Gestern nachmittag hatte ich - nicht ganz unfreiwillig - im Emsland zu tun, und weil ich noch etwa eine halbe Stunde bis zu meinem Termin totschlagen musste, tat ich das Einzige, was es in der Gegend zu tun gab: ich ging in den Supermarkt, genauer gesagt zu REWE, den es hier bei uns in Osnabrück nicht so oft gibt.
In der Getränkeabteilung fand ich dann ein mir unbekanntes Craftbier (auf der Flasche auch als "crafted beer" bezeichnet) mit dem Markennamen John Malcom und in den Stilen IPA und White Stout. Es war nicht schwer zu recherchieren, dass es sich hierbei um Biere handelt, welche für die REWE-Gruppe (REWE, Penny, Toom) durch die Eichbaum-Brauerei in Mannheim. Vor einiger Zeit hat unser Chef Tom schon mal eine Discounteredition der Eichbaum (damals für Lidl) unter die Lupe genommen; das Abfüllen für Drittmarken scheint wohl ein sehr gutes zweites Standbein für die Firma zu sein. Unterschrieben hat auf der REWE-Flasche - wie auf der originalen "Brauhaus Edition" (India Pale Ale, Blond Stout und Golden Scotch) Eichbaums Braumeister Heiko Bloch.
Ich werde jetzt gar nicht damit anfangen, ob ein Stout überhaupt eine helle Farbe haben darf. Traditionsgemäß gibt es nichts, worüber sich Bierfanatiker so sehr streiten können wie über Porter und Stout. Stout war ursprünglich ein stärkeres Porter, ist im Laufe der Geschichte aber schwächer geworden, sodass heutzutage ein so genanntes Porter in der Regel stärker ist als ein Stout. Das "weiße" oder "blonde" Stout ist jedenfalls keine Erfindung von Eichbaum oder Heiko Bloch; es gibt diese neue Interpretation eines alten Bierstils auch international seit einiger Zeit, zum Beispiel hier, hier, oder auch hier.
Also, frischauf ans Werk; ich probiere es jetzt einfach mal: