-Pschorr besprochen, damals konnte ich leider nicht dabei sein, aber ein paar Wochen später sah ich bei Kaufland diese riesige Zweiliterflasche der Brauerei, und da konnte ich einfach nicht widerstehen. Da meine beiden Kollegen heute bei der Verkostung nicht dabei sein können, ist die Größe des Gebindes vielleicht sogar ein Vorteil, denn so kann ich den beiden später noch einen mehr oder weniger kleinen Anteil zukommen lassen ... wenn sie brav sind.

Genau wie die anderen kann ich nicht behaupten, dass ich schon viel von Hacker-Pschorr getrunken habe (ein paar Basisfakten zur Brauerei finden sich in Jans Text, der oben verlinkt ist). Ich glaube, ich war vor vielen Jahren mal in deren Zelt auf dem Oktoberfest, da werde ich sicherlich eine Maß zu mir genommen haben. Aber ansonsten ... keine Ahnung. Ich habe lange nicht verstanden, was die immer mit ihrem "Himmel der Bayern" haben. Einerseits scheint das auf ein Bonmot von Carl Amery zurückzugehen, andererseits ist es aber wohl auch einfach die Gestaltung des oben bereits erwähnten Festzeltes.

Wie dem auch sei: was ich ganz interessant finde ist, dass die Firma viel mehr als nur das "typische" Münchner Märzen bzw. "Oktoberfestbier" macht. Bockbiere sind zwar nicht eben gerade meine Lieblinge, aber wie gesagt: ich konnte an der Riesenflasche einfach nicht vorbeigehen.😇


Art und Herkunft: Doppelbock, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: -

Freitag, 24. September 2021

Sendepause

Liebe Leser:innen,

wegen Urlaubs, Arbeit und Familienangelegenheiten gibt es am 26. September leider keinen neuen Beitrag.

Am 3. Oktober haben wir wieder etwas für euch, ganz bestimmt.

Viele Grüße im Namen des Teams

Jan





Sonntag, 19. September 2021

Huyghe: Averbode Abdijbier (7,5% Vol.)

Die Norbertiner oder auch Prämonstratenser (O.Praem., gegründet 1120) sind keine Mönche, sondern Regularkanoniker (nicht zu verwechseln wiederum mit den Regularklerikern). Das heißt, es sind im Grunde genommen Priester, die in einer Ordensgemeinschaft zusammenleben. Vielleich sind sie deshalb auch nicht so bekannt für Käse, Bier, usw. wie die "echten Mönchsorden". Aber dennoch: die Norbertinerabtei von Averbode hat eine durchaus lange Geschichte in Sachen Brauen vorzuweisen. Sie wurde 1134 (also kurz nach Errichtung des Ordens selbst) gegründet und sicherlich wurde damals alles für den Eigenbedarf auch selbst hergestellt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Abtei von den revolutionären Franzosen geschlossen und teilweise zerstört, bereits 1850 aber wieder neu errichtet. Einen Landwirtschaftsbetrieb, der auf die Außenwelt gerichtet war, gab es damals aber zunächst nicht mehr. Im Jahr 2013 schlossen die Norbertiner Verträge mit mehreren weltlichen Firmen, um in ihrem Namen Produkte herstellen zu lassen. Beim Abteibier fiel die Wahl auf die Brauerei Huyghe (u.a. Delirium Tremens, Mongozo, u.v.a.). Das Averboder Bier wird also nicht von dicken Mönchen in großen Holzbottichen gebraut, sondern von einer der größeren belgischen Familienbrauereien. Da es die Kriterien erfüllt, trägt es aber dennoch das Gütesiegel Anerkanntes Belgisches Abteibier. Erhältlich ist nur eine einzige Sorte in der kleinen oder großen Glasflasche (und auch im Fass), welches ab und zu mal als "Tripel" bezeichnet wird, jedoch der Brauerei zufolge eher als (Strong) Blond anzusprechen ist - think typische Vertreter dieses Stils wie Duvel oder Piraat. Verkostet habe ich es denn auch stilecht in einem passenden tulpenförmigen Pokal.

Art und Herkunft: Strong Blond(e), Belgien (Ostflandern).

Besonderheiten: "Mehrkornbier" mit u.a. Hafer und Dinkel.

Sonntag, 12. September 2021

Schwarzgebrannter Aguardente aus Portugal (o.A., o.V.)

Auf verschlungenen Wegen erreichte mich eine große Bügelflasche schwarzgebrannten Aguardentes aus Portugal. Ich schreibe "schwarzgebrannt", obwohl ich das gar nicht mit Sicherheit sagen kann, denn anscheinend ist in Portugal die Hausdestillation nicht - wie in den meisten Fällen in Deutschland - illegal. Aguardente ist das, was man in spanischsprachigen Ländern Aguardiente nennt. Tom hat vor vielen Jahren hier und hier schon einmal etwas über Aguardientes aus Kolumbien und Kuba geschrieben und auch etwas zur Begriffsbestimmung gesagt.

In Portugal scheint es wohl so zu sein, dass Aguardente entweder aus Wein, aus Trester (wie ein Grappa) oder aus "den Früchten des Erdbeerbaums" (Wikipedia) hergestellt wird. Was auf unseren "Moonshine" zutrifft, weiß ich leider nicht, aber vielleicht können wir es erschmecken. Auch wie viele Umdrehungen er hat, ist nicht bekannt, aber traditionell sollen es zwischen 50 und 80 (sic!) sein. Nun ja, hoffen wir mal das beste.


Art und Herkunft: Aguardente, Portugal.

Besonderheiten: ohne Altersangabe (sicherlich ein New Make Spirit), ohne Angabe der Volumenprozente, ohne Angabe der verwendeten Grundstoffe.

Sonntag, 5. September 2021

Einsendungen, Folge 18: whic Islay Single Malt Batch 1 NAS (46,0% Vol.)

Zum ersten Mal seit einiger Zeit bekamen wir neulich wieder elektronische Post von Melisa von whic zunebst eines Samples. In ihrer Mail kündigte uns der Bremer Whiskyhändler die Ausgabe eine(s) eigenen dauerhaft verfügbaren Standard(s) an. Begonnen wurde mit einem nicht näher benannten Whisky von Islay, Auf der Webseite ist er im Moment vergriffen, soll jedoch ansonsten 29,99 EUR kosten, was für einen guten Islay ein sehr fairer Preis wäre.

