Sonntag, 5. Dezember 2021

From Russia with Love: Baltika (3. Teil) - Zhigulevskoye Firmennoye (4,5% Vol.)

Eine etwas überraschende kurze Fortsetzung unserer Baltika-Reihe. Ich war gestern im örtlichen Supermarkt und da sprang mir die etwas großbusige und großvolumige Dose mit dem Zhigulevskoye Firmennoye (Zhiguli ist anscheinend der Name einer Gebirgskette - danach wurde in der SU auch eine Automarke benannt - und Firmennoye heißt wohl so etwas wie "Unterschrift" - so wie man im Englischen von signature ... für etwas unverwechselbares spricht) ins Auge. Da ich eh noch nichts für heute hatte und "dran bin" - um so besser.

Zhigulevskoye ist eine der "Traditionsmarken" von Baltika. Wobei ich in diesem etwas älteren Bericht lesen konnte, dass es sich eigentlich um keine eingetragene Marke im rechtlichen Sinne handelt. Demzufolge gibt es mehr als nur eine einzige Brauerei, die ein Bier unter diesem Namen herstellt. In der Sowjetunion war Zhigulevskoye anscheinend so etwas wie ein Deonym für Bier wie "Aspirin" für Kopfschmerztablette oder "Tempo" für Papiertaschentuch, insofern ist es auch für postsowjetische Firmen sicherlich interessant, den Bekanntheitsgrad dieses Begriffs auszunutzen. Warum es in 900-Mililiter-Gebinden (und nicht etwa in der Einliterdose) geliefert wird, weiß ich nicht. Das Problem mit den seltsamen russischen Flüssigkeitsmengen hatten wir ja schon vorher. Eventuell irgendeine Ableitung von einer nicht-metrischen Maßeinheit?

Art und Herkunft: Pale Lager/"Helles Schankbier", Russland (Sankt Petersburg).

Anmerkungen: -

Sonntag, 28. November 2021

Winter(beer) is Coming: Barre vs. Kaiser

Ich könnte schwören, dass es so vor etwa 10 Jahren in Deutschland noch so gut wie gar keine Winter- oder Weihnachtsbiere zu kaufen gab. Naja - wahrscheinlich konnte man sie schon kaufen, wenn man wusste wo und wann. Aber dass welche - sagen wir mal beispielsweise - bei Rewe oder bei Kaufland oder meinetwegen auch Aldi im Regal zu finden waren, daran kann ich mich nun wirklich nicht erinnern. Mittlerweile hat ja sogar Aldi einen Winterbock von "Schultenbräu". Und in anderen Ländern gab es das ja auch schon, wenn auch vielleicht nicht immer und überall.

Bei der Vorbereitung auf unseren regelmäßigen Stammtisch war ich neulich mal bei Rewe und erwartete nicht, was besonderes zu finden (Sorry, Rewe - aber es gibt biertechnisch besser sortierte Supermärkte), aber hatte dann doch Glück: es gab von Kalea die Hoppy Xmas Beer Tasting Box und da habe ich dann sofort zugeschlagen. Ausgesucht habe ich für heute zwei "Winterbiere" (Anführungszeichen weil eigentlich kein eigener bzw. einheitlicher Bierstil), nämlich das Barre Winterbier sowie das Kaiser Winterbier. Letztgenannte Brauerei (auch gelegentlich unter dem Namen des Gründers Kumpf bekannt) ist sicherlich die kleinere von beiden, 1881 gegründet, bis 2017 im Familienbesitz. In dem Jahr wurde sie von einer chinesischen Holding gekauft, Geschäftsführer ist jedoch mit Christoph Kumpf immer noch ein Nachfahre des Gründervaters. Barre Bräu ("Barre Bräu - dein Herz erfreu") - eigentlich Privatbrauerei Ernst Barre - ist um einiges größer und auch gut vierzig Jahre älter: gegründet 1842 in Lübbecke und dort noch immer ansässig - und auch immer noch im Besitz der Familie Barre.

Kaiser Winterbier (5,5% Vol.)

Art und Herkunft: Winter Lager, Deutschland (Baden-Württemberg).

Sonntag, 21. November 2021

Sind so kleine Biere, Folge 130: Kreis Bräu

JA, es schreibt sich wirklich so: Kreis Bräu. Nicht etwa Kreisbräu. Ich kann wirklich nichts dafür. Die Brauerei ist ein Projekt von Julian Schmidt (studierter Braumeister), Florian Kühn, und Alexandros Bikoulis, und entstand in seiner Keimzelle vor etwa 15 Jahren aus einem Hobby heraus. Kreis Bräu war jedoch zunächst in Leipzig ansässig, bevor man nach Erlangen umzog. Dort ist es lokal in Gastronomie und Handel verfügbar; unsere Redaktion hat es über Landbierparadies 24 bezogen. Nach Firmenangaben handelt es sich um eine so genannte Gypsy Brewery, das heißt dass keine eigene Brauanlage (außer in sehr kleinem Maßstab für Probesude) existiert, sodass die Chargen, die in den Verkauf gehen, woanders gebraut werden (müssen). Kreis Bräu spricht von einer "befreundeten Brauerei im Ahorntal", wobei nach kurzer Recherche bei uns die Meinung überwiegt, dass von der Größe her dann hauptsächlich Held oder Stöckel in Betracht kommen dürften.

Im Moment sind drei Biere im aktiven Portfolio (es gibt hin und wieder auch "Spezialsude"), welche auch in der oben angesprochenen Lieferung enthalten waren. Das Hopfig Hell und das Märzen (Fünfte Jahreszeit) waren jetzt schon ein paar Tage über MHD, aber natürlich noch vollkommen in Ordnung.



Hopfig Hell (4,7% Vol.)

Art und Herkunft: Helles, Deutschland (Bayern).

Anmerkungen: Enthaltene Hopfensorten sind Tettnanger, Fuggles, Centennial, Mittelfrüh und Nordbrauer.

Aussehen und Aroma: Goldgelb, mit einer schneeweißen kleinen Schaumkrone. Sehr dezentes, leicht mineralisches Aroma, warmer Backstein.

Geschmack: Spritzig im Antrunk. Frischwürzige Noten von gerade gemähtem Heu. Eine leichte Säure stellt sich nach und nach ein.

Abgang: Kurz bis mittel, eher herber werdend.

Fazit/Tipp: Geschmacklich eher ein Pils als ein Helles. Kräftig und erfrischend.


Fünfte Jahreszeit (5,8% Vol.)

Art und Herkunft: siehe oben.

Anmerkungen: "Kaltgehopft mit Huell Melon und Comet".