Sonntag, 11. April 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXXI: Ettl-Bräu

Ich muss es unumwunden zugeben: selten ist es uns so dermaßen schwer gefallen, ein paar Informationen über die zu besprechende Brauerei zusammenzutragen. Zwar hat die Firma gleich zwei Domains gepachtet, einmal unter dem Firmennamen (Ettl-Bräu), und einmal unter dem Markennamen des Biers (Teisnacher), aber wer daraufklickt, wird von zweimal dem gleichen Inhalt "überrascht" - und der ist recht überschaubar: ein Impressum (klar!), ein Veranstaltungskalender (zur Zeit nichts los) und schließlich ein Link zum Shopsystem (bei beertasting.com). Und dort findet man schließlich ein paar Infos zur Brauerei, die sich auf deren Webseite vielleicht auch nicht schlecht gemacht hätten: Gegründet als Gasthof mit Brauwirtschaft (was es heute noch ist) 1543, Verwendung regionaler Rohstoffe, "klassische offene Gärung" (also im Bottich, nicht im Tank). Okay, das war es dann auch schon. Auf der Seite der Gemeinde Prackenbach wird noch erwähnt, dass die Ettl-Bräu 2017 den Besitzer gewechselt hat. Nun ja.

Konzentrieren wir uns also auf das Bier: Tom hatte für uns einen Mixkarton mit sieben Biersorten bestellt, die jeweils doppelt vorhanden waren, sodass jedes Redaktionsmitglied etwas zur Verkostung beisteuern konnte - auch in Lockdownzeiten 😷. Das waren dann auch so ziemlich alle Biere, welche die Brauerei herstellt; ein Bock und ein Festbier fehlten (saisonal bedingt, vermuten wir) leider zum vollen Portfolio. Dafür waren ein schöner Bierkrug (der nun bei mir im Partykeller steht) sowie ein Weißbierglas (das jetzt bei Tom im Glasschrank steht) inkludiert.

Teisnacher Pils (4,5% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Goldgelb, mit kleiner und fester Krone. Feinherb im Geruch.

Geschmack: Spritzig, eher süßlich als herb, frisches Brot.

Abgang: Kurz, unauffällig.

Fazit/Tipp: Ein deutsches Pils, wie es wohl sein soll: gut trinkbar und ohne allzu deutlich hervorstechende Merkmale.


Teisnacher Hell (4,8% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Ähnlich wie das Pils im Aussehen. Wie ein Helles in der Nase zu sein hat: sehr dezent. Eine ganz feine Zitrusnote.

Geschmack: Weit weniger lebhaft als das Pils. Leicht herb und blumig, mit einem etwas ungewöhnlich Unterton von Plastik.

Abgang: Mittellang und eher herb. Süßlicher Nachhall.

Fazit/Tipp: Ein Helles, das pilsiger schmeckt als das Pils ... seltsam. Eine etwas künstlich wirkende Note am Gaumen stört uns ein wenig.


Teisnacher Zwickl (4,9% Vol.) 

Art und Herkunft: Zwickel/Kellerbier, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgolden und etwas trüb (was ja auch Sinn und Zweck eines Zwickels ist). Leicht malzige Nase, sonst wenig zu erriechen.

Geschmack: Deutlich süß-malziger Antritt mit mehr als nur einer Ahnung von Honig.

Abgang: Mittellang und weiterhin süßlich, feiner Hopfen.

Fazit/Tipp: Nach dem Hellen nun wieder ein echter Lichtblick: schön malzig und sehr süffig.


Teisnacher Weiße (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Helles Hefeweizen, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgold und trüb, mit großer und sehr kräftiger Krone. Erdige und fruchtige Töne dominieren das Aroma: Banane, Kartoffel, leichte Säure,

Sonntag, 4. April 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXX: Brasserie 28

Bei der Recherche für heute habe ich mich erst einmal kräftig vertan und bei der falschen Brauerei geschaut ... peinlich peinlich. Aber von vorne: als die Flaschen der Brasserie 28 zum ersten Mal vor uns standen, und ich in Erfahrung gebracht hatte, dass sie zu einer Firma namens Caulier Sugar Free gehören, dachte ich, diese Firma sei identisch mit der Brauerei Caulier aus Péruwelz im Hennegau, von der wir vor vielen, vielen Jahren auf den ersten Bierfesten in Brüssel schon einige (hauptsächlich aus der Reihe Bon Secours) probiert hatten. Aber Pustekuchen: es handelt sich um eine komplett andere Firma, die auch kein Bier unter dem Namen Caulier herstellt, Caulier Sugar Free (CSF) jedoch schon.