Die spannende Frage bei diesen unabhängigen Abfüllungen ohne Brennereiangabe ist ja immer das Rätsel, welcher Whisky denn nun genau in der Flasche anwesend sein mag. Wenn man weiß, aus welcher Region der Tropfen kommt, kann man es meistens anhand des Ausstoßes der potenziell beteiligten Destillerien sowie des Preises einigermaßen eingrenzen (Hersteller mit geringem Ausstoß verkaufen ihre Produkte in der Regel nicht zu einem "Kampfpreis" an unabhängige Abfüller, sondern vermarkten diese lieber selbst). Wenn man sich dann noch ein bisschen mit den jeweiligen "Hausstilen" auskennt, ist es am Ende meistens gar nicht so unheimlich schwer, einen educated guess abzugeben. Aber schauen wir mal.


Art und Herkunft:
Single Malt, Schottland (Islay).

Besonderheiten: Ungefiltert und nicht gefärbt.

Aussehen und Aroma: Sehr hell, weißweinfarben. Relativ schnelle legs, also sicherlich ein eher junger Tropfen. In der Nase ein recht bekannt anmutendes Gemisch von Kreide, Minze, Torffeuer und Pfeffer. Eventuell etwas Vanille vom Weißeichenfass.

Geschmack: Süßer Antritt mit auch wieder etwas weißem Pfeffer. Nadelwald. Eukalyptusbonbon.

Abgang: Kurz und etwas scharf.

Fazit/Tipp: Heavily peated? Darüber kann man streiten. Diese erste Abfüllung bietet einen anständigen, wahrscheinlich gerade mal erwachsen gewordenen (drei Jahre alten?) Islay-Whisky zu einem redlichen Preis. Nicht mehr und nicht weniger. Was wir glauben, welche Destillerie dahintersteckt? Die Redaktion war sich recht einig und verwettet ihre Sonntagshosen auf: Laphroaig.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 12. September 2021.

Verkostung: Plattfuss, Tomas A., Jan B.

Text: Jan B.

Sonntag, 29. August 2021

TOBIerfest 2021

Eigentlich sollte die Redaktion irgendwann um diese Zeit heute im Auto von Nobody sitzen und von Eindhoven aus in Richtung Osnabrück unterwegs sein. Eigentlich. Denn das Van Moll Fest 2020, für das wir ursprünglich Karten besorgt hatten, und das dann wegen Corona auf 2021 verschoben wurde, ist erneut verschoben worden. Die niederländische Regierung hat - immer noch wegen Corona - so strenge Auflagen für Massenveranstaltungen gestellt, die in geschlossenen Räumen stattfinden (Das Van Moll Fest "tagt" im sehr bekannten Evoluon in Eindhoven), dass sich der Aufwand für die gastgebende Craftbrauerei Van Moll einfach nicht lohnt. Wofür man natürlich Verständnis haben muss.

Nun, die Tickets bleiben für die nächste Edition (2022) gültig, die Hotelzimmer waren stornierbar - insofern kein finanzieller Verlust. Aber wir wollten ja ein Bierfest feiern und hatten uns extra dieses Wochenende freigehalten - also was tun? Ganz einfach: ein eigenes "Bierfest" organisieren, natürlich nur für geladene Gäste unter Beachtung der 3G-Regeln. Kein großes Problem, die Redaktion samt Anhang ist zu 100% durchgeimpft. Tobi stellte großzügig seinen Garten (unseren Braugarten) zur Verfügung. Für Getränke mussten die Teilnehmer:innen selbst sorgen, was alle auch brav erledigten. Zu Ehren des Gastgebers wurde das Event dann noch TOBIerfest getauft und auch der Regen pausierte in Osnabrück-West für ein paar Stunden.

Insgesamt wurden 50 Biere ausgeschenkt, aber nur etwa Hälfte taucht in der u.a. Tabelle auf - sei es, weil wir die Biere vorher schon einmal probiert hatten oder auch, weil es unsere eigenen Erzeugnisse waren. Von denen gab es nämlich auch noch ein paar "Überbleibsel", die allesamt gut die Jahre (teilweise mehr als drei!) überstanden hatten. Unter anderem konnten sich die Gäste selbst ein Bild machen von unserem Weihnachtsbier, Pale Ale No. 1, Mild Session Ale, 4-40 Oatmeal Stout, Vorstandspils, Mosaic IPA. Aber, wie schon gesagt, außer Konkurrenz. Da wir aufgrund der kleinen Mengen nicht alle alles probieren konnten, haben wir bei den verschiedenen Bieren jeweils vier Tester:innen abgeordnet, darum ist in der Tabelle auch jeweils nur die Rede von Tester:in "A", "B", usw.

Sonntag, 22. August 2021

Terrasjes doen in Rotterdam*

*Vorbemerkung: der Begriff terrasjes doen ist zu Beginn dieses Beitrags von 2017 erklärt.

Vor etwa 20 Jahren war Rotterdam noch nicht wirklich ein Reiseziel - weder für Ausländer noch für Niederländer. Als ich vor einiger Zeit einem Kollegen aus Utrecht erzählte, ich wäre schon dreimal für ein langes Wochenende dort gewesen, erntete ich nur ungläubiges Staunen. Schließlich gestand er mir, er habe an der Rotterdamer hogeschool studiert, sich jedoch nach seinem Abschluss "sofort da aus dem Staub gemacht" und niemals das Bedürfnis gehabt, sich dort noch einmal hinzubegeben. Nachdem ich ihm ein bisschen was erzählt und auch Bilder vorgezeigt hatte, war er positiv überrascht. Ob er mittlerweile die Reise dorthin gewagt hat, weiß ich allerdings nicht. Ich persönlich kenne Rotterdam erst seit den 2010ern und finde die Stadt bunt, lebhaft, architektonisch interessant, cool und erfrischend wenig "holländisch" (wenig Grachtenromantik u.ä.).

Aber dies ist ja kein Tourismusblog, daher werdet ihr euch Tipps für Sehenswürdigkeiten, Shopping, usw. woanders holen müssen, z.B. hier. Was ich heute ablege, sind ein paar Informationen zur Bierszene. Ein Disclaimer vorweg: in Rotterdam gibt es eine erkleckliche Anzahl an Biercafés und auch Brauereien; ich berichte hier allerdings nur über die, die ich schon selbst besucht habe.

