Sonntag, 12. September 2021

Schwarzgebrannter Aguardente aus Portugal (o.A., o.V.)

Auf verschlungenen Wegen erreichte mich eine große Bügelflasche schwarzgebrannten Aguardentes aus Portugal. Ich schreibe "schwarzgebrannt", obwohl ich das gar nicht mit Sicherheit sagen kann, denn anscheinend ist in Portugal die Hausdestillation nicht - wie in den meisten Fällen in Deutschland - illegal. Aguardente ist das, was man in spanischsprachigen Ländern Aguardiente nennt. Tom hat vor vielen Jahren hier und hier schon einmal etwas über Aguardientes aus Kolumbien und Kuba geschrieben und auch etwas zur Begriffsbestimmung gesagt.

In Portugal scheint es wohl so zu sein, dass Aguardente entweder aus Wein, aus Trester (wie ein Grappa) oder aus "den Früchten des Erdbeerbaums" (Wikipedia) hergestellt wird. Was auf unseren "Moonshine" zutrifft, weiß ich leider nicht, aber vielleicht können wir es erschmecken. Auch wie viele Umdrehungen er hat, ist nicht bekannt, aber traditionell sollen es zwischen 50 und 80 (sic!) sein. Nun ja, hoffen wir mal das beste.


Art und Herkunft: Aguardente, Portugal.

Besonderheiten: ohne Altersangabe (sicherlich ein New Make Spirit), ohne Angabe der Volumenprozente, ohne Angabe der verwendeten Grundstoffe.

Sonntag, 5. September 2021

whic Islay Single Malt Batch 1 NAS (46,0% Vol.)

Zum ersten Mal seit einiger Zeit bekamen wir neulich wieder elektronische Post von Melisa von whic zunebst eines Samples. In ihrer Mail kündigte uns der Bremer Whiskyhändler die Ausgabe eine(s) eigenen dauerhaft verfügbaren Standard(s) an. Begonnen wurde mit einem nicht näher benannten Whisky von Islay, Auf der Webseite ist er im Moment vergriffen, soll jedoch ansonsten 29,99 EUR kosten, was für einen guten Islay ein sehr fairer Preis wäre.

Die spannende Frage bei diesen unabhängigen Abfüllungen ohne Brennereiangabe ist ja immer das Rätsel, welcher Whisky denn nun genau in der Flasche anwesend sein mag. Wenn man weiß, aus welcher Region der Tropfen kommt, kann man es meistens anhand des Ausstoßes der potenziell beteiligten Destillerien sowie des Preises einigermaßen eingrenzen (Hersteller mit geringem Ausstoß verkaufen ihre Produkte in der Regel nicht zu einem "Kampfpreis" an unabhängige Abfüller, sondern vermarkten diese lieber selbst). Wenn man sich dann noch ein bisschen mit den jeweiligen "Hausstilen" auskennt, ist es am Ende meistens gar nicht so unheimlich schwer, einen educated guess abzugeben. Aber schauen wir mal.


Art und Herkunft:
Single Malt, Schottland (Islay).

Besonderheiten: Ungefiltert und nicht gefärbt.

Aussehen und Aroma: Sehr hell, weißweinfarben. Relativ schnelle legs, also sicherlich ein eher junger Tropfen. In der Nase ein recht bekannt anmutendes Gemisch von Kreide, Minze, Torffeuer und Pfeffer. Eventuell etwas Vanille vom Weißeichenfass.

Geschmack: Süßer Antritt mit auch wieder etwas weißem Pfeffer. Nadelwald. Eukalyptusbonbon.

Abgang: Kurz und etwas scharf.

Fazit/Tipp: Heavily peated? Darüber kann man streiten. Diese erste Abfüllung bietet einen anständigen, wahrscheinlich gerade mal erwachsen gewordenen (drei Jahre alten?) Islay-Whisky zu einem redlichen Preis. Nicht mehr und nicht weniger. Was wir glauben, welche Destillerie dahintersteckt? Die Redaktion war sich recht einig und verwettet ihre Sonntagshosen auf: Laphroaig.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 12. September 2021.

Verkostung: Plattfuss, Tomas A., Jan B.

Text: Jan B.

Sonntag, 29. August 2021

TOBIerfest 2021

Eigentlich sollte die Redaktion irgendwann um diese Zeit heute im Auto von Nobody sitzen und von Eindhoven aus in Richtung Osnabrück unterwegs sein. Eigentlich. Denn das Van Moll Fest 2020, für das wir ursprünglich Karten besorgt hatten, und das dann wegen Corona auf 2021 verschoben wurde, ist erneut verschoben worden. Die niederländische Regierung hat - immer noch wegen Corona - so strenge Auflagen für Massenveranstaltungen gestellt, die in geschlossenen Räumen stattfinden (Das Van Moll Fest "tagt" im sehr bekannten Evoluon in Eindhoven), dass sich der Aufwand für die gastgebende Craftbrauerei Van Moll einfach nicht lohnt. Wofür man natürlich Verständnis haben muss.

Nun, die Tickets bleiben für die nächste Edition (2022) gültig, die Hotelzimmer waren stornierbar - insofern kein finanzieller Verlust. Aber wir wollten ja ein Bierfest feiern und hatten uns extra dieses Wochenende freigehalten - also was tun? Ganz einfach: ein eigenes "Bierfest" organisieren, natürlich nur für geladene Gäste unter Beachtung der 3G-Regeln. Kein großes Problem, die Redaktion samt Anhang ist zu 100% durchgeimpft. Tobi stellte großzügig seinen Garten (unseren Braugarten) zur Verfügung. Für Getränke mussten die Teilnehmer:innen selbst sorgen, was alle auch brav erledigten. Zu Ehren des Gastgebers wurde das Event dann noch TOBIerfest getauft und auch der Regen pausierte in Osnabrück-West für ein paar Stunden.

Insgesamt wurden 50 Biere ausgeschenkt, aber nur etwa Hälfte taucht in der u.a. Tabelle auf - sei es, weil wir die Biere vorher schon einmal probiert hatten oder auch, weil es unsere eigenen Erzeugnisse waren. Von denen gab es nämlich auch noch ein paar "Überbleibsel", die allesamt gut die Jahre (teilweise mehr als drei!) überstanden hatten. Unter anderem konnten sich die Gäste selbst ein Bild machen von unserem Weihnachtsbier, Pale Ale No. 1, Mild Session Ale, 4-40 Oatmeal Stout, Vorstandspils, Mosaic IPA. Aber, wie schon gesagt, außer Konkurrenz. Da wir aufgrund der kleinen Mengen nicht alle alles probieren konnten, haben wir bei den verschiedenen Bieren jeweils vier Tester:innen abgeordnet, darum ist in der Tabelle auch jeweils nur die Rede von Tester:in "A", "B", usw.