Brasserie 28 gibt es - als Bier - auch erst (wieder) seit 2008. Damals entschloss sich der Geschäftsmann Eric Coppieters (Le Pain Quotidien!), eine alte Marke quasi wieder auferstehen zu lassen und finanzierte das ganze über ein Crowdlending. Im Grund genommen ist CSF aber nur eine Marketingfirma, die bis 2017 gar keine eigenen Brauanlagen besaß und das Bier unter ihrer Marke von der Proefbrouwerij herstellen ließ. Aber - diesem sehr interessanten Artikel zufolge - passierte dann etwas sehr Spannendes: Brasserie 28 und die italienische Toccalmatto (Fidenza) gingen ein Joint Venture ein: an und für sich sollten alle Biere dann zunächst in Italien gebraut und gemeinsam vermarktet werden, bis in der Nähe von Brüssel eine zweite Braustätte gebaut worden wäre. Nach einem Facebookpost von 2020 ist daraus wohl (vorerst) nichts geworden; gebraut werden die "belgischen" Biere anscheinend immer noch in Lochristi. Brasserie 28 betreibt eine größere Anzahl von Brewpubs bzw. Gastropubs in Belgien und Italien.

Die große Spezialität der Marke sind Low-Carb-Biere und auch glutenfreie Biere. Sie nimmt für sich in Anspruch, ein Pionier auf dem Gebiet des Low-Carb-Craftbrewing gewesen zu sein und wirbt damit, dass ihre Biere gut 30% weniger Kalorien als vergleichbare Sorten bzw. Produkte haben.


28 Pils (5,3% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Belgien (Hennegau/Ostflandern).

Besonderheiten: Low Carb.

Aussehen und Aroma: Hellgelb und sehr viel trüber als ein "Standardpils". Sehr kleine, flüchtige Krone, unbestimmt fruchtig und getreidig.

Geschmack: Seltsamer Antritt mit hopfig-herben, aber auch fruchtigen Noten (Litschi??). Säuerlicher Unterton.

Abgang: Mittellang und recht trocken.

Fazit/Tipp: Für ein Pils eigentlich "zu fruchtig". Auf jeden Fall ungewöhnlich.


Caulier Gluten Free Blonde (6,8% Vol.)

Art und Herkunft: Blond, siehe oben.

Freitag, 2. April 2021

Danke!

Heute vor genau zehn Jahren, am 2. April 2011, begann unser Projekt Blog Blong Dring. Am Anfang hatte ich nur im Hintergrund und in unterstützender Funktion damit zu tun; die Hauptlast der Arbeit wurde von Plattfuss und Tom gemacht. Letzterer war es dann auch, der den ersten "richtigen" Beitrag - eine Verkostung des Loch Lomond NAS (Blue Label) - erstellte.

Viel hat sich seit damals getan, aber wir freuen uns immer noch, euch jede Woche einen kleine Reise in die Welt der Alkoholika anbieten zu können 😊.

Mittlerweile wurde unser Blog über 200.000 Mal angeklickt. Wir danken allen unserer Leser*innen - egal ob einmalig oder regelmäßig - für euer Interesse und eure Treue.

Ad multos annos!

Jan für das Team von Blog Blong Dring



Sonntag, 28. März 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXIXb: Pinzgau Bräu (2. Teil)

Wie versprochen machen wir heute weiter mit der Verkostung der eher dunkleren Biere aus der Mischkiste von Pinzgau Bräu. In der letzten Woche hatte ich schon angemerkt, dass das Stout auf der Webseite nicht (mehr?) bei den aktiven Bieren gelistet ist; stattdessen findet sich dort aktuell ein Bockbier, das bestimmt ebenfalls mal sehr interessant wäre.


