Sonntag, 13. Oktober 2019

Sind so kleine Biere, Teil LXXXIV: Crazy Black Cat Dry Dublin Stout (6,8% Vol.)

Die Einleitung zum heutigen Artikel wird relativ kurz, denn viel gibt die Webseite von Crazy Black Cat (CBC) an Informationen nicht preis. Es handelt sich um eine winzigkleine Kleinbrauerei (wir nennen das - in Anlehnung an den Begriff Microbrewery - auch ganz gerne eine Nanobrauerei) aus Enschede, die aber über keine eigene Anlage verfügt, sondern ihre Produkte bei der ebenfalls kleinen, aber dennoch etwas größeren De Koperen Ster (haben eine Webseite, die ich aber nicht verlinke, weil sie, wie ich gestern feststellen musste, leider komplett verbuggt ist). Eine Besonderheit bei CBC ist, dass sie sich gänzlich der Herstellung von irischen Bieren verschrieben haben. Neben dem heute vorgestellten Stout gibt es noch ein Stout mit Poteen/Poitin-Infusion sowie zwei verschiedene Red Ales.

Art und Herkunft: Irish/Dry Stout, Niederlande (Twente).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Die Farbe ist - wie kaum anders zu erwarten war - als Schwarz zu bezeichnen. Eine sehr flüchtige, mittelstarke, dunkelbraune Schaumkrone. Vor dem Nosing habe ich das Bier erst einmal ein bisschen mit den Händen angewärmt, denn die empfohlene Trinktemperatur beträgt 9°C. In der Nase finden wir sehr, sehr dominanten Kaffee mit einem leicht metallischen Unterton sowie etwas Lakritze.

Sonntag, 6. Oktober 2019

Goose Island Midway IPA vs. Lagunitas 12th of Never Ale

Drei Gemeinsamkeiten haben die beiden heute besprochenen Biere (außer natürlich, dass es Biere sind): Erstens - sie sind beide in schicken neuen Dosen verpackt. Zweitens - sie kommen beide aus den USA. Drittens - es sind beides ehemalige Craftbrauereien, die von Riesenkonzernen übernommen wurden. Im Falle von Goose Island war das im Jahre 2011 die AB InBev, im Falle der Lagunitas im Jahre 2015 Heineken International (ich hatte mich bei meinem kürzlichen Urlaub in den Niederlanden schon gewundert, warum dort das IPA von Lagunitas mittlerweile zum festen Sortiment jeder x-beliebigen Kneipe gehört).

Diese Brauerei heißt so, weil sie im gleichnamigen Ort in Kalifornien gegründet wurde, und zwar schon im Jahr 1993 von einem Hobbybrauer namens Tony Magee. Nach nur recht kurzer Zeit war ihm seine Anlage in der Stadt Lagunitas aber schon zu klein, daher zog er mit seinem nicht mehr so kleinen Betrieb in die nahe gelegene Stadt Petaluma um (beide Orte liegen nördlich von San Francisco). Fast forward: 18 Jahre später wurde es Herrn Magee auch dort zu eng, und man bemühte sich weiter nach Osten, genauer gesagt nach Chicago. Und so blieb es dann auch bis zur Übernahme durch Heineken. Das heute besprochene 12th of Never Ale gehört zum sehr umfangreichen Standardportfolio.

Da, wohin Lagunitas erst nach langer Zeit umziehen musste, saß Goose Island schon immer: The Windy City. John und Greg Hall gründeten die Brauerei "nach einem Trip durch Europa", wo sie schmackhaftes Bier kennen und schätzen gelernt hatten. Sie beschlossen, es insbesondere den Engländern nachzutun. Das Ganze passierte in den späten Achtzigern; ansonsten war die Entwicklung ähnlich wie bei Lagunitas: immer größere Expansion über ca. 20 Jare, dann Übernahme durch einen Großkonzern. Das Midway Session IPA wird auf ihrer Webseite nicht großartig beworben, auf jeden Fall gehört es (nicht mehr? noch nicht?) zu ihren "Standards".



Goose Island Midway Session IPA (4,1% Vol.)

Art und Herkunft: Session IPA, USA (Illinois). 

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Goldgelb und nur ganz leicht trübe. Kleine, feste Krone. Unaufdringliches Aroma mit Gras- und Melonennoten.

Geschmack: Säuerlich-herber Antritt mit Zitronenzeste auf der Zungenspitze. Schwarzer Tee. Recht erfrischend und weniger herb als vermutet.