Sonntag, 29. März 2020

Sind so kleine Biere, Teil XCIV: Heupink Othmar Blond vs. Bronckhorster Hoptimist

In diesen Tagen denke ich gerne mit meinen Kollegen vom Blog daran zurück, was wir in den letzten Jahren so alles gemeinsam verkostet, unternommen und gesehen haben. Da war ein sehr schöner Ausflug in das kleine Örtchen Ootmarsum, bei strahlendem Sonnenschein vor etwas mehr als einem Jahr. Unter anderem haben wir uns damals die kleine Brennerei Sculte angeschaut, wo unter anderem auch Whisky hergestellt wird. Was wir hingegen an diesem Tag nicht mehr geschafft haben, war ein Besuch bei der ebenfalls ortsansässigen Brauerei Heupink (eigentlich Ootmarsummer Bierbrouwerij Heupink & Co., scheinen jetzt aber dazu über zu gehen, ganz unter dem Markennamen Othmar zu firmieren). Im Jahre 1999 gegründet, nach einem Umzug im Jahr 2017 mittlerweile eine Kapazität von 20 Hektolitern pro Braugang - und das alles nach dem deutschen Reinheitsgebot (warum auch immer). Das feste Sortiment umfasst zurzeit 10 Sorten, worunter auch z.B. "natürlich" ein Bockbier, ein Tripel, usw. Das heute verkostete Blond ist nach Angaben der Brauerei geeignet für viele Momente, sowohl für warme Tage auf der (Café-)Terrasse als auch nach einem intensiven Arbeitstag. Das hört man doch gerne.

Von Bronckhorster hatte ich vor zwei Jahren hier schon mal etwas im Glas, und zwar deren Bockbier, das ich zusammen mit ein paar anderen Bieren der gleichen Sorte verkostet und für meine Verhältnisse (eher pessimistische Einstellung gegenüber Bockbieren) sogar ganz gut bewertet hatte. Mit einer UVP von 3,49 für 33 cl ist das Hoptimist ein eher hochpreisiges Bier aus ihrem Sortiment.

Othmar Blond (6,5% Vol.)

Art und Herkunft: Blond, Niederlande (Overijssel).

Besonderheiten: Nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut.

Aussehen und Aroma: Dunkelblond und etwas trübe. Sehr große und feste Krone. Ziemlich fruchtig, mit Noten von Aprikose, Pfirsich und Zitrone. Ein Hauch von frischer Zuckerwatte.

Geschmack: Würzig und malzig mit geröstetem Brot. Eine relativ starke alkoholische Note. Überreifer Rucola.

Abgang: Mittel und alkoholisch-malzig.

Fazit/Tipp: Eher einem belgischen "Strong Blond" (think Duvel) nachempfunden.


Bronckhorster Hoptimist (9,5% Vol.)

Art und Herkunft: Imperial (Double) IPA, Niederlande (Gelderland).

Sonntag, 22. März 2020

Einsendungen, Teil XII: Bunnahabhain Staoisha 5 J. 2014/2020 (60,4% Vol.) (Whic War of the Peat III of XIII)

Eine echte Premiere im Blog heute: wir haben hier noch niemals - in all den Jahren nicht - einen Whisky von Bunnahabhain verkostet. Warum nicht? Gute Frage. Wahrscheinlich, weil Bunnahabhain als eine der "weniger torfigen" Destillerien von Islay gilt, wobei dieser Ruf offensichtlich nicht so ganz begründet ist, wenn er nun schon in der War of the Peat-Reihe von Whic auftaucht (und auch schon wieder ausverkauft ist). Jedenfalls ist ja unsere Redaktion schon seit geraumer Zeit stramm auf Torf-Kurs, sodass wir die Brennerei aus Port Askaig bislang vielleicht nicht ganz so stark beachtet haben.

Whisky von Bunnahabhain wurde zum ersten Mal im Jahre 1883 hergestellt. In den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts war die Destillerie einige Zeit lang geschlossen; das Flaggschiff der Firma - den zwölfjährigen Single Malt - gibt es erst seit 1979. Nach mehreren Besitzerwechseln gehört das Unternehmen seit nunmehr sieben Jahren zur südafrikanischen Distell-Gruppe (unter anderem auch Tobermory und Deanston). Seit 2010 werden die Whiskys nicht mehr kaltfiltriert oder gefärbt. Zu finden sind sie unter anderem in bekannten Blended Scotches wie Black Bottle oder Cutty Sark.