Pinzga' Weizen Dunkel (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Weizenbier, Österreich (Salzburg).

Besonderheiten: Mit "hauseigener Hefezucht" gebraut.

Aussehen und Aroma: Sehr dunkles Braun, kleine feste Krone. Sehr dezentes Aroma, Backkakao.

Geschmack: Säuerlicher Antritt, eher an dunkle Beeren als an dunkle Schokolade erinnernd. Weniger deutliche Röstaromen, leicht bananig.

Abgang: Mittellang und weiterhin säuerlich.

Fazit/Tipp: Anders als angekündigt und erwartet: eher fruchtig als malzig.


Pinzga' Phönix aus der Asche (5,4% Vol.)

Art und Herkunft: Rauchbier, siehe oben.

Sonntag, 21. März 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXIXa: Pinzgau Bräu (1. Teil)

Immer noch steigen die Inzidenzen in Deutschland und der Region; immer noch hält es das Team von Blog Blong Dring für besser, wenn wir uns nicht alle gleichzeitig zur Verkostung treffen. Darum haben wir auch dieses Mal wieder die Biere - heuer von Pinzgau Bräu (aus Bruck an der Großglocknerstraße - unter uns aufgeteilt und präsentieren sie euch über zwei Wochen verteilt und auch aus leicht unterschiedlichen Perspektiven.

Die Brauerei ist das Projekt von Hans Peter Hochstaffl und wurde von ihm im Jahr 2015 gegründet. Wie er zum Bierbrauen kam, schildert er in einem Interview mit Verena Arnold aus dem Jahr 2019:

... Nachdem ich als Hobbybierbrauer einfach mehr wissen wollte und damals die Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung nicht so einfach war, habe ich dann im Jahr 2002 eine Lehre als Bierbrauer begonnen.

Der Traum eines jeden Bierbrauers ist es doch, sein eigenes Bier zu brauen. Darum begann ich 2015 mit Unterstützung von Familie und Freunden den Ausbau einer angemieteten Gewerbehalle ...

Das aktive Portfolio von Pinzgau umfasst zurzeit - laut Webseite - sieben Biere. In unserem Probierpaket gab es allerdings noch ein zusätzliches Leichtbier sowie ein Stout anstelle des aktuellen Bockbiers. Das ebenfalls beigefügte Non Promillo (alkoholfrei) haben wir nicht verkostet.

Pinzga' Light (3,0% Vol.)

Art und Herkunft: Leichtbier, Österreich (Salzburg).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Hellgelb und trüb, mit merkbarer Sedimentierung. Nur sehr kleine Krone, unauffälliges Aroma, teigig.

Geschmack: Wässriges Mundgefühl und herber Antritt. Keine sonstigen besonderen Merkmale.

Abgang: Kurz bis mittellang und eher trocken.

Fazit/Tipp: Fast kein geschmacklicher oder sensorischer Unterschied zu einem guten Mineralwasser.😉


Pinzga' Zwickl (5,1% Vol.)

Art und Herkunft: Zwickel/Kellerbier, siehe oben.

Sonntag, 14. März 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXVIII: Abbaye de La Cambre Blonde (5,6% Vol.)

Diese Flasche hat etwa zwei Jahre lang in meinem Bierkeller gelegen; ich hatte sie bei einem meiner letzten Besuche zu Hause in Brüssel (es wird wohl Sommer 2019 gewesen sein) in irgendeinem Laden erstanden. Man sieht die Marke Abbaye de La Cambre nicht allzuoft irgendwo in einem Regal (vor allem nicht außerhalb der Hauptstadt), darum war ich ganz froh, mal etwas mitnehmen zu können. Als mein knuffelcontact Plattfuss am Samstag zu Besuch kam, dachte ich, dass es mal eine gute Gelegenheit wäre, dieses Bier zu verkosten.

