Sonntag, 30. August 2020

Heute wegen Krankheit geschlossen!

Liebe Leser*innen,

eigentlich solltet ihr an dieser Stelle heute eine Verkostung von ein paar Bieren der Neuzeller Klosterbräu finden. Leider hat uns Krankheit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir liefern den Beitrag am 13. September nach. Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 6. September 2020.



Sonntag, 23. August 2020

Sind so kleine Biere, Teil CVI: Klosterbrauerei Baumburg

Gleich zu Beginn ein kleines Geständnis: obwohl auf dem Bild unten fünf Biere zu sehen sind, verkosten wir hier für euch nur vier. Dass Weissbier Bock (ich schreibe es so, wie es auf der Flasche steht ...) mussten wir leider wegen der Hitze und des Durstes "einfach" so trinken. Sorry, ist leider so. Ihr habt aber nichts besonderes verpasst: ich habe es als ein recht typisches, wenn auch etwas schwereres "bananiges" Weizenbier in Erinnerung.

Die Klosterbrauerei Baumburg steht in Altenmarkt an der Alz, in der Nähe von Traunstein. Offiziell existiert sie seit 1612, als den Augustinerchorherren vom Kloster Baumburg der Verkauf ihres Bieres gestattet wurde, das sie vorher nur selbst hatten trinken dürfen. Etwas weniger als 200 Jahre später (1802-1803) wurde das Kloster säkularisiert; die Liegenschaften wurden teilweise in private Hände verkauft. Im Falle der Brauerei ohne größeren Erfolg: der Betrieb lag zwischenzeitlich ein gutes Jahrzehnt über still. Seit den 1870er Jahren liegen die Geschäfte in Händen der Familiendynastie Dietl. Mönche brauen das Bier also schon eine ganze Weile nicht mehr.

Nach eigenen Angaben stößt die Firma pro Jahr etwa 6.500 Hektoliter Bier aus; für die Verkostung haben wir uns spaßeshalber mal auf ihre Bockbiere (und ein Märzen) konzentriert. Natürlich haben sie aber noch eine ganze Bandbreite mehr oder weniger "herkömmlicher" Biere zu bieten, also z.B. Pils, Weißbier, Dunkles, ...

Baumburg Heller Bock (6,8% Vol.)

Art und Herkunft: Heller Bock/Maibock, Deutschland (Bayern).

Besonderheiten: Unfiltriert.

Aussehen und Aroma: Bernsteinfarben, kleine und feste Krone. Seltsam "chemisch" anmutender Geruch. Klostein. Viel Hefe.

Geschmack: Süßlich-öliger Antritt. Überreife Ananas. Wenig sonstige Eindrücke.

Abgang: Gottseidank kurz. Süßlich.

Fazit/Tipp: Man merkt es schon: dieser Maibock hat uns kollektiv nicht gemundet. Süßlich und kräftig, etwas "flepp".


Baumburg Stopfbock (6,8% Vol.)

Art und Herkunft: Bockbier, siehe oben.

Besonderheiten: Basiert anscheinend auf dem Hellen Bock, mit fünf Hopfensorten "gestopft".

Sonntag, 16. August 2020

Sind so kleine Biere, Teil CV: De Glazen Toren Ondineke (8,5% Vol.)

Die Brauerei De Glazen Toren aus Erpe-Mere (man sollte es nicht glauben, aber ein sehr guter Freund aus Kindertagen wohnt da, wie ich unlängst feststellen durfte) konzentriert sich nach den Angaben auf der eigenen Webseite (Notiz an alle Besucher*innen: die Texte unterscheiden sich inhaltlich in den vier angebotenen Sprachen leicht voneinander) hauptsächlich auf den Export ihrer Biere in andere europäische Länder und nach Übersee. Genannt werden - in dieser Reihenfolge - die USA, Italien, Norwegen, Schweden, Japan, Österreich, Kanada (aus irgendeinem Grunde wird speziell British Columbia genannt) sowie seit kurzem die Niederlande, Frankreich und Großbritannien. Tatsächlich kann ich mich daran erinnern, die unverwechselbaren Flaschen mit dem Papierwickel vor zwei Jahren mal im Eataly in Rom gesehen zu haben. Die heutige Flasche stammt allerdings aus einer Sammelbestellung mit meinen Blogkollegen bei Belgiuminabox.               