1. Station: Kaapse Kaap (Nico Koomanskade 1025, 3072 LM Rotterdam)

Einer der beiden Brewpubs von Kaapse Brouwers (KB) in der Stadt. Der andere (Kaapse Maria) liegt auf dem Festland in der Innenstadt, dieser hier in der Fenix Food Factory auf der hippen Halbinsel Katendrecht. Neben den verschiedenen Bieren von KB (zur Geschichte der Brauerei habe ich hier einiges geschrieben) findet man auch ab und an einige interessante Sachen am guest tap. Wer hungrig ist, bekommt in den anderen Geschäften der Markthalle einiges für den kleinen und großen Appetit. Probiert habe ich dieses Mal das Kalimero, ein recht erfrischendes "Micro-IPA" bzw. Session IPA, sowie das Gozer - ein ziemlich in die Beine gehendes Imperial Oatmeal Stout. Sitzen kann man bei gutem Wetter am besten direkt am Wasser; der Brewpub öffnet allerdings erst um die Mittagszeit. Wir kamen in die Verlegenheit, noch eine halbe Stunde totschlagen zu müssen, indem wir einmal um die Halbinsel spazierten, was allerdings auch recht angenehm war. Im angeschlossenen Shop lassen sich Merch-Artikel sowie die meisten Biere von KB käuflich erwerben. Gut zu transportieren, da die Brauerei - wie viele niederländische Craftbrauer - auf Dosen umgestiegen ist.


2. Station: De Gele Kanarie (Goudsesingel 284, 3011 KH Rotterdam)

Eine nicht ganz kleine, aber sehr feine Hausbrauerei mit Gastrobetrieb. Die Brauanlage befindet sich im Keller und ist durch eine Glaswand auf dem Weg zur Toilette zu bestaunen. Die Karte ist überschaubar, es werden insbesondere borrelhapjes (kleine Speisen zum Bier) aber auch größere Speisen wie Hamburger und Co. gereicht. Die Qualität des Essens ist meiner Erfahrung nach durchgehend gut. De Gele Kanarie (DGK) liegt an einer relativ stark befahrenen Straße in der Innenstadt; man kann also etwas luftiger und lauter (draußen) oder etwas weniger luftig und dafür leiser sitzen. Die Bierkarte umfasst etliche lokale, regionale und internationale Spezialitäten, wobei die niederländischen Biere deutlich in der Überzahl sind. Die eigenen Biere von DGK nehmen in der Regel zwei Zapfhähne in Beschlag; das Hoppie Blond scheint es immer zu geben. In diesem Sommer zusätzlich noch das Tikkie Tropisch, ein Weißbier-NEIPA-Crossover.

Sonntag, 15. August 2021

Projekt Braugarten, Folge 11: How it started vs. how it's going

Für das laufende Jahr hatten wir uns drei Biere vorgenommen: eine Neuauflage unseres Weihnachtsbiers (April), dann ein Milk Stout (Juli) sowie ein Bockbier (August). Beim Winterbier hatten wir Pech. Die Jodprobe war nicht okay, das deutete auf ein Fehler bei den Rasten hin. Wir haben dann aber einfach noch aus Resten unser sehr gut gelungenes Lagerschaden brauen können. Das Milk Stout ist abgefüllt und liegt im "Gärkeller" (eigentlich eher ein "Gärverschlag"). Beim gestrigen Brauen des Bockbiers haben wir schon mal eine Flasche getestet; das Resultat war erfreulich: schon gut trinkbar, mit merkbaren Röstaromen und schon recht geschmeidig. Natürlich muss es noch weiter reifen. Wie gesagt: gestern dann unser erstes Bockbier. Und es war wie verhext - bei jedem zweiten Brauvorgang: Jodprobe negativ.


Gestern hatten wir auch nicht mehr genug Material für einen Plan B, also alles in allem natürlich sehr ärgerlich wegen der Zeit (die wir ja noch mit Klönen verbringen konnten), Aufwand, usw. Wo machen wir also Fehler? Wir vermuten - weil wir wohl die Rasten nicht immer korrekt einhalten - die Temperaturregulierung als Hauptproblem.

Sonntag, 8. August 2021

Sind so kleine Biere, Folge 129: Lindemans Blossomgueuze (6,0% Vol.)

Bringe mir vom Allerbesten,

Mir das Herz daran zu letzen,

Denn was Lieb' an mir verbrochen,

Soll der Wein mir nun ersetzen!

Eine Flasche, Donna Clara,

Von dem allerbesten Fasse,

Eine trank ich unsrer Liebe,

Zehne trink' ich unserm Hasse!

So spricht bei Wilhelm Busch der finstere Don Rodrigo in Die Mohrenträne, die in Gänze zu zitieren heute wahrscheinlich nicht mehr angängig ist, obwohl der Spanier in diesem Gedicht der Böse und sein "Mohrensklave" Molo das arme, geknechtete, bemitleidenswerte Wesen ist. Aber ich schweife ab.

Es geht nämlich heute gar nicht um Liebe, oder Hass, oder Don Rodrigo - und schon gar nicht um Wein. Ich wollte zu Beginn nur darauf hinweisen, dass ich die heutige Flasche ebenfalls alleine trinke, wenn auch nicht aus Hass. Es ist nur so, dass meine beiden Kollegen dankend abgelehnt haben, diese Blossomgueuze von Lindemans zusammen mit mir zu verkosten (Plattfuss ist kein großer Freund dieses Bierstils und Jan behauptete irgendwas von "meine Frau ist krank" oder so ähnlich). Na kein Problem, desto mehr bleibt für mich.💪

Die Geuze entstand nach einer Idee von Dirk Lindemans (6. Generation) aus einer Mischung von jungen (12 Monate) und 2-3 Jahre alten Lambieks und einer Mazeration mit Holunderblüten, gereift (wie üblich übrigens) in Eichenfässern. Die erste Edition wurde Ende 2015 auf den Markt gebracht, und diese perlt jetzt auch hier vor mir im traditionellen Geuzeglas mit dickem Boden. Sie lag also sechs Jahre fachgerecht bei mir im Keller.


Art und Herkunft: G(u)euze mit Pflanzenauszügen, Belgien (Flämisch-Brabant).

Besonderheiten: Mit Holunderblüten gereift.

Sonntag, 1. August 2021

Sind so kleine Biere, Folge 128b: Klosterbrauerei Weißenohe (2. Teil)

Nachdem Jan letzte Woche über die ersten drei Biere unseres Hamburger "Fischzuges" mit Weißenoher Bier berichtet hat, bin ich heute mit der zweiten Charge dran. Neulich fragte mal jemand bei Plattfuss im Garten - als wir gerade über den Blog sprachen - wie wir uns denn die Biere "einteilen" ... gemeint war: in welcher Reihenfolge wir sie verkosten. Grundsätzlich machen wir es uns recht einfach und trinken sie in der Reihenfolge von "leicht" bis "schwer", was auch bei anderen Getränken wie Whisky, aber auch bei Speisen, common sense ist. Der Grund ist natürlich, dass wenn man - sagen wir mal - einen zwanzig Jahre im Barriquesfass gereiften Doppelbock zuerst trinkt und dann erst zum klassischen "Hellen" aus Bayern übergeht, letzteres praktisch gar nicht mehr schmeckt. Wir sortieren die "Proben" vor dem Tasting also nicht nach Alkoholgehalt, sondern nach (vermutlicher) geschmacklicher "Stärke", wobei beides natürlich auch öfters mal auf dasselbe hinausläuft. Heute also die Biere aus der Klosterbrauerei, die wir dem ersten Anschein nach für die kräftigeren hielten:

Kloster-Sud (5,4% Vol.)

