Sonntag, 31. Januar 2021

Ron Centenario Gran Legado 12 J. (40,0% Vol.)

Rum aus Costa Rica also, der "Schweiz Mittelamerikas". Ein Land auf dem Freiheitsindex ganz oben, neutral, lange keinen Bürgerkrieg mehr gehabt, und - ja - einer der ganz wenigen Staaten ohne Armee (allerdings mit einer bis an die Zähne bewaffneten "Nationalen Polizei"). Wie ist es also mit dem Rum? Hergestellt wird er von der Centenario Internacional S.A. aus der Hauptstadt San José; die internationale Webseite des Unternehmens ist übrigens um einiges interessanter, was die Hintergründe betrifft, als die deutsche Seite. Die Firma wurde Ende der 60er (spanische Webseite) oder 70er (englische Webseite) als Ableger von Seagram gegründet, zuerst eher auf den Import von Spirituosen als auf die Produktion ausgerichtet, obwohl bereits damals schon ein einfacher weißer Rum mit Namen Ronrico hegestellt wurde. Seit den 80ern dann der Einstieg in die braunen, hochwertigeren Rums, zuerst unter der Marke Espiritu Pura Sangre (wenn ich das richtig verstanden habe, wurde der Name nach dem eines damals sehr erfolgreichen Rennpferdes gewählt). Im Jahre 2002 erfolgte dann die Umetikettierung in Centenario.

Im Portfolio von Centenario finde ich zurzeit 16 Produkte, angefangen beim schnöden weißen Rum, über die - auch in Deutschland beliebten - Rumspirituose Malibu bis hin zum 30jährigen aus dem Solera-System. Der zwölfjährige Gran Legado reifte in Scotch- und Brandyfässern aus Eichenholz, wird ausschließlich aus Zuckerrohr hergestellt und hat in Costa Rica satte fünf Umdrehungen weniger. In Deutschland kostet er online so um die 30,- EUR.



Art und Herkunft: Rum, Costa Rica (San José).

Sonntag, 24. Januar 2021

Saint-Omer/Lidl: Abbaye de Vauclair Bière Ambrée (6,1% Vol.)

Vor fast genau einem Jahr und einem Monat habe ich hier im Blog schon einmal ein Produkt der Brauerei Saint-Omer besprochen, welche für die Firma Lidl mehrere Biere unter dem Handelsnamen Abbaye de Vauclair herstellt. Es handelt sich dabei natürlich in keinster Weise um "echte Abteibiere": die Brauerei ist auf Massenproduktion ausgerichtet und firmiert - je nach Anlass - unter verschiedenen Namen. Die wichtigsten Infos lassen sich nochmal im damaligen Beitrag nachlesen. Bis jetzt habe ich unter der Marke schon das Weißbier, ein Blondes (nicht probiert), das Imperiale (war ganz okay, aber keine Notizen zu gemacht) sowie eben das Ambrée gefunden. Nach welchen Kriterien Lidl die Biere ab und an in die Regale stellt (und welche es jeweils sind - meistens nicht mehr als eine Sorte gleichzeitig), ist mir noch nicht ganz klar geworden. Erst dachte ich: vor hohen Feiertagen. Das scheint aber nicht zu stimmen.

Das heutige Bier enthält Zucker, Invertzuckersirup und Glukosesirup. Ich habe zwar gar nichts gegen Biere, die Zucker enthalten (meistens tun sie das auch, um die Vergärung in Schwung zu bringen), aber vielleicht ist das ja doch etwas zu viel des Guten? Wir schauen mal.


Art und Herkunft: Amber Ale/Strong Ale, Frankreich (Dept. Nord).

Sonntag, 17. Januar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXV: Pax Bräu

In der letzten gemeinsamen Sitzung vor dem Beginn des "harten (so hart ist er ja gar nicht) Lockdowns" haben wir uns - bis auf weiteres - das letzte Mal zu dritt mit ein paar Bierpröbchen beschäftigt, dieses Mal von der Brauerei Pax in Oberelsbach (Unterfranken). Wir haben fast das ganze Sortiment bestellt: das Vollbier, das Weizen, das Helle und ein Stout, welches im Moment (Januar 21) nicht mehr lieferbar zu sein scheint. Dafür gibt es jetzt aber ein Amber Ale, das es damals nicht gab. Pax Bräu  (auf der Webseite gibt es auch ein paar Dokuvideos zu bewundern) wurde 2007 gegründet und arbeitet seit 2009 "Vollzeit". Macher in der kleinen handwerklichen Brauerei ist Andreas Seufert, dessen Lebenslauf einige interessante Stationen aufweist: Ausbildung zum Brauer, Anstellungen u.a. in Deutschland, Vietnam und China.