Die erste Enttäuschung vorweg: es handelt sich hier NICHT um ein "Abteibier" im eigentlichen Sinne. Die Union der Belgischen Brauer vergibt ein Gütesiegel unter dem Namen Anerkanntes Belgisches Abteibier; wer dieses führen möchte, muss einige (im verlinkten Artikel genannte) Kriterien erfüllen. La Cambre tut dies nicht; der Brauer Vincent Poswick hat 2013, als er die Marke gründete, die Namensrechte für einen Zeitraum von zehn Jahren erworben. Gebraut wird sein Bier allerdings bei der limburgischen Firma Anders!, einer relativ großen und bekannten Auftragsbrauerei. Tatsächlich gibt es im Herzen von Brüssel eine alte Abtei mit Namen La Cambre/Ter Kameren - diese liegt sehr malerisch in einem kleinen Tal an den Ausläufern der Avenue Louise/Louizalaan und ist definitiv einen kleinen Ausflug wert - welche 1798 säkularisiert wurde. Heute dient sie unter anderem als Sitz einer Kunsthochschule und des Nationalen Geografischen Instituts und beherbergte von 2013 bis 2020 tatsächlich wieder eine sehr kleine Gemeinschaft von Mönchen (Norbertiner bzw. Prämonstratenser). Aber wie schon gesagt: mit der Abtei oder gar mit Mönchen hat das Bier La Cambre - außer dem Namen nach - nichts zu tun.

Vincent Poswick hat in Louvain-la-Neuve Brauwesen studiert und von 2005 bis 2009 in den französischen Ardennen eine kleine Brauerei namens Ardwen aufgebaut und geleitet. Im Jahr 2013 gründete er dann das La-Cambre-Bier. Außerdem ist er Gemeinderatsmitglied von Sint-Genesius-Rode/Rhode-Saint-Gènese (eine politisch interessante Kommune übrigens: sie liegt in Flämisch-Brabant, ist heute aber mehrheitlich durch Zuzug aus der Wallonie französischsprachig geworden, was den Flamen natürlich ein Dorn im Auge ist).

Neben dem heute in Rede stehenden Blonde gibt es von Poswick noch das Triple, das Ambrée, das Hopsession (ein sehr leichtes IPA) sowie ein Winterbier.

Sonntag, 7. März 2021

Eifel Whisky 746.9 Single Peated Malt 9 J. (46,0% Vol.)

Ich weiß nicht, ob ich es schon einmal gesagt habe, aber bei deutschen Whiskys bin ich immer ein bisschen skeptisch. Nicht aus Snobismus, wenn ihr versteht. Es ist nur so, dass viele (nicht alle!) deutschen Whiskybrennereien eigentlich von "gelernten" Obstbrennern betrieben werden, die einen Whisky so herstellen wollen, wie sie auch einen Obstbrand herstellen würden ... und das ist FALSCH. Ich zitiere bei dieser Gelegenheit einmal ausführlich Stefan Gabányi (Schürmann's Whisk(e)y Lexikon, 1. Auflage 2015):

Am weitesten lehnen sich dabei jene [Brenner] aus dem Fenster, die offenbar der Meinung sind, Whisky sei eigentlich ein Obstbrand. Für sie hat die Reintönigkeit der Frucht, also die Sauberkeit des Brands, oberste Priorität und die Fasslagerung dient nur noch dazu, der Rechtslage Genüge zu tun [...] Diese Haltung ist der Grund dafür, dass so viele deutsche Whiskys kaum mehr zu bieten haben als feine Getreidearomen [...]

Eifel Whisky (Shop hier und seltsam altbacken aussehende Homepage hier) habe ich neulich in einem kleinen Spirituosenladen in Oldenburg zum ersten Mal gesehen und wollte doch einmal probieren ... die "halbe" Flasche hat mich etwa 30,- EUR gekostet. Ich habe mir mal die auf der HP verfügbare "Imagebroschüre" als PDF (!) heruntergeladen und auf jeden Fall hört sich das alles nicht so an, als wären hier Leute am Werk, die sich keine Gedanken um Whisky gemacht hätten. Sitz der Firma ist Koblenz, aber gebrannt wird wohl in Ochtendung in der Eifel, daher sicherlich auch der Name. Hauptbeteiligte sind nach Angaben der Brennerei Stephan Mohr (Inhaber und Master Blender), Hendrik Viefhus (Master Distiller) sowie Rüdiger Sasse (von Sasse Feinbrennerei), wobei die Art und der Umfang seiner Beteiligung als "Partner" im Werbematerial nicht detailliert beschrieben wird.