Art und Herkunft: "Spezialbier" bzw. Märzen, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Bernstein mit kräftigem rötlichen Schimmer und kleiner cremefarbener Krone, die recht flüchtig bleibt. Süßlich und fruchtig-reif in der Nase. Dezentes Malz.

Geschmack: Reife Frucht, wenige Röstaromen, leicht alkoholisch.

Abgang: Mittellang und zum Schluss überraschend herb.

Fazit/Tipp: Reichhaltig und voluminös auf der Zunge. Feinperlig. Süffig.


Altfränkisches Klosterbier (5,0% Vol.)

Art und Herkunft: Helles bzw. Rotbier, siehe oben.

Besonderheiten:

Aussehen und Aroma: Rötliches Kupfergold, kleine cremefarbene Krone. Süßliche und malzige Aromen.

Sonntag, 25. Juli 2021

Sind so kleine Biere, Folge 128a: Klosterbrauerei Weißenohe (1. Teil)

Als wir neulich gemeinsam in Hamburg waren, sprang Tom und mir tatsächlich eine Reihe von Bieren ins sprichwörtliche Auge. Logischerweise mussten wir sie dann auch - trotz Geld-, Zeit-, und Platzmangels - kaufen und mitnehmen. Weißenoher kommt aus dem Fränkischen und das ist ja bekanntlich die Gegend Deutschlands, wo es massenhaft bekannte und unbekannte, kleine und große Brauereien gibt und die daher auch immer für eine Überraschung gut ist.

Die Brauerei gehörte seit dem Hochmittelalter tatsächlich zu einem Benediktinerkloster, das Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der bayrischen Säkularisation "von oben" aufgehoben und verkauft wurde. Im Jahr 1827 wurde sie dann von den Stammeltern der heutigen Eigentümerfamilie übernommen. Neben einem Brauereiverkauf gibt es seit etwa 20 Jahren auch wieder eine angeschlossene Gastwirtschaft.

Die sechs Biere, die Tom und ich diese und nächste Woche vorstellen, sind keineswegs das gesamte Sortiment von Weißenohe. Neben diesen und weiteren eher traditionell ausgerichteten Bieren gibt es u.a. noch saisonale Spezialitäten sowie eine "craftige" Reihe unter dem Namen greenMONKey (Single-Hop-Pilsener mit unterschiedlichen Hopfensorten). Die Brauerei verfügt über ihr eigenes Quellwasser.


Glocken Hell (5,0% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: 

"Damals wie heute kündet das Geläut vom Weißenoher Kirchturm nicht nur Momente der Andacht und Einkehr an. Es bestimmt auch den profanen Tagesrhythmus. Einer der schönsten Momente des Tages ist sicherlich der, in dem der Feierabend eingeläutet wird. Mit unserem Glocken Hell bringen wir den Klang der Weißenoher Glocken zu Ihnen."

Aussehen und Aroma: Goldgelb mit kleiner schneeweißer Krone. Hefige Nase, nasses Segeltuch.

Sonntag, 18. Juli 2021

From Russia with Love: Baltika (2. Teil)

Ich hatte es letzte Woche schon geschrieben: obwohl der Hauptsitz und die ursprüngliche Braustätte von Baltika sich in Sankt Petersburg befinden, besitzt das Brauereikonglomerat weitere Produktionsstätten - auch subsidiärer Natur (wie z.B. Mälzereien) in ganz Russland. Diese Brauereien sind nicht alle von der heutigen Firma gebaut worden, sondern wurden - wie z.B. die in Jaroslawl oder Rostow am Don - ursprünglich von anderen gebaut und betrieben und als "Morgengabe" in einer Vielzahl von Aufkäufen und Fusionen eingebracht.

Wie ich ebenfalls erwähnt hatte, werden in diesen regionalen Brauereien auch viele Produkte hergestellt, welche nicht den Namen "Baltika" tragen, sondern teilweise ältere, traditionsreiche Marken noch aus Sowjetzeiten repräsentieren. 

Unsere Verkostung heute widmet sich dem zweiten Teil des Portfolios der Stammmarke; nachdem wir letzte Woche die eher leichteren Biere im Programm hatten, wird es wohl heute etwas kräftiger zur Sache gehen - hoffen wir jedenfalls.



Baltika 3 Classic (4,8% Vol.)

Art und Herkunft: Lager, Russland (St. Petersburg).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgelb, mit mittlerer Krone. Hefig und leicht zitronig im Geruch.

Geschmack: Sehr neutral, mit sehr wenig Malz und nur einer leichten Bitterkeit.

Abgang: Mittellang.

Fazit/Tipp: Dieser "Klassiker" ist komplett unauffällig und hat auf lange Sicht nur einen etwas seltsamen Nachgeschmack aufzubieten.


Baltika 4 Original (5,6% Vol.)

Art und Herkunft: Wiener Lager, siehe oben.

Sonntag, 11. Juli 2021

From Russia with Love: Baltika (1. Teil)

Nachdem ich mir hier ein paar Wochen Auszeit genommen hatte, war ich nicht besonders glücklich, meinen Wiedereinstand mit einer Verkostung der russischen Brauerei Baltika (St. Petersburg) beginnen zu sollen. Russland ist bestimmt ein sehr schönes Land und die Menschen sicher auch sehr nett, aber spätestens seit der Sache mit der Krim 2014 bin ich - politisch gesehen - so eher gar kein Fan des russischen Staates in seiner jetzigen Verfasstheit. Außerdem begrenzt sich meine Erfahrung mit Bieren von dort auf homöopathische Dosen; es ist ja nicht auch wirklich als DAS russische Getränk bekannt (wobei ich Wodka auch nur wenig abgewinnen kann).

