Sonntag, 5. Juli 2020

Einsendungen, Teil XIII: Inchgower 21 J. (59,3% Vol.) (Whic Amazing Whiskies 2/30)

"Hast du schon was für den Blog geschrieben?" "Nein, hast du?" "Nee, auch nicht. Und Plattfuss?" "Ich glaube, der auch nicht!"

Gut, dass ein Sample von Whic auf mich wartete, als ich eben die Haustüre hinter mir aufschloss. Der zweite Whisky aus der neuen Reihe Amazing Whiskies; den Glenrothes hatten wir neulich schon mal hier. Wenn ihr den heute verkosteten Inchgower aus dem Sherryfass haben möchtet, müsst ihr um die 95,- EUR hinblättern. Wenn ihr die gerade nicht übrig habt, lest gerne trotzdem weiter, aber nicht, dass ihr nachher meckert.

Inchgower (keine Webseite!) ist eine weitere recht unbekannte - oder soll ich sagen: unauffällige - Brennerei. Der allergrößte Teil ihrer Produktion (auf Wikipedia steht was von 99%) fließen in die Produktion von Blends, unter anderem von Bell's. Sie gehört schon seit vielen Jahren zu Diageo und Diageo bewirbt ja seine "Nischenmalts" ohnehin nicht. Stefan Gabányi schreibt, es habe vor einiger Zeit mal eine Originalabfüllung in deren Flora & Fauna-Reihe gegeben, aber an und für sich bekommt man die Malts von Inchgower wohl meistens nur von unabhängigen Abfüllern. Der Werbetext von Whic verspricht mir Apfelringe, Orange, altes Papier, Erdbeeren und Vanille. Na, da sind wir aber gespannt.


Art und Herkunft: Single Malt, Speyside (Lower).

Besonderheiten: Sherryfass, nicht gefärbt, nicht kaltfiltriert, Fassstärke.

Sonntag, 28. Juni 2020

Sind so kleine Biere, Teil CI: Verstraete Papegaei 2018 (8,0% Vol.)

Das ist nun endlich einmal wieder ein wirklich "kleines Bier": in nur etwa 150 Gaststätten wird es ausgeschenkt und auch der Vertrieb ist sehr stark regional begrenzt: fast nur in der Gegend direkt an der belgischen Küste ist es zu finden. Das Papegaei von Adam Verstraete ist nach dem Gebäude in Diksmuide benannte, in dem er residiert und in dem es das Bier nicht nur zu kaufen, sondern auch zu verkosten gibt. Früher war es eine Vollzeitkneipe und hieß eben De Papegaei - und genau dieses Tier ziert denn auch das schön gestaltete Etikett. Adam hat als Haus- und Hobbybrauer begonnen, nach eigenen Angaben tingelte er einige Zeit durch die Lande und brachte seine Biere mit Wechseletiketten "an den Mann", d.h. in diesem Fall: an wechselnde Gastronomen. Seit 2009 hat er nun sein "eigenes" Bier, welches aber nicht in dem kleinen Häuschen in Diksmuide gebraut wird, sondern bei Deca in Woesten-Vleteren. 

Das ist eine ganz interessante Brauerei: einerseits machen sie einige eigene Biere, unter anderem das Vleteren (nicht zu verwechseln mit dem benachbarten, aber von Mönchen gebrauten Westvleteren!); andererseits haben aber andere Brauer, die sich z.B. eine große eigene Anlage nicht leisten können, die Möglichkeit, ihre Biere bei Deca zu brauen - wie es eben auch Adam Verstraete gemacht hat. Eine schöne Übersicht über alle "Gastbrauer" gibt es übrigens hier.


Art und Herkunft: Blond, Belgien (Westflandern).

Sonntag, 21. Juni 2020

Das Heilige Petrus, Teil III: Tripel vs. Aged Red

So, jetzt aber! Nachdem ich letzte Woche ganz gentlemanlike zurückgetreten bin, damit Plattfuss und Jan B. ihre Verkostung der neuesten Edition von whic.de zeitnah raushauen konnten, bin ich nun endlich dran mit dem letzten Teil meiner Miniserie über das Petrus von De Brabandere. Diese beiden werden wohl recht ausdrucksstark sein; sie bringen auch mit acht bzw. achteinhalb Umdrehungen ordentlich "wumms" mit. Das Aged Red ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem relativ neuen Red by Petrus: zwar enthalten beide das klassische foederbier und Kirschen, jedoch gehört zum Aged Red noch eine gehörige Portion des Dubbel, das ich hier ebenfalls schon in seiner Reinform verkostet habe.


Petrus Tripel (8,0% Vol.)

Art und Herkunft: Tripel, Belgien (Westflandern).

Besonderheiten: Aus Gerste und Weizen, mit Zuckerzusatz.