Ich tue mich schwer damit, den Staoisha (der nach einem in der Nähe der Brennerei gelegenem See benannt ist) als Originalabfüllung zu finden. Wird er eventuell nur an bzw. über Unabhängige abgegeben? Die ersten hundert Treffer oder so auf Google sind jedenfalls meistens Abfüllungen von Signatory oder von Ultimate Whisky. Naja, und jetzt halt von Whic.



Art und Herkunft: Single Malt, Islay.

Sonntag, 15. März 2020

Sind so kleine Biere, Teil XCIII: Diekirch Unfiltered vs. Diekirch Grand Cru

Als ich mich an die Tastatur gesetzt habe, dachte ich darüber danach, ob ich in diesen Tagen - den Tagen der weltweiten "Corona-Pandemie" - irgendwas dazu schreiben, oder ob ich einfach wortlos zur Tagesordnung übergehen soll. Da das Virus mittlerweile auch Einfluss auf das Leben von uns harmlosen Alkoholbloggern nimmt, dachte ich aber, ich sage vielleicht doch ein, zwei Worte dazu. Der wöchentliche Stammtisch unserer Redaktion findet zurzeit bei jeweils einem von uns zuhause statt; zwei von uns haben eigentlich für nächstes Wochenende ein Whiskytasting gebucht und wissen nicht, ob es stattfindet, usw. Das Ganze natürlich wie bei allen anderen on top of Änderungen im Berufsleben, Sorgen um die eigene Gesundheit und die anderer.

Jan, der Literaturwissenschaft studiert hat, meinte, wir könnten es ja machen wie Fürst Prospero in Die Maske des Roten Todes und uns mit all unseren Biervorräten in ein abgelegenes Schloss zurückziehen, aber in Ermangelung eines solchen bleibt es zunächst bei der oben erwähnten Verlagerung unseres Stammtisches in den privaten Rahmen.

Heute folgt, wie schon im letzten Beitrag von mir angekündigt, ein weiteres Ergebnis unseres redaktionellen Verkostungs-Marathons niederländischer und luxemburgischer Biere. Auch im eigentlichen Sinne keine "kleinen" Biere, denn die herstellende Brasserie de Luxembourg (BdL) gehört zum belgisch-amerikanisch-internationalen Braumoloch AB InBev, aber sei es drum. Zumindest ist das Verbreitungsgebiet des Bieres ja trotz allem überschaubar. Ich kann mich nicht erinnern, es jemals außerhalb von Luxemburg gesehen zu haben.

Die BdL entstand erst im Jahr 2000 durch eine Fusion zweier anderer Großbrauereien. Die beiden Marken, die heute hergestellt werden - Diekirch und Mousel (keine eigene Webseite) - verweisen auf die beiden ursprünglichen Firmen, welche seit 1871 bzw. sogar schon seit 1825 bestanden hatten. Nach der Übernahme durch AB InBev im Jahre 2002 war kurz die Rede davon, die Produktion der beiden Biermarken solle ins belgische Hauptwerk in Leuven verlagert werden, aber nach lauten Protesten beschloss der Mutterkonzern, die Biere weiterhin in Diekirch selbst herstellen zu lassen.


Das "normale" Diekirch ist das Premium, ansonsten gibt es zurzeit noch einige weitere Produkte unter dem Markennamen, z.B. ein Weihnachtsbier, aber auch die beiden heutigen Testkandidaten.




Diekirch Unfiltered (5,5% Vol.)

Art und Herkunft: Lager, Luxemburg (Diekirch).

Sonntag, 8. März 2020

Einsendungen, Teil XI: Secret Speyside 14 J. 2005/2019 (64,1% Vol.) (Whic Nymphs of Whisky Batch #2)

Ja, sorry, liebes Team von whic.de. Aber so schnell, wie ihr den Schnaps verkauft, kann unsereins ihn ja gar nicht verkosten bzw. besprechen. Auch die letzte Abfüllung der zweiten Serie von Nymphs of Whisky ist schon wieder vergriffen: 318 Flaschen gab es von dem Secret Speyside, welcher im Sherryfass reifen durfte bzw. musste - je nach Standpunkt. Eine nicht näher genannte oder angedeutete Destillerie hat ihn gebrannt. Das bringt mich zum nächsten Problem: worüber soll ich den Einleitungstext schreiben, wenn ich gar nicht weiß, woher der Whisky kommt?