Die Pax verwendet nach eigenen Angaben dort, wo es geht, regionale Bio-Zutaten. Geliefert wurde unsere Bestellung in vier großen Einliterflaschen mit Bügelverschluss. Nicht unbedingt was für den Einzeltrinker, aber für uns drei Leutchens war die Menge wirklich ideal.


Pax Bräu Helles (5,5% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: Mit Bio-Gerstenmalz und Bio-Hopfen.

Aussehen und Aroma: Goldgelb und leicht trübe, kleine Krone. In der Nase etwas widersprüchliche leicht künstlich-zitronige (WC-Frisch) Noten sowie der typische "Hauch von Nichts" eines Hellen.

Geschmack: Säuerlicher Antritt mit feiner Hefe. Unauffällig bis getreidig.

Abgang: Kurz bis mittellang und trocken. Etwas seifig und schweflig.

Fazit/Tipp: An und für sich ein relativ durchschnittliches Helles.


Pax Bräu Vollbier (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Export, siehe oben.

Sonntag, 10. Januar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXIV: The Musketeers Troubadour Imperial Stout (9,0% Vol.)

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich schon einmal ein Bier der Brauerei The Musketeers hier im Blog: damals war es das Party on a Jamaican Beach (ein New England Pale Ale) aus der Bucket List-Serie. Bis vor ein paar Jahren hatten "die Musketiere" noch nicht die Kapazitäten, um alle ihre verschiedenen Serien selbst herzustellen, und ließen u.a. bei der Proefbrouwerij in Lochristi brauen. Im Jahr 2016 kauften sie eine alte Backsteinfabrik und ließen sie zur modernen Braustelle umbauen. Dort werden zurzeit etwa 8.000 Hektoliter pro Jahr produziert (pro Braugang zwischen  20 und 60 Hektoliter).

Das Imperial Stout heute gehört zur Troubadour-Reihe, welche gleichzeitig die älteste im Portfolio ist. Das allererste Bier von The Musketeers überhaupt war das Troubadour Blond (1999). Die Brauerei beschreibt das Imperial Stout als "echtes Imperial Stout, aber mit einem belgischen Akzent" ... was immer das heißen mag. Es soll starke Schokoladennoten haben, vielleicht deswegen. Wie alle Biere aus der Reihe ist es sowohl im Klein- als auch im Großgebinde (0,75) zu erwerben. Die heute vorgestellte Flasche lag etwa ein Jahr lang bei mir im Keller; gekauft habe ich sie bei belgiuminabox.com. Ich glaube, das Design hat sich mittlerweile geändert.



Art und Herkunft: Imperial Stout, Belgien (Ostflandern).

Besonderheiten: -

Sonntag, 3. Januar 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXIII: Kobeer Stoutium (o.V.)

Die Hobby- und Experimentalbrauerei Kobeer in Osnabrück bezieht ihren Namen von dem dort ganz traditionell mit "Pötten un' Pannen" (früher braute überhaupt jedermann so) werkelnden Ehepaar: ich finde es immer schön, wenn man sich in einer Partnerschaft auch mal ein Hobby teilt 😊. Wir hatten schon mal ein Bier von ihnen, das wir allerdings leider nicht hier vorgestellt haben: damals war es ein belgisches Red Ale, welches recht ungewöhnlich schmeckte (und "ungewöhnlich" ist hier tatsächlich ein Kompliment). Die Re-Interpretation bereits bestehender Bierstile ist ohnehin ein Aspekt des handwerklichen Brauens, welcher die ganze Sache erst richtig interessant macht.

Wir haben von Kobeer zwei Bügelflaschen ihres neuen Stouts erhalten, welches im Oktober 2020 abgefüllt wurde; es ist also noch recht jung. Um sicher zu gehen, haben wir uns eine Flasche bis Ende März zurückgelegt und sind gespannt darauf, wie sich die drei zusätzlichen Monate Reifezeit auf den Körper des Bieres auswirken.


Art und Herkunft: Stout, Deutschland (Niedersachsen).