Sonntag, 30. Mai 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXXVa: Brauhaus am Kreuzberg (1. Teil)

Ich weiß gar nicht mehr, wie wir auf das Brauhaus am Kreuzberg gekommen sind; wenn ich mich recht erinnere, dachte Tom, es handele sich um eine Berliner Brauerei ... Aber Pustekuchen: aus Oberfranken kommt das Bier - und die Brauerei hat immerhin einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Sie ist übrigens nicht zu verwechseln mit der Brauerei des Franziskanerklosters Kreuzberg in der Rhön. Beide "Kreuzberge" haben jedoch in der Vergangenheit kooperiert, um gemeinsam einen Pilgertrunk herzustellen.

Die Brauerei am Kreuzberg aus Hallerndorf jedenfalls - um die es heute gehen soll - wurde bereits im 15. Jahrhundert gegründet und befindet sich immer noch (!) - natürlich über viele Verheiratungen und Erbschaften hinweg - im Besitz der Gründerfamilie Friedel-Winkelmann. Nach den Fotos auf der Webseite zu urteilen sind auch bereits die nächsten Nachfolgegenerationen gesichert. Neben der Brauerei und der angeschlossenen Restauration gibt es noch eine Brennerei, die neben einer ganzen Reihe von Obstbränden auch einen großen Schwung anderer Spirituosen unter der Marke Tully Cross herstellt, unter anderem Weinbrand, Gin, Rum, Grain Whisky und Single Malt.

Bei den Bieren haben wir uns einfach das saisonal verfügbare kommen lassen, also alles, was es gab - außer dem Hefeweizen, dem oben erwähnten Pilgertrunk sowie einem Schwarzbier namens Schlotfegerla. Die fassgereiften Biere, die ebenfalls unter dem Namen Tully Cross verkauft werden, besprechen wir nächste Woche; dieses Mal sind die eher "mainstreamigen" Produkte dran.


Brauhaus am Kreuzberg Edelhopf (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Pils, Deutschland (Bayern)

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Goldgelb und leicht trüb, fast keine Krone. In der Nase fast nichts zu spüren.

Geschmack: Reife Mandarinen und leichte Bitterkeit.

Abgang: Kurz, mit etwas Hefe.

Fazit/Tipp: Beworben als "etwas anderes Pils". Unserer Meinung nach ordentlich, aber in keiner Weise auffällig. Ein eher "typisches" feinherbes Pils.


Brauhaus am Kreuzberg Zwickelbier (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Zwickel-/Kellerbier, siehe oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Dunkler Bernstein, keine nennenswerte Krone. Aromen von feuchter Asche, Aschenbecher, etwas vollreifer Frucht.

Geschmack: Kräftiger Antritt mit deutlicher Bitterkeit und etwas "holzig".

Abgang: Mittellang und trocken. Feuchtes Laub.

Fazit/Tipp: Paradoxerweise "hopfiger" als das Pils.


Brauhaus am Kreuzberg Leichtes Roggenbier (2,4% Vol.)

Art und Herkunft: Leichtbier, Roggenbier, siehe oben.

Samstag, 22. Mai 2021

Zwischendurch: Kurze Pause

 Liebe Lesende!

Die gesamte Redaktion macht am Pfingstwochenende - wo die Temperaturen und die Inzidenzen fallen - eine kurze Verschnaufpause im Garten, im Wald oder am Wasser.

Deswegen gibt es heute nichts zu lesen, nächste Woche - am 30. Mai - aber ganz bestimmt. Versprochen!

Schöne Pfingsten wünschen Plattfuss, Tom und Jan!



Sonntag, 16. Mai 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXXIVb: Wacken Brauerei (2. Teil)

Es stellte sich heraus, dass Plattfuss nur ein einziges Foto seines Probierpakets der Wacken Brauerei besitzt, deswegen muss ich leider das von letzter Woche noch einmal verwenden. Was soll man machen? Sind harte Zeiten.

Außerdem fehlen in der Verkostung auch noch zwei Biere, die wir nicht mehr "geschafft" haben - einmal wegen Krankheit, einmal wegen Impfung: das Walkürenschluck DIPA sowie das Surtr Smoked Porter kann ich vielleicht bei Gelegenheit mal nachreichen ... oder auch nicht.😇

Heimdalls Willkomm (6,5% Vol.)

Art und Herkunft: Biermischgetränk, Deutschland (Schleswig-Holstein),

Besonderheiten: Bier und Met.

Aussehen und Aroma: Bernstein, kleine und feste Krone. Kräftige Honignoten in der Nase, die alles andere gnadenlos niederbügeln. Ein Hauch von Balsamicoessig?

Geschmack: Säuerlich-süßlicher Antritt, mit einer Ahnung von Heidekraut. Rundes Mundgefühl, aber wenig Kohlensäure. Honig und Estragon.

Abgang: Kurz bis mittellang.

Fazit/Tipp: Nun ja - als "experimentelles" Gebräu okay. Für den ganzen Abend aber viel zu anstrengend.


Freya Frühjahrsbock (6,3% Vol.)

Art und Herkunft: (Mai-) Bock, siehe oben.