Vielleicht ein bisschen darüber, wie sich das "Lebenswasser" aus dieser Region in den letztenm Jahren verändert hat? Als ich anfing, Single Malts zu trinken (wie meine Blogkollegen eher deutlich nach der Jahrtausendwende), waren Speysider (Speyburn, Macallan, Balvenie u.a.) sowas wie unsere "Einstiegsdroge". Tatsächlich sagt man den Whiskys aus dieser Region nach, eher anfängertauglich zu sein, da ihr Erscheinungsbild typischerweise mild, eher süß und nicht sehr rauchig sei. Für viele Produkte aus der Speyside trifft das sicherlich zu, aber wenn man längere geschichtliche Zeiträume in den Blick nimmt, ist es schon deutlich schwieriger, von einem einheitlichen "Regionalcharakter" zu sprechen. Historisch gesehen hat es - gerade vor dem großen Boom ab Mitte des 19. Jahrhunderts - selbstverständlich auch kräftige, rauchige bis torfige Speysider gegeben.

Und: es gibt sie heute auch wieder. Alle größeren Brennereien, die etwas auf sich halten, haben mittlerweile mindestens einen eher torfigen Vertreter im Angebot. Da macht selbst Platzhirsch und Zugänglichkeitsweltmeister Glenfiddich keine Ausnahme. Und auch hier im Blog hatten wir schon öfter mal was im Angebot, zum Beispiel von Benriach oder von Tomintoul. Der heutige Bewerber wird aber eher kein "Ausreißer" in Richtung Torfigkeit sein, wenn ich Melisas Ankündigungsmail richtig gelesen habe: allerdings verspricht sie neben Marmelade und Rosinen auch Pfeifentabak und Leder, sodass es zumindest doch nicht nur süß werden wird. Woher er wohl kommt? Naja, Glenfarclas macht ja sehr viel mit Sherryfässern, also vielleicht daher? Man wird es wohl nie erfahren.



Art und Herkunft: Single Malt, Speyside.

Sonntag, 1. März 2020

Sind so kleine Biere, Teil XCII: Ourdaller Hanna vs. Funck-Bricher Blonde Bio

Wenn wir hier in den nächsten Wochen über Bier schreiben, dann sind die meisten Beiträge das Resultat einer Marathonsitzung unserer Autoren, die wir vor etwa drei Wochen abgehalten haben. Wir wollten nun endlich mal alle "Vorräte", die sich so über die Zeit angehäuft hatten, bei dieser Gelegenheit verkosten.

Als wir uns bei Jan trafen, stand also - neben einem kleinen Imbiss - eine ziemlich große Auswahl an luxemburgischen (von einem Kollegen von Jan gespendet) und niederländischen (von uns auf verschiedenen Ausflügen gesammelt) Bieren auf dem Tisch. Die beiden ersten, die wir verkosteten (und die ich heute vorstelle), waren diejenigen, die wir für die "leichtesten" hielten, tatsächlich zwei Stück aus Luxemburg. Keiner von uns weiß sehr viel über Luxemburger Biere; natürlich waren Jan und ich in unserer Kindheit und Jugend öfter dort, aber eigentlich - so behaupten wir mal - kennt man außerhalb der Grenzen des Großherzogtums wohl am ehesten die Marken Diekirch und Bofferding.

Das Letztgenannte ist wahrscheinlich das bekannteste Produkt der Brasserie Nationale (BN). Sie ist ab dem Jahr 1975 aus der Fusion dreier Brauereien - Funck-Bricher, Bofferding und Battin (diese wurde erst 2004 zugekauft) - hervorgegangen. Alle Biere der Firma werden heutzutage an einem einzigen Standort hergestellt, die ehemaligen Tochterfirmen treten nur noch als unterschiedliche Marken auf. Funck-Bricher ist dabei die älteste der drei, denn die ehemalige Brauerei wurde schon 1764 gegründet. Heutzutage vertritt sie die "Bio-Sparte" der BN und unter diesem Namen wird einzig und allein das Blonde hergestellt.