Gebrannt wird vorwiegend mit regionalen Malzen, nicht nur aus Gerste, sondern auch zu einem guten Teil aus Roggen. Die Brennerei setzt auf die Zweifachdestillation mit Coffey Stills und Pot Stills. Der heute verkostete getorfte Single Malt aus der 746.9 - Reihe wurde komplett aus belgischem Gerstenmalz gebrannt und reifte in Bourbon- und Moscatel-Fässern.

Art und Herkunft: Single Malt, Deutschland (Rheinland-Pfalz).

Sonntag, 28. Februar 2021

Quengelware, Folge XII: Mount Gay Black Barrel NAS (43,0% Vol.)

Mount Gay auf Barbados gilt als die älteste Rumbrennerei der Welt, weil sie - wenn auch unter anderem Namen - bereits seit 1703 nachweisbar ist. Mitte des 18. Jahrhunderts erbte sie ein Mann namens John Sober, was von der Firma selbst als "Ironie" bezeichnet wird, weil der Mann auf Deutsch Johann Nüchtern geheißen hätte. Anyhow - Mr. Sober hatte kein großes Interesse am Rumgeschäft bzw. eventuell auch kein Händchen dafür, so dass er einen Freund, Sir John Gay Alleyne, darum bat, die Destillerie zu managen. Dies tat er dann auch so erfolgreich, dass sie nach seinem Tod im Jahr 1801 in Mount Gay umbenannt wurde (vorher hieß sie Mount Gilboa). Die Firma blieb bis ins 20. Jahrhundert in Privatbesitz, gehört aber seit 1989 mehrheitlich zum Konzern Rémy Cointreau.

Die Destillerie brennt teilweise in Pot Stills, teilweise in Column- bzw. Coffey Stills, und zwar aus Zuckerrohrmelasse. Zurzeit sind sieben Sorten im aktiven Portfolio. Der Black Label reift in Ex-American-Whiskey-Fässern und erfährt ein Finishing in stark ausgekohlten Ex-Bourbon-Fässern. Eine Standardflasche dieses Rums kostet online so zwischen 25,- und 30,- EUR. Die Miniatur hat im Quengelregal 5,99 gekostet.


Art und Herkunft: Rum, Barbados.

Besonderheiten: Siehe Text.

Sonntag, 21. Februar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXVII: La Rulles Blonde (7,0% Vol.)

Die Brasserie de Rulles ist nach dem Ort in der Wallonie - nahe Virton - benannt, in dem sie liegt. Der historische Landstrich ist die Gaume (oder auch manchmal Belgisch-Lothringen genannt), eine Gegend in der belgischen Provinz Luxemburg (nicht zu verwechseln mit dem unabhängigen Staat Luxemburg, an den sie grenzt), in der ich als Kind viele schöne Zeltlagerferien verbracht habe. Hier gibt es besonders leckere Fleischgerichte, Käse und - natürlich auch Bier. 

Die Brauerei wurde schon vor über 20 Jahren von Grégory Verhelst gegründet, der von Haus aus Agraringenieur mit Spezialisierung im Brau- und Mälzwesen ist. Heute produziert die Brauerei nach eigenen Angaben etwa 4.000 Hektoliter pro Jahr, die sich auf insgesamt zehn Sorten verteilen. Das heute vorgestellte Blonde war das allererste Bier, welches hergestellt wurde. Ich habe es vor einiger Zeit von einer Reise mitgebracht und war sehr glücklich, es gefunden zu haben; auch in Belgien selbst sind die Produkte von La Rulles keine Ware, die in jedem Supermarkt landauf-landab zu finden wäre.


Art und Herkunft: Blond, Belgien (Belgisch-Luxemburg).