Aber nun gut, Jan und ich waren neulich in der Stadt bei diesem neuen Laden namens DOMA ("Dein Café/Markt für osteuropäischen Genuss"), wo es doch schon einiges an Auswahl gibt, was Bier und bierähnliche Getränke betrifft. Ein paar seltsam geformte PET-Flaschen "außer der Reihe" haben wir auch mitgenommen, aber "für den Blog" bzw. die Verkostung in Plattfuss' Garten wollten wir doch am liebsten Biere einer einzigen Brauerei haben. Und da bot sich Baltika einfach an, denn (fast) die gesamte Serie stand im Regal.

Baltika bzw. Балтика пивоваренная компания wurde 1978 gegründet bzw. mit dem Bau der Brauerei wurde begonnen. Wie im fortschrittlichen Sozialismus üblich, war sie dann auch schon 12 Jahre später betriebsfertig. Damals wurde noch unter verschiedenen Markennamen produziert, die ich aber alle nicht kenne bzw. die mir auch nichts sagen. "Baltika" heißt die Mehrheit der Biere erst seit 1992. Wobei es immer noch viele der "alten" Marken (Zhigulevskoe, Arsenalnoe, usw.) im Portfolio gibt. Auf jeden Fall ist das ein gigantisch großer Konzern (Acht Brauereien, fast 10.000 Mitarbeitende), welcher seit 2008 zur internationalen Carlsberg-Gruppe gehört.

Die russischstämmigen Kollegen von Plattfuss hatten uns von Baltika Nr. 1 (alle Biere sind - anscheinend wahllos - durchnummeriert) abgeraten, tatsächlich stand es auch nicht im Laden. Es ist angeblich mittlerweile umbenannt worden in Lite, jedoch auf der Homepage ebenfalls nicht zu finden. Im Übrigen verwenden wir für unsere Verkostungsnotizen die "internationalen" Handelsnamen, nicht die russischen (wo möglich).


Baltika 8 Wheat Beer (5,0% Vol.)

Art und Herkunft: Weizenbier, Russland (St. Petersburg).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgolden, mit einer kleinen weißen Krone. Untypisch säuerliche Nase, Stachelbeeren?

Geschmack: Vollmundig und unerwartet süßlich-bananig. Noch andere Früchte, aber was? Erdbeere?

Abgang: Mittellang.

Fazit/Tipp: Deutlich an ein deutsches Weizen, nicht an ein belgisches Witbier angelehnt. dennoch recht ungewöhnliche Fruchtnoten. Eher süß als frisch.


Baltika 5 Solotoje (5,3% Vol.)

Art und Herkunft: Golden/Pale Lager, siehe oben.

Sonntag, 4. Juli 2021

Sind so kleine Biere, Folge 127: Altenburger

Das trifft sich gut: letzte Woche im Beitrag über Leikeim hatte ich schon gesagt, dass diese vor "genau" 20 Jahren (1991) die heutige Altenburger Brauerei übernommen hat. Tatsächlich ist sie von den beiden sogar die ältere (gegründet 1871 vs. 1887). In der DDR war sie natürlich "Volkseigener Betrieb", überlebte die Wende bzw. den Übergang in die Marktwirtschaft nicht ohne große finanzielle Einbußen und wurde dann folgerichtig kurz danach "geschluckt".

Wie bei Leikeim gibt es die Altenburger Biere heute nur noch in der praktischen Bügelflasche. Das gegenwärtige Sortiment umfasst sieben verschiedene Biere. Bei unserer Einkaufstour waren jedoch nur drei Stück erhältlich.


Premium Pils (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Deutschland (Thüringen).

Besonderheiten: -

Sonntag, 27. Juni 2021

Sind so kleine Biere, Folge 126: Leikeim

Leikeim ist eigentlich nicht wirklich eine "kleine Brauerei", die haben mehrere 100.000 Hektoliter Ausstoß im Jahr, aber sei es drum: sie sind zumindest eine Familienbrauerei in fünfter Generation (gegründet 1887). Im Jahr 1991 übernahm sie zusätzlich die Altenburger Brauerei in Thüringen. Gegenwärtig teilt sich das Biersortiment von Leikeim (es gibt auch noch Limonaden und Schnäpse) in die Bereiche "Bierspezialitäten" (= Klassiker) und "Brauschätze" (Craftbierartiges). Die beiden Reihen unterscheiden sich auch optisch in der Gestalt der Etiketten ein wenig voneinander. Wir hatten pünktlich zum Ende des Lockdowns für die Redaktion eine kleine Mischkiste bestellt und durften sie neulich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder gemeinsam probieren.


Premium Pils (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgold mit schneeweißer Krone. Reiner und frischer Geruch. Etwas Zitrone?

Geschmack: Genügend spritzig. Feinherb und nur sehr dezent hopfig.

Abgang: Relativ lang, die bitteren Noten bleiben recht lange erhalten.

Fazit/Tipp: Ein Standard-Pilsener. Solide umgesetzt.


Hell (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgold, mit einer Minikrone. Kaum etwas zu riechen.

Geschmack: Leicht malziger Antritt, nur wenige Bitterstoffe. Eine leichte Süße mit einem etwas "seifigen" Nachklang.

Abgang: Kurz.

Fazit/Tipp: Ein typischer Vertreter dieses Bierstils, ohne besondere Ecken und Kanten.


Landbier (5,4% Vol.)

Art und Herkunft: Export, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Goldgelb, mit einer kleinen aber festen Krone. In der Nase deutliche Hefe und viel frisches Getreide.

Geschmack: Auch auf der Zunge Getreide: Backstube, Windmühle. Kräftigerer Hopfen als beim Hellen.

Abgang: Mittellang und herb.

Fazit/Tipp: Bis jetzt das ausdrucksstärkste Bier der Brauerei. Kernig.


Weizen (5,4% Vol.)

Art und Herkunft: Weizenbier, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Bernsteinfarben und leicht trüb. Nur wenig bananige Aromen, eher "brotig". Frisch gewaschene Wäsche.

Sonntag, 20. Juni 2021

Vier von Hacker-Pschorr

Ich kann nicht behaupten, dass ich schon viel von Hacker-Pschorr getrunken habe. Wenn man im Süden wohnt, kommt man wohl nicht drumrum, aber hier in nördlichen Gefilden ist es doch schon so ein ganz kleiner Exot, zumindest in der Gastronomie. Bei unserem letzten Lauf zum Getränkemarkt waren aber genau vier verschiedene Sorten vorrätig (die Brauerei hat allerdings erheblich mehr - 13 Stück insgesamt, wenn ich richtig gezählt habe).