Bei der Brasserie Simon, einem weiteren big player (gegründet 1824), wird der zweite Kandidat des Abends gebraut. Im Jahr 2006 erwarb Simon die kleine Ourdaller Brauerei, in der bis auf weiteres die eher "craftigen" Biere der Firma hergestellt werden. Die Marke "Ourdaller" ist verbunden mit dem Naturpark Our, woher auch viele andere regionale Produkte stammen. Bei Ourdaller werden neben dem Hanfbier Hanna auch noch drei weitere Biere (Wellen, Karel und Waissen) gemacht.




Ourdaller Hanna (4,8% Vol.)

Art und Herkunft: Spezialbier, Luxemburg (Clerf).

Besonderheiten: Mit Hanf aromatisiert. 

Aussehen und Aroma: Heller Bernstein und etwas trüb. Kleine und schnell verfliegende Krone. Dezente, aber "grasige" Nase. Plattfuss fühlte sich an ein Duschgel erinnert.

Geschmack: Feinperlig mit einem herben Antritt. Würzig-erdige noten von feuchtem Stroh. Plastik?

Sonntag, 23. Februar 2020

Sind so kleine Biere, Teil XCI: Ne Toffen vs. Willemken vs. Dikke Toon (Brouwersnös)

Der heutige Beitrag ist eine Art Nachklapp zu einem redaktionellen Beisammensein und Biertasting im Hause Plattfuss vor ein paar Wochen. Einige der Biere waren "außer Konkurrenz", aber die drei, über die ich heute berichte, hatten wir vorher noch nie probiert und sie weckten von Beginn an unser Interesse.

Wenn man sich die Flaschen anschaut, dann erinnern sie einen sehr stark an die Aufmachung der Produkte der Rügener Insel-Brauerei (RIB). Erst dachten wir: "schamlos abgekupfert", aber nein - die drei Gründer von Brouwersnös (Jos Oostendorp, Andries de Groen, Frans de Groen) sind laut ihrer Webseite gleichzeitig Miteigentümer bei der RIB, bei der Anderson Valley Brewing Co. (USA) sowie bei Wilderen (Belgien). Daher also kommt wohl die "Inspiration".

Brouwersnös selbst war so eine Art Auftragsarbeit. Die Bürgermeisterin von Groenlo (das liegt im so genannten Achterhoek, dicht an der Grenze zu Deutschland) war der Meinung, dass die Gemeinde eigentlich wieder (bis Anfang des 21. Jahrhunderts saß Grolsch hier) eine eigene Brauerei haben sollte. Die Stadt war auch bereit, potenziellen Investoren bzw. Gründern finanziell bzw. mit Immobilien entgegen zu kommen, und so konnte dann tatsächlich im Jahre 2018 die Produktion beginnen. Das -nös im Namen der Brauerei hat übrigens nichts mit dem niederländischen Wort neus = Nase zu tun, sondern kommt aus dem lokalen Dialekt ("Niedersächsisch") und bedeutet so viel wie "Nest".

Insgesamt sind zurzeit neun verschiedene Produkte im Angebot; getestet haben wir "querbeet" drei davon.


Brouwersnös Ne Toffen (3,8% Vol.)

Art und Herkunft: Amber Ale, Niederlande (Gelderland).

Besonderheiten: -

Samstag, 22. Februar 2020

Zwischendurch: PlagScan

Vor einiger Zeit fiel uns auf, dass in unseren Nutzungsstatistiken häufiger mal als Zugriffsquelle plagscan.com auftaucht. Wer es nicht kennt: das ist ein Online-Tool zum Auffinden von Plagiaten im Netz, aber auch in Textexzerpten. Man kann sich da einen Account einrichten (es gibt einen kleinen "Freibetrag" an Text, den man für umme testen lassen kann) und - sofern man dafür bezahlt - nach Lust und Laune Plagiate suchen gehen.

Nun, wer sollte Interesse daran haben, unseren harmlosen kleinen Blog nach Plagiaten zu durchsuchen? Ich vermute mal: findige (und potenziell sogar windige) "Abmahnanwälte" zum Beispiel. Da wir unsere Texte untereinander immer besprechen und ich hier als ViSdP für alle Beiträge geradestehe, lässt mich das ziemlich kalt, denn ich weiß ja, das alles, was wir schreiben, aus unseren Federn bzw. Keyboards bzw. Alkoholexzessen entspringt, und wenn wir wirklich mal was zitieren, dann machen wir das natürlich kenntlich, z.B. durch eine veränderte Type oder ähnliches und wenn tatsächlich aus irgend einem Grunde mal was sein sollte - wozu gibt es Anwälte und Rechtsschutzversicherungen?