Sonntag, 14. Februar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXVIb: Stöttner (2. Teil)

So, heute also der zweite Teil des großen Probierpakets von Stöttner, das wir uns zwecks "Fernverkostung" (vulgo Videochat) haben liefern lassen. Letzte Woche waren ja die "helleren" oder auch "weißeren" 😏 Biere dran, dieses Mal sind wir etwas "dunkler" unterwegs. Nicht besonders freuen tue ich mich persönlich auf das Radler, aber hauptsächlich deshalb, weil ich Radler noch nie so gerne getrunken habe. Wozu braucht man sowas auch? Aber nun gut - die Mühen der Ebene, nicht wahr?


Stöttner Pfaffengold (6,1% Vol.)

Art und Herkunft: Festbier, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: "Ein vollmundiger, feinwürziger Geschmack macht es zu einem echten Hochgenuss".

Aussehen und Aroma: Sattgolden in der Farbe, mit einer sehr kleinen und flüchtigen Schaumkrone. Süßlich-malzig und ansonsten schwer bestimmbar in der Nase.

Geschmack: Sehr süßer und malziger Antritt mit eindeutigen honigartigen Noten und etwas Aprikose.

Abgang: Mittel, immer noch süßlich.

Fazit/Tipp: Süffig und eher süß - das muss man natürlich mögen, aber uns hat es sehr gut gefallen.


Stöttner Schwarze Radler (2,5% Vol.)

Art und Herkunft: Biermischgetränk, siehe oben.

Besonderheiten: Aus 50% Zitronenlimonade (mit Zucker und Süßstoff) sowie 50% "Schwarzer Pfaff" (siehe unten).

Sonntag, 7. Februar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXVIa: Stöttner (1. Teil)

Die Verkostung des großen Probierpakets von Stöttner aus Pfaffenberg in Niederbayern teilen wir wegen des Lockdowns auf, da wir uns zurzeit nicht mit "all hands on deck" zur Verkostung treffen können. Nächste Woche folgt dann der 2. Teil.

Die Brauerei wurde 1832 von den Gebrüdern Weinzierl neu gegründet, wechselte in den folgenden 60 Jahren jedoch mehrfach den/die Besitzer und ist "erst" seit 1892 in den Händen der Familie Stöttner. Der jetzige Firmenchef Andreas Stöttner ist außerdem "1. Bierbotschafter Bayerns", was sicherlich auch ein sehr schöner Posten ist.

Hergestellt wird eine ganze Batterie Weißbiere und untergärige Biere (sowie einige Limonaden und Säfte), von denen wir uns ein schönes Mixpaket haben kommen lassen. Ein Prospekt der Firma lag freundlicherweise bei; wir zitieren stellenweise Auszüge daraus.


Stöttner Pils (4,8% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: Eventuell mittlerweile umetikettiert in Pfaffenberger Ur-Pils.

Aussehen und Aroma: Hellgolden und licht, mit kleiner Krone. Deutlicher Hopfen und frischer Brotteig in der Nase.

Geschmack: Auch auf der Zunge dominieren hier ganz klar Getreidenoten und eine dezente Hopfenbittere.

Abgang: Mittellang, leicht säuerlich und prickelnd.

Fazit/Tipp: Beim ersten Schluck etwas ungewohnt ausbalanciert, danach aber sehr angenehm und nicht ganz so langweilig wie viele 08/15-Pilsener.


Stöttner Export "Hell" (5,5% Vol.)

Art und Herkunft: Export, siehe oben.

Besonderheiten: "Eine vollmundige, würzige Exportbier-Spezialität mit kräftiger, goldgelber Farbe".

Sonntag, 31. Januar 2021

Ron Centenario Gran Legado 12 J. (40,0% Vol.)