Gegründet im heutigen Sinne wurde Hacker-Pschorr im Jahr 1793, obwohl es an derselben Stelle schon seit dem späten Mittelalter ein Brauhaus gab. Das Familienunternehmen wurde bereits 1841 zwischen zwei Erben geteilt; so entstanden zwei getrennte Firmen ("Zum Pschorr" und "Hacker-Brauerei"), die erst 1972 (sic!) wieder zusammenfanden. Ganze sieben Jahre später war es dann aber schon wieder vorbei mit dem familiären Touch: Hacker-Pschorr wurde von der Schörghuber-Gruppe aufgekauft, deren Tochtergesellschaft Paulaner Brauerei Gruppe für das Getränkegeschäft zuständig ist.

Münchner Hell (5,0% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgelb mit großer flüchtiger Krone. Wenig zu riechen; Getreide und Leichtmetall.

Geschmack: Leicht süßlich und leicht salzig (!) im Antritt. Danach nichts mehr.

Abgang: Mittellang, wässrig, leicht seifig.

Fazit/Tipp: Okay, wenn kein Wasser zur Hand ist. Muss aber sonst nicht unbedingt.


Kellerbier (5,5% Vol.)

Art und Herkunft: Zwickel, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Dunkler Bernstein, große Krone. Sehr dezente Nase, etwas Malz.

Geschmack: Ungewöhnlich - genau wie auf dem Etikett beschrieben. Malz, Honig. Erfrischend und mild. Bassd scho.

Abgang: Kurz und immer noch süßlich.

Fazit/Tipp: Sehr angenehm und süffig.


Hefe Weiße (5,5% Vol.)

Art und Herkunft: Weißbier, siehe oben.

Sonntag, 13. Juni 2021

Herren Premium (Getränke Hoffmann, Blankenfelde)

Neulich war Plattfuss und mir langweilig und wir brauchten neues Bier für "zwischendurch". Wir also rein in den Crossover-SUV und ab zu Getränke Hoffmann in Osnabrück (Bramscher Straße). Wir wollten schon immer mal deren Hausmarke Herren Premium versuchen, denn bekanntlich stehen wir ja bei Blog Blong Dring für schonungslosen Aufopferungswillen im Dienste des Trinkens im Allgmeinen und Besonderen.

Getränke Hoffmann ist schon so etwas wie ein Superlativ an sich: es ist mittlerweile wohl die größte deutsche Kette von Getränkemärkten und gehört seit den späten 1980ern zur Radeberger Gruppe (dem größten deutschen Brauer), die wiederum zur Dr. August Oetker KG - einem der "größten international tätigen deutschen Familienkonzerne" (Wikipedia) - gehört. Selbstverständlich hat man da auch eigene Handelsmarken, wie eben das Herren Premium, von dem es vier Sorten gibt: Pils, Export, Weizen, Radler. Letzteres haben wir mal im Regal stehen lassen, die anderen verkosten wir heute mal. Die Marke "Herren", so habe ich in einem recht interessanten Beitrag bei Werben & Verkaufen gelesen, gibt es wohl schon seit Gründung von Getränke Hoffmann (1966), aber sie wurde wohl 2015 (als der Artikel erschien) gerade "aufgewertet", wie das in Marketingkreisen wohl heißt. Damaliger (?) Claim anscheinend: "Trinken mit Stil".

Gebraut wird Herren übrigens - wie man verschiedenen Ortes nachlesen kann - nicht "bei Radeberger" (= in Radeberg), sondern bei der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei in Berlin.


Pils (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Deutschland (Berlin).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgelb mit einer Minikrone. Nullkommanull Aromen im Riechorgan.

Geschmack: Recht herber Antritt mit seifigen Ausläufern. Sonst wenig.

Abgang: Mittellang und etwas trockener.

Fazit/Tipp: Trinkbar, aber im Vergleich zum Werbetext ("Im Pilsglas bildet das feinherbe Pils eine feste Schaumkrone und verwöhnt den Gaumen seiner Trinker –  vom spritzigen Einstieg bis zum würzigen Abgang") doch eher ziemlich unspektakulär.


Export (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Export, siehe oben.

Besonderheiten: -

Sonntag, 6. Juni 2021

Sind so kleine Biere, Folge 125b: Brauhaus am Kreuzberg (2. Teil)

Wie letzte Woche schon gesagt: im zweiten Teil kommen die etwas "härteren Brocken" aus den Sudkesseln vom Brauhaus am Kreuzberg dran. Sie haben alle gemeinsam, dass sie in kleineren Gebinden (0,33 statt 0,5) geliefert werden und dass sie alle in den Whisky- und sonstigen Fässern der Tully Cross - Brände, welche Head Distiller Norbert schon seit gut drei Jahrzehnten aus dem Hut zaubert, nachreifen. Einige Fässer wurden sogar aus lokal geschlagenen Eichbäumen geküfert (oder wie immer man das Herstellen von Fässern auch nennen mag). Drei der vier Biere tragen denn auch ein komplett anderes Etikett als das "Mainstream-Portfolio"; eines ist in einem handwerklich wirkenden Papier eingewickelt.


Brauhaus am Kreuzberg Brauhaus Reserve (14,0% Vol.)

Art und Herkunft: Doppelbock, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: Fünf Jahre lang im Holzfass gereift.

Aussehen und Aroma: Rotbraun. Keine Krone. In der Nase wuchtige und fruchtige Aromen: Pflaume, Portwein, Melasse, Lakritze.

Geschmack: Überhaupt gar keine Kohlensäure, sehr alkoholisch. Brutal starker Holzcharakter, alte abgelagerte Rosinen, Rumtopf.

Abgang: Mittellang und süßlich. Vaters Aftershave.

Fazit/Tipp: Als Experiment recht interessant, aber uns etwas zu extrem.


Tully Cross RIP (Russian Imperial Porter) (10,0% Vol.)

Art und Herkunft: Imperial Porter/Stout, siehe oben.

Sonntag, 30. Mai 2021

Sind so kleine Biere, Folge 125a: Brauhaus am Kreuzberg (1. Teil)

Ich weiß gar nicht mehr, wie wir auf das Brauhaus am Kreuzberg gekommen sind; wenn ich mich recht erinnere, dachte Tom, es handele sich um eine Berliner Brauerei ... Aber Pustekuchen: aus Oberfranken kommt das Bier - und die Brauerei hat immerhin einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Sie ist übrigens nicht zu verwechseln mit der Brauerei des Franziskanerklosters Kreuzberg in der Rhön. Beide "Kreuzberge" haben jedoch in der Vergangenheit kooperiert, um gemeinsam einen Pilgertrunk herzustellen.