Aber davon abgesehen: mich hat mal interessiert, wie Plagscan so funktioniert und was die fleißigen Nutzer, die damit unsere Seiten scannen, damit wohl finden oder zu finden hoffen. Ich habe mir also mal einen Testaccount geholt und mit dem geringen Anfangsguthaben einen unserer eigenen Texte analysieren lassen. Es handelt sich um diesen Beitrag vom 29. Juli 2018. Ich lasse die Suchfunktion also laufen und bämm! - es kommt die Rückmeldung: "PlagLevel" über 96% (siehe Screenshot).


Huch! Wie kann das denn sein?? Nun, klappen wir das Ergebnis mal auf. Es gibt die Möglichkeit, sich den Teil des Textes, der als "Plagiat" erkannt wurde, markieren zu lassen. Zur besseren Erkennbarkeit habe ich das mal im folgenden Screenshot zusätzlich mit einem Rahmen versehen:


Wie man sieht, handelt es sich bei der "beanstandeten" Textstelle um eine kurze Erwähnung einer Künstlerin, die für das Design eines Flaschenetiketts verantwortlich war. Offensichtlich haben wir diesen Text irgendwo "abgeschrieben", aber wo? Keine Sorge, Plagscan zeigt an, in welchen anderen Quellen dieser Text zu sehen ist, siehe im nächsten Screenshot:

Ihr merkt es selber, oder? Plagscan teilt mir mit, dass der Text auf Blog Blong Dring aus der Quelle Blog Blong Dring "plagiiert" wurde. Wir haben also bei uns selbst abgeschrieben, und zwar auch noch wortwörtlich, pfui Teufel. Ist auch kein Wunder, denn alle drei "Quellen" sind letztendlich der selbe Text: Quelle 1 (aus der Monatsübersicht Juli 2018), Quelle 2 (der eigentliche Text mit vollständigem Datumsstempel) und schließlich Quelle 3 (aus der Jahresübersicht 2018).

Ich glaube, man muss kein Genie sein, um an dem o.a. Beispiel die Schwachstelle dieser Art von Plagiatssuche zu sehen. Eine einfache Google-Suche mit Textexzerpt liefert übrigens ähnlich "gesicherte" Ergebnisse. 

Viel Spaß dann weiterhin beim Stöbern, Zwinkersmiley.

Text (ganz ehrlich wirklich selbst ausgedacht und geschrieben): Jan B.

Samstag, 15. Februar 2020

Einsendungen, Teil X: Glengoyne 12 J. (58,0%) (Whic Landscape of Taste)

So schnell wie Whic den Whisky auf dem Markt vorstellt, so schnell verkaufen sie ihn auch wieder. Der heute vorgestellte Glengoyne ist nach knapp zwei Wochen (Ankündigung/Eintreffen des Samples) auch schon wieder vergriffen. Naja, was soll man machen? Den Einzelhändler freut es und den, der noch eine Flasche bekommen hat, wahrscheinlich ebenso.

Es ist nicht das erste Mal, dass wir von dieser Destillerie sprechen, die schon seit 17 Jahren dem unabhängigen Abfüller Ian MacLeod (u.a. auch Tamdhu, Isle of Skye, usw.) gehört. Einmal hatten wir einen ohne Jahresangabe, aber mit Cask Strength bei einem unserer Whiskytreffen und das andere Mal einen Zehnjährigen. Beide Male haben wir die Whiskys nicht schlecht bewertet, aber auch auch nicht euphorisch. Schauen wir also mal, was ihr älterer Bruder so alles kann.

Art und Herkunft: Single Malt, Highlands (Western).

Besonderheiten: Fassstärke, nicht gefärbt, nicht kaltfiltriert.

Aussehen und Aroma: Hellgelb; eine Farbe ähnlich wie Weißwein. Relativ wenig in der Nase. Ethanolisch, etwas Marzipan, etwas Pfirsich. Klebstoff.

Geschmack: Im ersten Moment ein süßer Ansturm auf die Zunge, aber ein ziemlich wässriges Mundgefühl.  Danach merklich schärfer. Deutliches Bourbonfass.