Rum aus Costa Rica also, der "Schweiz Mittelamerikas". Ein Land auf dem Freiheitsindex ganz oben, neutral, lange keinen Bürgerkrieg mehr gehabt, und - ja - einer der ganz wenigen Staaten ohne Armee (allerdings mit einer bis an die Zähne bewaffneten "Nationalen Polizei"). Wie ist es also mit dem Rum? Hergestellt wird er von der Centenario Internacional S.A. aus der Hauptstadt San José; die internationale Webseite des Unternehmens ist übrigens um einiges interessanter, was die Hintergründe betrifft, als die deutsche Seite. Die Firma wurde Ende der 60er (spanische Webseite) oder 70er (englische Webseite) als Ableger von Seagram gegründet, zuerst eher auf den Import von Spirituosen als auf die Produktion ausgerichtet, obwohl bereits damals schon ein einfacher weißer Rum mit Namen Ronrico hegestellt wurde. Seit den 80ern dann der Einstieg in die braunen, hochwertigeren Rums, zuerst unter der Marke Espiritu Pura Sangre (wenn ich das richtig verstanden habe, wurde der Name nach dem eines damals sehr erfolgreichen Rennpferdes gewählt). Im Jahre 2002 erfolgte dann die Umetikettierung in Centenario.

Im Portfolio von Centenario finde ich zurzeit 16 Produkte, angefangen beim schnöden weißen Rum, über die - auch in Deutschland beliebten - Rumspirituose Malibu bis hin zum 30jährigen aus dem Solera-System. Der zwölfjährige Gran Legado reifte in Scotch- und Brandyfässern aus Eichenholz, wird ausschließlich aus Zuckerrohr hergestellt und hat in Costa Rica satte fünf Umdrehungen weniger. In Deutschland kostet er online so um die 30,- EUR.



Art und Herkunft: Rum, Costa Rica (San José).

Sonntag, 24. Januar 2021

Saint-Omer/Lidl: Abbaye de Vauclair Bière Ambrée (6,1% Vol.)

Vor fast genau einem Jahr und einem Monat habe ich hier im Blog schon einmal ein Produkt der Brauerei Saint-Omer besprochen, welche für die Firma Lidl mehrere Biere unter dem Handelsnamen Abbaye de Vauclair herstellt. Es handelt sich dabei natürlich in keinster Weise um "echte Abteibiere": die Brauerei ist auf Massenproduktion ausgerichtet und firmiert - je nach Anlass - unter verschiedenen Namen. Die wichtigsten Infos lassen sich nochmal im damaligen Beitrag nachlesen. Bis jetzt habe ich unter der Marke schon das Weißbier, ein Blondes (nicht probiert), das Imperiale (war ganz okay, aber keine Notizen zu gemacht) sowie eben das Ambrée gefunden. Nach welchen Kriterien Lidl die Biere ab und an in die Regale stellt (und welche es jeweils sind - meistens nicht mehr als eine Sorte gleichzeitig), ist mir noch nicht ganz klar geworden. Erst dachte ich: vor hohen Feiertagen. Das scheint aber nicht zu stimmen.

Das heutige Bier enthält Zucker, Invertzuckersirup und Glukosesirup. Ich habe zwar gar nichts gegen Biere, die Zucker enthalten (meistens tun sie das auch, um die Vergärung in Schwung zu bringen), aber vielleicht ist das ja doch etwas zu viel des Guten? Wir schauen mal.


Art und Herkunft: Amber Ale/Strong Ale, Frankreich (Dept. Nord).

Sonntag, 17. Januar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXV: Pax Bräu

In der letzten gemeinsamen Sitzung vor dem Beginn des "harten (so hart ist er ja gar nicht) Lockdowns" haben wir uns - bis auf weiteres - das letzte Mal zu dritt mit ein paar Bierpröbchen beschäftigt, dieses Mal von der Brauerei Pax in Oberelsbach (Unterfranken). Wir haben fast das ganze Sortiment bestellt: das Vollbier, das Weizen, das Helle und ein Stout, welches im Moment (Januar 21) nicht mehr lieferbar zu sein scheint. Dafür gibt es jetzt aber ein Amber Ale, das es damals nicht gab. Pax Bräu  (auf der Webseite gibt es auch ein paar Dokuvideos zu bewundern) wurde 2007 gegründet und arbeitet seit 2009 "Vollzeit". Macher in der kleinen handwerklichen Brauerei ist Andreas Seufert, dessen Lebenslauf einige interessante Stationen aufweist: Ausbildung zum Brauer, Anstellungen u.a. in Deutschland, Vietnam und China.