Die Brauerei am Kreuzberg aus Hallerndorf jedenfalls - um die es heute gehen soll - wurde bereits im 15. Jahrhundert gegründet und befindet sich immer noch (!) - natürlich über viele Verheiratungen und Erbschaften hinweg - im Besitz der Gründerfamilie Friedel-Winkelmann. Nach den Fotos auf der Webseite zu urteilen sind auch bereits die nächsten Nachfolgegenerationen gesichert. Neben der Brauerei und der angeschlossenen Restauration gibt es noch eine Brennerei, die neben einer ganzen Reihe von Obstbränden auch einen großen Schwung anderer Spirituosen unter der Marke Tully Cross herstellt, unter anderem Weinbrand, Gin, Rum, Grain Whisky und Single Malt.

Bei den Bieren haben wir uns einfach das saisonal verfügbare kommen lassen, also alles, was es gab - außer dem Hefeweizen, dem oben erwähnten Pilgertrunk sowie einem Schwarzbier namens Schlotfegerla. Die fassgereiften Biere, die ebenfalls unter dem Namen Tully Cross verkauft werden, besprechen wir nächste Woche; dieses Mal sind die eher "mainstreamigen" Produkte dran.


Brauhaus am Kreuzberg Edelhopf (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Deutschland (Bayern)

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Goldgelb und leicht trüb, fast keine Krone. In der Nase fast nichts zu spüren.

Geschmack: Reife Mandarinen und leichte Bitterkeit.

Abgang: Kurz, mit etwas Hefe.

Fazit/Tipp: Beworben als "etwas anderes Pils". Unserer Meinung nach ordentlich, aber in keiner Weise auffällig. Ein eher "typisches" feinherbes Pils.


Brauhaus am Kreuzberg Zwickelbier (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Zwickel-/Kellerbier, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Dunkler Bernstein, keine nennenswerte Krone. Aromen von feuchter Asche, Aschenbecher, etwas vollreifer Frucht.

Geschmack: Kräftiger Antritt mit deutlicher Bitterkeit und etwas "holzig".

Abgang: Mittellang und trocken. Feuchtes Laub.

Fazit/Tipp: Paradoxerweise "hopfiger" als das Pils.


Brauhaus am Kreuzberg Leichtes Roggenbier (2,4% Vol.)

Art und Herkunft: Leichtbier, Roggenbier, siehe oben.

Samstag, 22. Mai 2021

Zwischendurch: Kurze Pause

 Liebe Lesende!

Die gesamte Redaktion macht am Pfingstwochenende - wo die Temperaturen und die Inzidenzen fallen - eine kurze Verschnaufpause im Garten, im Wald oder am Wasser.

Deswegen gibt es heute nichts zu lesen, nächste Woche - am 30. Mai - aber ganz bestimmt. Versprochen!

Schöne Pfingsten wünschen Plattfuss, Tom und Jan!



Sonntag, 16. Mai 2021

Sind so kleine Biere, Folge 124b: Wacken Brauerei (2. Teil)

Es stellte sich heraus, dass Plattfuss nur ein einziges Foto seines Probierpakets der Wacken Brauerei besitzt, deswegen muss ich leider das von letzter Woche noch einmal verwenden. Was soll man machen? Sind harte Zeiten.

Außerdem fehlen in der Verkostung auch noch zwei Biere, die wir nicht mehr "geschafft" haben - einmal wegen Krankheit, einmal wegen Impfung: das Walkürenschluck DIPA sowie das Surtr Smoked Porter kann ich vielleicht bei Gelegenheit mal nachreichen ... oder auch nicht.😇

Heimdalls Willkomm (6,5% Vol.)

Art und Herkunft: Biermischgetränk, Deutschland (Schleswig-Holstein),

Besonderheiten: Bier und Met.

Aussehen und Aroma: Bernstein, kleine und feste Krone. Kräftige Honignoten in der Nase, die alles andere gnadenlos niederbügeln. Ein Hauch von Balsamicoessig?

Geschmack: Säuerlich-süßlicher Antritt, mit einer Ahnung von Heidekraut. Rundes Mundgefühl, aber wenig Kohlensäure. Honig und Estragon.

Abgang: Kurz bis mittellang.

Fazit/Tipp: Nun ja - als "experimentelles" Gebräu okay. Für den ganzen Abend aber viel zu anstrengend.


Freya Frühjahrsbock (6,3% Vol.)

Art und Herkunft: (Mai-) Bock, siehe oben.

Sonntag, 9. Mai 2021

Sind so kleine Biere, Folge 124a: Wacken Brauerei (1. Teil)

Die Wacken Brauerei (ja, schreibt sich wirklich mit Leerstelle 🙊) wurde 2016 gegründet. Und sie ist eine GmbH. So viel lernt man auf jeden Fall auf der Webseite. Gottseidank haben wir noch einen älteren Artikel (aus dem Gründungsjahr) in der Norddeutschen Rundschau gefunden, denn über ihre eigene Historie erfährt man von der Brauerei nicht viel. Was es noch gibt, ist ein mittelkurzes Mission & Vision Statement, das ich hier in (fast) voller Länge zitiere, da mir auch nichts weiter einfällt:

Unsere Brauerei ist in Holstein, einem Landstrich abseits des Weltgeschehens. Einem Ländchen, oft grau und zuweilen flach, wie der fade Einheitsgeschmack von Industriebier, welches wir viel zu lange ertrugen. Wir glichen durstigen Beduinen, die durch eine brauereiarme und eintönige Bierwüste ziehen. Nun brauen wir selbst, und zwar in Wacken.

(...)

Wir setzen auf Kreativität, wollen neue Wege einschlagen aber auch alte, längst vergessene Pfade der Bierherstellung wiederbeleben.

Wir verwenden natürliche Zutaten, sparen nicht an erlesensten Hopfen und belassen das Bier, als das, was es ist: ein Naturprodukt, unfiltriert, nicht pasteurisiert, geschmackvoll und reich an Aromen.

Wir machen Biere mit Geschmack, moderne Biere mit Geschichte und Geschichten, runde Biere mit Ecken und Kanten…

Plattfuss war so freundlich, uns ein "ganz großes" Probierpaket der Brauerei zu bestellen; es gab "Doppelte" zuhauf, sodass wird die Beute gut unter uns dreien aufteilen konnten, ohne uns gleichzeitig alle treffen zu müssen. Die Biere haben übrigens alle "nordische" Namen und Aufmachung, hauptsächlich Gottheiten und Halbgottheiten aus der germanisch-skandinavischen Mythologie - also nicht wundern.


Sleipnir Schnelles Helles (4,8% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, Deutschland (Schleswig-Holstein).