Sonntag, 9. Mai 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXXIVa: Wacken Brauerei (1. Teil)

Die Wacken Brauerei (ja, schreibt sich wirklich mit Leerstelle 🙊) wurde 2016 gegründet. Und sie ist eine GmbH. So viel lernt man auf jeden Fall auf der Webseite. Gottseidank haben wir noch einen älteren Artikel (aus dem Gründungsjahr) in der Norddeutschen Rundschau gefunden, denn über ihre eigene Historie erfährt man von der Brauerei nicht viel. Was es noch gibt, ist ein mittelkurzes Mission & Vision Statement, das ich hier in (fast) voller Länge zitiere, da mir auch nichts weiter einfällt:

Unsere Brauerei ist in Holstein, einem Landstrich abseits des Weltgeschehens. Einem Ländchen, oft grau und zuweilen flach, wie der fade Einheitsgeschmack von Industriebier, welches wir viel zu lange ertrugen. Wir glichen durstigen Beduinen, die durch eine brauereiarme und eintönige Bierwüste ziehen. Nun brauen wir selbst, und zwar in Wacken.

(...)

Wir setzen auf Kreativität, wollen neue Wege einschlagen aber auch alte, längst vergessene Pfade der Bierherstellung wiederbeleben.

Wir verwenden natürliche Zutaten, sparen nicht an erlesensten Hopfen und belassen das Bier, als das, was es ist: ein Naturprodukt, unfiltriert, nicht pasteurisiert, geschmackvoll und reich an Aromen.

Wir machen Biere mit Geschmack, moderne Biere mit Geschichte und Geschichten, runde Biere mit Ecken und Kanten…

Plattfuss war so freundlich, uns ein "ganz großes" Probierpaket der Brauerei zu bestellen; es gab "Doppelte" zuhauf, sodass wird die Beute gut unter uns dreien aufteilen konnten, ohne uns gleichzeitig alle treffen zu müssen. Die Biere haben übrigens alle "nordische" Namen und Aufmachung, hauptsächlich Gottheiten und Halbgottheiten aus der germanisch-skandinavischen Mythologie - also nicht wundern.


Sleipnir Schnelles Helles (4,8% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, Deutschland (Schleswig-Holstein).

Besonderheiten: Mit Summit, Saphir und Celeia gebraut.

Aussehen und Aroma: Goldgelb mit kleiner Krone. Süßlich-frisch bzw. sogar "zitrusfrisch".

Geschmack: Frisch und gleichzeitig vollmundig. Etwas kräftiger als ein 08/15 Münchner Helles. Leichte Frucht, vielleicht etwas Pfirsich. Unseres Erachtens etwas mehr als nur "dezent" hopfig.

Abgang: Mittellang, herber.

Fazit/Tipp: Etwas untypisch für den Bierstil, aber sehr trinkbar.


Mjölnir Nordic Lager (5,3% Vol.)

Art und Herkunft: Pilsener, siehe oben.

Besonderheiten: Gehopft mit Summit und Cascade.

Aussehen und Aroma: Goldgelb mit großer Krone, würzig. Der Cascade kommt recht deutlich durch.

Sonntag, 2. Mai 2021

Sind so kleine Biere, Folge CXXIII: WOIF Biersieder

Woif, also "Wolf" ist Wolfgang Hartl, Bierliebhaber und Inhaber dieser Craftbierbrauerei in Seekirchen am Wallersee. Auf der Webseite seiner Firma erfahren wir, dass er zunächst mit dem Obstpressen und -saften begann, mit Cidre, Honigwein und Obstbrand weitermachte, bis er schließlich beim Bier landete, wo er auch blieb.

Das Sortiment ist relativ überschaubar, da nur aus regional (und tw. saisonal) verfügbaren Rohstoffen gebraut wird. Das von uns georderte Probierpaket umfasste vier der fünf gegenwärtigen Sorten - einzig das Hoiablia (ein Bier mit Holunderblüten) war nicht enthalten.


Weana Bazi (5,0% Vol.)

Art und Herkunft: Wiener Lager, Österreich (Salzburg).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Rotgold, kleine und feste Krone, leicht trüb. Malzige Noten und auch Frucht. Beeren?

Geschmack: Nicht ganz frischer Antritt, mittlere Kohlensäure. Auf der Zunge Hopfenbittere, aber auch säuerlich-fruchtige Noten. Apfelschale.

Abgang: Kurz, süßlich-säuerlich.

Fazit/Tipp: Ungewöhnlich, wenn man diesen alten Bierstil noch nicht gut kennt. Kann man auch eins oder zwei mehr von trinken.


Stiawoscha (4,9% Vol.)

Art und Herkunft: Märzen, s. oben.

Besonderheiten: Aus 100% biologisch angebauten Zutaten.

Aussehen und Aroma: Hellgold, kleine Krone. Trüb. Fruchtige Nase, wenig Malz. Vielleicht Ananas oder Ananassaft aus dem Fruchtcocktail, aber dezent.

Geschmack: Ebenfalls eher milde Kohlensäure, fruchtiger Antritt. "Kumquat" meinte die Mehrheit. Doch recht hopfig, wie dieses typische Aroma in der Luft, wenn man in der Nähe einer Brauerei wohnt. Frischer Brotteig.

Abgang: Kurz bis mittel, Hefe. Ansonsten unauffällig.

Fazit/Tipp: Nicht unser Favorit bis jetzt. Weniger süffig als das Lager.


Oids Troad (5,2% Vol.)

Art und Herkunft: Pale Ale, s. oben.

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Sattgolden und trübe, fast keine Krone. Der Geruch ist dezent Pale-Ale-typisch. Tropische Früchte. Papaya? Ananas?