Die Pax verwendet nach eigenen Angaben dort, wo es geht, regionale Bio-Zutaten. Geliefert wurde unsere Bestellung in vier großen Einliterflaschen mit Bügelverschluss. Nicht unbedingt was für den Einzeltrinker, aber für uns drei Leutchens war die Menge wirklich ideal.


Pax Bräu Helles (5,5% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: Mit Bio-Gerstenmalz und Bio-Hopfen.

Aussehen und Aroma: Goldgelb und leicht trübe, kleine Krone. In der Nase etwas widersprüchliche leicht künstlich-zitronige (WC-Frisch) Noten sowie der typische "Hauch von Nichts" eines Hellen.

Geschmack: Säuerlicher Antritt mit feiner Hefe. Unauffällig bis getreidig.

Abgang: Kurz bis mittellang und trocken. Etwas seifig und schweflig.

Fazit/Tipp: An und für sich ein relativ durchschnittliches Helles.


Pax Bräu Vollbier (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Export, siehe oben.

Sonntag, 10. Januar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXIV: The Musketeers Troubadour Imperial Stout (9,0% Vol.)

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich schon einmal ein Bier der Brauerei The Musketeers hier im Blog: damals war es das Party on a Jamaican Beach (ein New England Pale Ale) aus der Bucket List-Serie. Bis vor ein paar Jahren hatten "die Musketiere" noch nicht die Kapazitäten, um alle ihre verschiedenen Serien selbst herzustellen, und ließen u.a. bei der Proefbrouwerij in Lochristi brauen. Im Jahr 2016 kauften sie eine alte Backsteinfabrik und ließen sie zur modernen Braustelle umbauen. Dort werden zurzeit etwa 8.000 Hektoliter pro Jahr produziert (pro Braugang zwischen  20 und 60 Hektoliter).

Das Imperial Stout heute gehört zur Troubadour-Reihe, welche gleichzeitig die älteste im Portfolio ist. Das allererste Bier von The Musketeers überhaupt war das Troubadour Blond (1999). Die Brauerei beschreibt das Imperial Stout als "echtes Imperial Stout, aber mit einem belgischen Akzent" ... was immer das heißen mag. Es soll starke Schokoladennoten haben, vielleicht deswegen. Wie alle Biere aus der Reihe ist es sowohl im Klein- als auch im Großgebinde (0,75) zu erwerben. Die heute vorgestellte Flasche lag etwa ein Jahr lang bei mir im Keller; gekauft habe ich sie bei belgiuminabox.com. Ich glaube, das Design hat sich mittlerweile geändert.



Art und Herkunft: Imperial Stout, Belgien (Ostflandern).

Besonderheiten: -

Sonntag, 3. Januar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXIII: Kobeer Stoutium (o.V.)

Die Hobby- und Experimentalbrauerei Kobeer in Osnabrück bezieht ihren Namen von dem dort ganz traditionell mit "Pötten un' Pannen" (früher braute überhaupt jedermann so) werkelnden Ehepaar: ich finde es immer schön, wenn man sich in einer Partnerschaft auch mal ein Hobby teilt 😊. Wir hatten schon mal ein Bier von ihnen, das wir allerdings leider nicht hier vorgestellt haben: damals war es ein belgisches Red Ale, welches recht ungewöhnlich schmeckte (und "ungewöhnlich" ist hier tatsächlich ein Kompliment). Die Re-Interpretation bereits bestehender Bierstile ist ohnehin ein Aspekt des handwerklichen Brauens, welcher die ganze Sache erst richtig interessant macht.

Wir haben von Kobeer zwei Bügelflaschen ihres neuen Stouts erhalten, welches im Oktober 2020 abgefüllt wurde; es ist also noch recht jung. Um sicher zu gehen, haben wir uns eine Flasche bis Ende März zurückgelegt und sind gespannt darauf, wie sich die drei zusätzlichen Monate Reifezeit auf den Körper des Bieres auswirken.


Art und Herkunft: Stout, Deutschland (Niedersachsen).