Abgang: Mittellang, trocken. Etwas Frucht (Aprikose?) kommt noch dazu. Holzig.

Fazit/Tipp: Mit Wasser noch etwas mehr Eichenfass und trockener. Um ganz ehrlich zu sein: auch dieser Glengoyne hat uns nicht vom Hocker gehauen. Es ist wohl etwas zwischen dem Hausstil dieser Destillerie und uns, das einfach nicht so recht passt.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 23. Februar 2020.

Verkostung: Plattfuss & Jan B.

Text: Jan B.

Sonntag, 9. Februar 2020

Sind so kleine Biere, Teil XC: Van Steenberge Aardig Geitje (5,0% Vol.)

Ein seltsames Bier, das da heute vor mir steht. Auf dem niedlichen Etikett sieht man außer dem Namen des Produkts ("nettes Zicklein") so gut wie nichts an konkreter Information. Was da steht? Inhalt (75 cl), Alkoholgehalt (5%), Ablaufdatum (August 2020) sowie der Herstellungsort (B-9940 Ertvelde). Und darum wissen wir überhaupt erst, dass hinter diesem Bier die Brauerei Van Steenberge (Piraat, Gulden Draak, Augustijn, usw.) stehen muss, denn diese ist die einzige, welche es in dem 8.000-Seelen-Ort gibt - und das übrigens auch schon seit 1784. Eine echte Craftbrauerei ist Van Steenberge mit ihrem recht großen und in Teilen auch überregional bekannten Sortiment (das Piraat gibt es regelmäßig auch bei Lidl Deutschland) zwar nicht, aber immerhin noch stets in Familienbesitz, und das haben wir ja auch schon in anderen Fällen als Ersatz für das Craft- gelten lassen. Außerdem geht es in unserer Serie über "kleine Biere" munter auf die Folge C (100) zu, da wollen wir mal nicht so streng sein.

Wenn man sich die Webseite von Van Steenberge anschaut, dann wird man das Aardig Geitje nicht finden. Überhaupt sieht man es, wenn nicht auf einschlägigen Bierbewertungsportalen, dann ansonsten fast ausschließlich auf den Webseiten niederländischer Getränkehändler, wo die Flasche in der Regel um die fünf Euro kosten soll. Bei mir regt sich daher der Verdacht, das Produkt könnte speziell für den niederländischen Markt gemacht worden sein, denn es erfüllt die gängigen Klischees eines "echt belgischen Biers": Magnumflasche, Champagnerkorken, neckischer Name, bäuerlich-romantisches Etikett. Im Inneren befindet sich aber "nur" ein Pils, was man normalerweise eher nicht in solcher Aufmachung vermuten würde. Nun gut: schauen wir einmal, ob es denn auch schmeckt.


Art und Herkunft: Pilsener, Belgien (Ostflandern).

Besonderheiten: Künstlerische Aufmachung.

Sonntag, 2. Februar 2020

Einsendungen, Teil IX: Craigellachie 12 J. (2006/2019) vs. Arran 13 J. (2005/2019) Madeira Finish (Whic Nymphs of Whisky Batch #2)

Ein neues Jahr, eine neue Veröffentlichung von whic.de. Die beiden heute besprochenen Whiskys sind aktuell in deren Onlineshop erhältlich und kosten "in groß" 59,90 bzw. 84,90. Die Verkostung teilen sich diesmal Plattfuss und ich - jeder in seinem Kabäuschen - während Jan einen Clean February einlegt ... bzw. eine clean Kalenderwoche 5.

Wie auch immer: Ich schreibe diese Zeilen am Morgen des 1. Februar 2020, am Tag nach dem lange erwarteten bzw. befürchteten Brexit. Ein trauriger Tag für alle Europäer, aber ganz besonders auch für uns Liebhaber feinster britischer Spirituosen und Biere. Was wird die Zukunft uns bringen in Bezug auf den Import von und die Zölle auf diese(n) Produkte(n)? Die nächsten 12 Monate werden es zeigen.

Arran haben wir hier im Blog schon mehrmals besprochen, unter anderem hier und hier. Craigellachie hingegen haben wir noch gar nicht offiziell verkostet. Gegründet bereits 1891, gehört sie nun schon seit über 20 Jahren zu Bacardi bzw. liefert einen der Lead Malts für die Blends von deren Tochterfirma John Dewar & Sons. Dementsprechend gab es bis vor kurzem noch nicht allzuviele Abfüllungen der Destillerie, mittlerweile scheint man dort aber etwas großzügiger zu werden.