Besonderheiten: Mit Summit, Saphir und Celeia gebraut.

Aussehen und Aroma: Goldgelb mit kleiner Krone. Süßlich-frisch bzw. sogar "zitrusfrisch".

Geschmack: Frisch und gleichzeitig vollmundig. Etwas kräftiger als ein 08/15 Münchner Helles. Leichte Frucht, vielleicht etwas Pfirsich. Unseres Erachtens etwas mehr als nur "dezent" hopfig.

Abgang: Mittellang, herber.

Fazit/Tipp: Etwas untypisch für den Bierstil, aber sehr trinkbar.


Mjölnir Nordic Lager (5,3% Vol.)

Art und Herkunft: Pilsener, siehe oben.

Besonderheiten: Gehopft mit Summit und Cascade.

Aussehen und Aroma: Goldgelb mit großer Krone, würzig. Der Cascade kommt recht deutlich durch.

Sonntag, 2. Mai 2021

Sind so kleine Biere, Folge 123: WOIF Biersieder

Woif, also "Wolf" ist Wolfgang Hartl, Bierliebhaber und Inhaber dieser Craftbierbrauerei in Seekirchen am Wallersee. Auf der Webseite seiner Firma erfahren wir, dass er zunächst mit dem Obstpressen und -saften begann, mit Cidre, Honigwein und Obstbrand weitermachte, bis er schließlich beim Bier landete, wo er auch blieb.

Das Sortiment ist relativ überschaubar, da nur aus regional (und tw. saisonal) verfügbaren Rohstoffen gebraut wird. Das von uns georderte Probierpaket umfasste vier der fünf gegenwärtigen Sorten - einzig das Hoiablia (ein Bier mit Holunderblüten) war nicht enthalten.


Weana Bazi (5,0% Vol.)

Art und Herkunft: Wiener Lager, Österreich (Salzburg).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Rotgold, kleine und feste Krone, leicht trüb. Malzige Noten und auch Frucht. Beeren?

Geschmack: Nicht ganz frischer Antritt, mittlere Kohlensäure. Auf der Zunge Hopfenbittere, aber auch säuerlich-fruchtige Noten. Apfelschale.

Abgang: Kurz, süßlich-säuerlich.

Fazit/Tipp: Ungewöhnlich, wenn man diesen alten Bierstil noch nicht gut kennt. Kann man auch eins oder zwei mehr von trinken.


Stiawoscha (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Märzen, s. oben.

Besonderheiten: Aus 100% biologisch angebauten Zutaten.

Aussehen und Aroma: Hellgold, kleine Krone. Trüb. Fruchtige Nase, wenig Malz. Vielleicht Ananas oder Ananassaft aus dem Fruchtcocktail, aber dezent.

Geschmack: Ebenfalls eher milde Kohlensäure, fruchtiger Antritt. "Kumquat" meinte die Mehrheit. Doch recht hopfig, wie dieses typische Aroma in der Luft, wenn man in der Nähe einer Brauerei wohnt. Frischer Brotteig.

Abgang: Kurz bis mittel, Hefe. Ansonsten unauffällig.

Fazit/Tipp: Nicht unser Favorit bis jetzt. Weniger süffig als das Lager.


Oids Troad (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Pale Ale, s. oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Sattgolden und trübe, fast keine Krone. Der Geruch ist dezent Pale-Ale-typisch. Tropische Früchte. Papaya? Ananas?

Sonntag, 25. April 2021

Sind so kleine Biere, Folge 122b: Rhaner (2.Teil)

So, ich schließe heute mit dem zweiten Teil unserer Verkostung der Mischbox von Rhaner an den Bericht von Tom in der letzten Woche an und gleichzeitig ab. Im Programm sind (viele, aber nicht einzig und alleine) Weizenbiere der Brauerei, sowie ein oder zwei Spezialitäten und die Craftbiere der Rhaner Biermanufaktur.

Rhaner Leichtes Weizenbier (3,2% Vol.)

Art und Herkunft: Alkoholreduziertes Weizenbier, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgolden und trübe, mit einer kleinen und stabilen Krone. Geruchlich eher hefig und teigig. Frische Weizenbrötchen. Ein säuerlicher Touch.

Geschmack: Sehr wässrig, säuerliches Prickeln auf der Zunge. Ansonsten wenig. Feine Hefe.

Abgang: Sehr kurz.

Fazit/Tipp: Wie viele alkoholreduzierte Weizenbiere schmeckt dieses wie ein Weizenbier, in das man (zu viel) Wasser gekippt hat. Ein extrem dünnes Stöffchen. Einige wirklich alkoholfreie Weizenbiere haben mehr Ausdruckskraft.


Rhaner Traditions-Weißbier (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Weizenbier, s.o.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Goldgelb, trübe, sehr feste Krone. Sehr wenig in der Nase, dezentes Getreide.

Geschmack: Keine "Banane", eher säuerlich und brotig.

Abgang: Kurz bis mittel und etwas trocken.

Fazit/Tipp: Der große Bruder des Leichten Weizen. Etwas weniger schlapp.


Rhaner Panduren-Weisse (5,3% Vol.)

Art und Herkunft: Weizenbier, s.o.

Besonderheiten: Gebraut als Reverenz an Freiherr von der Trenck, den Anführer der berüchtigten Panduren, die auch durch Rhan kamen.

Aussehen und Aroma: Goldgelb, trüb, mittelgroße luftige Krone. In der Nase auch sehr zurückhaltend. Leichte Hefe.

Geschmack: Durchaus vielschichtig mit Getreide und Dörrobst. Fruchtig-feine Säure.

Abgang: Mittel, etwas malziger als bei den Vorgängern.

Fazit/Tipp: Etwas "runder" und gefälliger als die Traditions-Weisse.


Rhaner Schwarzer Pandur (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Dunkles Weizenbier, s.o.

Besonderheiten: s.o.

Aussehen und Aroma: Kastanienbraun und klar. Feste kleine Krone. Ganz leicht bananig, sonst wenig. 

Geschmack: Etwas Frucht, etwas Malz, etwas gebranntes Karamell.

Abgang: Mittellang, ein Hauch von Kaffee.

Fazit/Tipp: Guter Middle of the Road. Für ein Weizen fast erstaunlich vollmundig.


Rhaner Festbier "Dahoam" (5,6% Vol.)

Art und Herkunft: Festbier/Märzen, s.o.

Besonderheiten: In "normalen" Zeiten vom Fass. Wegen der Pandemie und dem Ausfall der "Festbiersaison" in Flaschen abgefüllt.