Sonntag, 26. Juli 2020

Sind so kleine Biere, Teil CIII: Trim Tab Six: Peanut Bitter Coffee Imperial Stout (9,0% Vol.)

Birmingham, Alabama, ist eine historisch gesehen nicht ganz unbedeutende Stadt. Gerade in den unruhigen Sechzigern hat sie sich durch rassistische Attentate und davon ausgelöste Unruhen einen schlechten Ruf erworben. Auch in den Neunzigern war sie noch einmal negativ in den Schlagzeilen, als ein christlicher Extremist einen Bombenanschlag auf eine "Abtreibungsklinik" verübte.

Aber gottlob gibt es auch Gutes zu berichten: eine pulsierende Kulturszene soll es da geben, einen schönen botanischen Garten und ... hier muss ich die Kurve weg vom Tourismus hin zum Bier kriegen ... eine ebenso pulsierende Craft-Bier-Szene gibt es natürlich auch. Hier sitzt auch die Trim Tab Brewing Co., die im Jahr 2014 von einem Jurastudenten namens Harris Stewart gegründet. Laut Bhamwiki (Bham = Birmingham) begannen sie mit zwei Biertanks aus Kanada, in denen 3.500 Barrel Bier pro Jahr gebraut werden können. Aus Kapazitätsgründen hat Trim Tab die Produktion von zwei ihrer umsatzstärksten Biere an eine Brauerei in Louisiana "augelagert". Mehrere Preise und Bestenlisten wurden schon erobert, u.a. "eine der zehn besten Brauereien in den USA". Zusätzlich zu den drei Bieren der core range - Pale Ale, IPA, Berliner Weiße mit Himbeere - bietet Trim Tab noch eine große Auswahl an saisonalen, experimentellen und anderen Suden an, die allesamt in schön gestalteten Dosen an den Mann oder die Frau gebracht werden.

Das heute vorgestellte Six: Peanut Butter Coffee war ein Jubiläumsprojekt zum sechsjährigen Bestehen. Die Dose sieht sehr funky aus.


Art und Herkunft: Imperial Stout, USA (Alabama).

Sonntag, 19. Juli 2020

Einsendungen, Teil XIV: Caol Ila 6 J. 2013/2020 (61,8% Vol.) (Whic The War of the Peat V of XIII by Signatory Vintage)

Endlich kommt man wieder ein neuer torfiger Whisky bei whic.de heraus. Der letze in der Reihe War of the Peat, den wir hier besprochen haben, war auch ein Caol Ila, allerdings ein neunjärhiger, der zweite in der Serie. Ist auch schon ein paar Monate her; "vor Corona", wie man neuerdings sagt, so wie man früher "vor dem Krieg" zu sagen pflegte. 😒

Nun, anyway. Gestern war Brautag im Braugarten (der zweite Anlauf für ein Pilsener), und da haben die Drei von der Tankstelle vom Blog die Gelegenheit genutzt, um das neueste Sample zu verkosten. Obwohl es von Caol Ila mittlerweile auch ungetorfte Single Malts gibt, freuten wir uns dennoch auf diesen etwas - zumindest putativ - kräftigeren Dram von der Brennerei in Port Askaig, der man - zu Recht - nachsagt, der Charakter des nahen Meeres finde sich in ihren Whiskys wieder.



Art und Herkunft: Single Malt, Islay.

Samstag, 11. Juli 2020

Sind so kleine Biere, Teil CII: Blaugies La Bière Darbyste (5,8% Vol.)

Endlich mal wieder ein echtes "kleines" Bier! Die Brasserie de Blaugies aus der Borinage erfüllt dieses Lemma perfekt, denn zu Beginn der Tätigkeit konnten nach eigenen Angaben pro Jahr nur etwas 750 hl Bier gebraut werden. Nach Zuschüssen der EU und der wallonischen Regionalregierung konnte die Kapazität ab 2018 in einem ersten Schritt auf 2.400 hl erhöht werden; weitere Schritte sollten folgen.

An und für sich ist die Brauerei nur ein Anhängsel des Restaurants Le Fourquet. Beides gehört der Familie Carlier-Pourtois. Gebraut wird seit 1988. Mittlerweile teilen sich die beiden Söhne des Gründerehepaars und ihre Ehefrauen die Arbeit im Restaurant und in der Brauerei. Insgesamt werden fünf Biere angeboten, von welchen das La Moneuse (und seine Weihnachtsedition)  das wahrscheinlich bekannteste ist.

Das Bière Darbyste, das wir heute in der großen 0,75er Flasche vor uns stehen haben, hat seinen Namen von den Darbysten (oder Darbisten), einer evangelischen Freikirche, die in Deutschland Brüderbewegung heißt. Gegründet wurde sie von einem anglikanischen Geistlichen namens John Nelson Darby, daher auch der Name. Die Darbysten widmeten sich - und daher auch der regionale Bezug - der Seelsorge an den in der Borinage tätigen Bergleuten, die ein sehr hartes Leben führten. Es heißt, sie hätten dem Genuss von Alkoholika ablehnend gegenübergestanden, aus irgendeinem Grunde aber das Trinken eines leicht alkohlischen Getränks aus fermentiertem Feigensaft erlaubt. Auf dieser Geschichte basiert auch unser heutiges Bier, welches ebenfalls unter Zusatz von Feigen gebraut wird und - wie uns die Familie Carlier-Pourtois versichert - auf einer "Rezeptur aus Großmutters Zeiten" beruht.



Art und Herkunft: Belgian Farmhouse Ale/"Regionales Spezialbier", Belgien (Hennegau).

Sonntag, 5. Juli 2020

Einsendungen, Teil XIII: Inchgower 21 J. (59,3% Vol.) (Whic Amazing Whiskies 2/30)

"Hast du schon was für den Blog geschrieben?" "Nein, hast du?" "Nee, auch nicht. Und Plattfuss?" "Ich glaube, der auch nicht!"

Gut, dass ein Sample von Whic auf mich wartete, als ich eben die Haustüre hinter mir aufschloss. Der zweite Whisky aus der neuen Reihe Amazing Whiskies; den Glenrothes hatten wir neulich schon mal hier. Wenn ihr den heute verkosteten Inchgower aus dem Sherryfass haben möchtet, müsst ihr um die 95,- EUR hinblättern. Wenn ihr die gerade nicht übrig habt, lest gerne trotzdem weiter, aber nicht, dass ihr nachher meckert.

Inchgower (keine Webseite!) ist eine weitere recht unbekannte - oder soll ich sagen: unauffällige - Brennerei. Der allergrößte Teil ihrer Produktion (auf Wikipedia steht was von 99%) fließen in die Produktion von Blends, unter anderem von Bell's. Sie gehört schon seit vielen Jahren zu Diageo und Diageo bewirbt ja seine "Nischenmalts" ohnehin nicht. Stefan Gabányi schreibt, es habe vor einiger Zeit mal eine Originalabfüllung in deren Flora & Fauna-Reihe gegeben, aber an und für sich bekommt man die Malts von Inchgower wohl meistens nur von unabhängigen Abfüllern. Der Werbetext von Whic verspricht mir Apfelringe, Orange, altes Papier, Erdbeeren und Vanille. Na, da sind wir aber gespannt.


Art und Herkunft: Single Malt, Speyside (Lower).

Besonderheiten: Sherryfass, nicht gefärbt, nicht kaltfiltriert, Fassstärke.