Craigellachie 12 J. (2006/2019) (54,3% Vol.)

Art und Herkunft: Single Malt, Speyside (Spey).

Besonderheiten: Fassstärke, nicht gefärbt, nicht kaltfiltriert.

Sonntag, 26. Januar 2020

Sind so kleine Biere, Teil LXXXIX: Lindeboom Saison (5,8% Vol.)

Ich wollte den heutigen Bericht an und für sich damit beginnen, dass ich etwas über die niederländische Brauerei Lindeboom schreibe, aber dann habe ich gemerkt, dass Tom das schon im Jahr 2012 gemacht hat, also lange, bevor ich bei blog blong dring aktiv eingestiegen bin. Und er hat damals so viel über die Brauerei berichtet, dass man es hier am besten einfach noch einmal nachlesen kann und ich mich deshalb lieber zur Einleitung mit der Frage beschäftige, was denn eigentlich ein Saison ist.

Dieser Bierstil kommt eigentlich ursprünglich aus Belgien, genauer gesagt aus der Wallonie, und wurde Saison genannt, weil die Bauern es in den kalten Wintermonaten brauten, damit die Feldarbeiter während der Erntesaison etwas zu trinken hatten. Das immer obergärige Bier hatte früher relativ niedrige Alkoholgehalte - weil es ja auch bei der Arbeit getrunken werden sollte - aber heute muss ein Saison zwischen 5 und 6,5 Volumenprozente haben. Es ist in der Regel eher hopfig als malzig und kann Gewürze oder Kräuter enthalten. Im Charakter soll es eher durstlöschend als anstrengend sein. Ich persönlich bin durchaus ein Fan dieses Stils.

Die heutige Flasche haben wir gestern im Hause Plattfuss im Rahmen eines größeren Tastings niederländischer und belgischer Biere (von denen in den kommenden Wochen noch öfter die Rede sein wird) verkostet.


Art und Herkunft: Saison, Niederlande (Limburg).

Sonntag, 19. Januar 2020

West Cork Rum Cask NAS (46,0% Vol.)

Vor fast genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle die über unsere erste Verkostung eines Whiskeys von West Cork Distillers (WCD) geschrieben, und zwar die des Peat Charred Cask, der mir damals ganz gut gefallen hat. Wenn ich so zurückdenke, stand er noch bis Mitte des Jahres in meinem Regal, bis ich ihn dann irgendwann beim Restetrinken "zum Abschuss freigegeben" habe. Unter dem Strich also solide Qualität im Alltag, die jedoch nicht automatisch zum nächsten und übernächsten Glas verleitete. Heute nun also aus derselben Destillerie ein weiterer Single Malt ohne Jahresangabe, diesmal im Rumfass from the West Indies nachgereift. Übrigens nicht dieser Whiskey auf deren Homepage, denn wer genau hinschaut, bemerkt, dass die Volumenprozente nicht übereinstimmen.

Überhaupt scheinen sehr viele neue oder neu interpretierte Produkte in der Röhre zu sein, wenn man nach der Häufigkeit des Tags coming soon geht. Hauptsächlich gehen WCD jetzt wohl konsequent in Richtung verschiedener Finishings; die Whiskeys mit Altersangabe sind hingegen mittlerweile von der Homepage verschwunden. Nebenher werden aber auch immer noch Gin und Wodka (unter den Marken Two Trees bzw. Garnish Island) hergestellt. Die heute hier vor uns stehende Flasche, die ein Weihnachtsgeschenk war, ist online für um die 28,- EUR zu haben.


Art und Herkunft: Single Malt, Irland (Cork).

Sonntag, 12. Januar 2020

Gran Duque de Alba Xtra Old NAS (40,0% Vol.)

Wie viele spanische Weinkellereien in dem Gebiet rund um Jerez tragen auch die Bodegas Williams & Humbert einen englisch oder zumindest britisch klingenden Namen (siehe z.B. auch Osborne). Die Briten entwickelten im 17. und 18. Jahrhundert einen derart großen Durst nach dem in der Gegend heimischen Likörwein, den sie Sherry nannten, dass einige findige britische Kaufleute auf die Idee kamen, doch lieber selbst dort Weingüter und -kellereien zu gründen, als sich auf den damals recht unzuverlässigen Import zu verlassen.