Also, wie gesagt: die große Menge der Produktion von De Glazen Toren (DGT) geht ins Ausland. Allerdings sagen sie auch, dass sie mit ausgewählten Einzelhändlern zusammenarbeiten, um das "Profil der Marke auf dem heimischen Markt zu stärken" und sie machen wohl auch sowas wie Biere auf Anfrage, z.B. zu besonderen Festen. Ihr Standardsortiment besteht aus acht verschiedenen Bieren. Ihr Ondineke, welches heute vor uns steht, trägt die Bezeichnung Oilsjtersen tripel. "Tripel" heißt Tripel und das andere - für Nichtflamen schwer auszusprechende - Wort ist die dialektale Version des Namens der Stadt Aalst, zu dessen "Stadtbier" das Ondineke erklärt wurde. Der Name des Biers stammt aus einer Erzählung von Louis Paul Boon.

Art und Herkunft: Tripel, Belgien (Ostflandern).

Sonntag, 9. August 2020

Sind so kleine Biere, Teil CIV: Bergmann Brauerei (Dortmunder Bergmann Bier)

Als ich vor etwa einer Million Jahren noch im Studentenheim wohnte, hatten wir da auch einen Partykeller (jeden Mittwoch Bierkeller-Abend!). Und einen Getränkeautomaten. Im Getränkeautomaten gab es außer Cola und so auch halbe Liter von Dortmunder Union (Export und Siegel Pils). Das war natürlich noch vor der Craftbierwelle, die Geschmäcker waren damals nicht so anspruchsvoll, aber geschmeckt hat es meiner Erinnerung nach ganz gut. Und wer kennt nicht das große goldene "U" der Brauerei in Dortmund, das man z.B. Zug aus gut sehen kann? Wie in diesem sehr interessanten Artikel beschrieben ist, war Dortmund früher eine "der" deutschen Bierstädte: Anfang des 20. Jahrhunderts gab es dort noch etwa 30 Brauereien, mit teilweise sehr bekannten Namen. Aber gegen Ende des Jahrhunderts waren durch verschiedene Übernahmen nur noch wenige big player übrig geblieben.

Die Bergmann Brauerei mit ihrer Marke Dortmunder Bergmann Bier (Devise: "Harte Arbeit, ehrlicher Lohn") führt die Tradition einer ehemaligen Brauerei weiter, welche 1972 die Tore schloss, ist jedoch ansonsten eine komplette Neugründung. Thomas Raphael kaufte die Markenrechte im Jahr 2005 eher als "Gag", beschloss dann aber, zumindest mal ein paar Flaschen mit "seinem" Bier in Händen halten zu wollen und ließ eine erste Charge in einer Brauerei in Hagen herstellen. Als das neue Bergmann-Bier immer mehr Liebhaber fand, war der Einstieg ins "richtige" Geschäft ein folgerichtiger Schritt. Seit 2010 werden die Biere von DBB selbst gebraut. Wie die meisten neueren Brauereiprojekte umfasst das Portfolio zahlreiche Sondereditionen und Probesude; für unsere Verkostung hatte ich aber nur vier "Klassiker" bestellt. Die Lieferung per Paket dauerte zwar etwas, dafür lag aber auch Werbematerial bei.

Bergmann Pils (4,8% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Deutschland (Nordrhein-Westfalen).

Besonderheiten: -

Sonntag, 2. August 2020

Einsendungen, Teil XV: Glenlivet 12 J. (46,0% Vol.) (Whic Amazing Whiskies 3/30)

Okay, Glenlivet - amaze us! Das letzte Mal hatten wir 2014 einen hier im Blog - damals war es auch ein Zwölfjähriger, aber aus dem bei der Brennerei eher traditionellen Weißeichenfass, während diese Sonderabfüllung von whic.de aus dem Sherryfass kommt. Wie meine Blogkollegen muss auch ich gestehen, dass ich kein allzugroßer Fan der Brennerei bin, denn bei den paar Malen, wo ich eines ihrer Produkte probiert habe, haben sie mich relativ kalt gelassen. Aber nun gut - wir geben auch dem hier eine faire Chance. Vielleicht wirkt sich der Fasscharakter ja positiv aus die Ausdrucksstärke aus. Die schön aufgemachte "große" Flasche soll bei Whic knapp 65,- EUR kosten.



Art und Herkunft: Single Malt, Speyside (Livet).

Besonderheiten: Sherryfass, nicht gefärbt, nicht kaltfiltriert.