Auch Williams & Humbert (W&H) geht auf so eine Initiative zurück. Gegründet wurde die Bodega im Jahr 1877 von Sir Alexander Williams (der ansonsten so unauffällig gelebt haben muss, dass er noch nicht einmal einen Eintrag bei Wikipedia hat) und Arthur Humbert (dito). Sie ist heute jedoch nicht mehr im Besitz der Gründerfamilie, sondern wurde schon vor einigen Jährchen von der Firma Luis Paez gekauft, die sich damals zu jeweils 50% im Besitz von José Medina & Co. sowie der niederländischen Ahold (Albert Heijn!) befand. Im Jahr 2005 kauften die Medinas die Niederländer aus und seitdem heißt diese Tochtergesellschaft nicht mehr Luis Paez, sondern Williams & Humbert.

Wie die meisten dieser großen Bodegas verdienen W&H ihr Geld bei weitem nicht nur mit Wein und Weinbrand: hergestellt werden unter anderem auch Rums, Liköre, Gin (!) nebst Lebensmitteln wie Käse und Schinken. Der Brandy der Firma wird - wie üblich - nach dem Solera-Verfahren "vermählt" (verschnitten), sodass keine konkreten Altersangaben möglich sind. Der heute vorgestellte Gran Duque de Alba (ein sehr unglücklicher Name für Bewohner der ehemaligen spanischen Niederlande) Xtra Old wurde verschnitten aus zwei anderen Brandys, nämlich dem normalen Gran Duque de Alba sowie dem Gran Duque de Alba Oro. Er kostet online so Pi mal Daumen 45,- EUR.


Art und Herkunft: Brandy/Weinbrand, Spanien (Andalusien).

Sonntag, 5. Januar 2020

Sind so kleine Biere, Teil LXXXVIII: Maallust De Pauper Spelt Bier (5,5% Vol.)

Das Dorf Veenhuizen kannte ich bisher noch nicht, aber die Recherche für diesen Artikel hat so viel Interessantes zutage gefördert, dass ich beschlossen habe: da fahre ich mal hin! Es wurde bereits im 14. Jahrhundert zur Urbachmachung der großen Sumpfgebiete in der Umgebung gegründet. Im 19. Jahrhundert siedelte die niederländische "Gesellschaft für die Wohlfahrt" dort arme Menschen, Bettler, Landstreicher und Waisenkinder an, damit diese außerhalb der überfüllten Armenghettos in den großen Städten einen Lebensunterhalt erwerben konnten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts übernahm der Staat die Siedlung und widmete sie zu einem großen Gefängniskomplex um, in dem die Strafgefangenen sich im Rahmen des Möglichen selbst versorgen sollten. Seit 1981 ist Veenhuizen wieder für die Allgemeinheit zugänglich, aber Gefangene leben und arbeiten dort noch immer.

Neben ein paar gastronomischen Betrieben gibt es hier seit 2011 auch die Brauerei Maallust, die von einer Gruppe von 25 Investoren gegründet wurde. Sie befindet sich in denjenigen Gebäuden der Gefängniskolonie, die früher die Getreidemühle, die Molkerei und das Getreidesilo beherbergten - ein passender Ort also. Angeschlossen ist ebenfalls eine Kneipe, in der die Produkte der Brauerei in aller Ruhe verkostet werden können. Das gegenwärtige Portfolio umfasst zehn Biere, die allesamt Namen tragen, die irgendwie mit der Geschichte Veenhuizens zu tun haben. Das heute verkostete Dinkelbier (Dinkel ist eine sehr alte, traditionell schon immer zum Brauen verwendete Getreidesorte) heißt z.B. De Pauper, auf Deutsch: Der (oder Die) Arme.

Art und Herkunft: Spezialbier/Blond, Niederlande (Drenthe).

Besonderheiten: Aus Dinkelmalz gebraut.

Aussehen und Aroma: Die Brauerei empfiehlt den Verzehr aus einem Pokalglas. Unter diesen Umständen hat das De Pauper keine Schaumkrone. In der Farbe ist es goldblond. In der Nase zeigen sich Noten von frischem Brot und leichter Orangenzeste, mit deutlich süßem Malz.