Sonntag, 15. November 2020

Projekt Braugarten, Teil X: Mosaic IPA (6,2% Vol.)

Wir sind etwas nachlässig gewesen mit unseren Verkostungsnotizen: seit dem Mild Session Ale haben wir ja - außer dem turnusmäßigen Weihnachtsbier - schon drei weitere Biere hergestellt: Das 4-40 Oatmeal Stout, das Vorstandspils und das Mosaic IPA. Beim Stout müssen wir mal schauen, ob wir noch irgendwo eine Flasche rumfliegen haben, um das Pils kümmere ich mich ein anderes Mal und das IPA ... ja, das IPA machen wir heute.

Ein IPA zu brauen war uns schon lange ein großes Anliegen, aber irgendwie haben wir es immer vor uns hergeschoben. Und: wir haben ja den Anspruch, Biere zu brauen, die wir auch selbst gerne trinken würden. Und da gehen die Meinungen, wie ein IPA zu schmecken hat, im Team doch teilweise sehr stark auseinander. Der eine mag keine starke Bitterkeit, der andere keine würzigen bzw. grasigen Noten, usw. usw.

Der Kompromiss war, ein sehr fruchtiges IPA zu brauen; mit der entsprechenden Kombination des richtigen Hopfens mit der richtigen Hefe sollte das kein Problem sein. Entschieden haben wir uns letztendlich für eine Zusammenarbeit von Mosaic (und zwar NUR Mosaic) sowie der SafAle S-33 von Fermentis. Für den richtigen Hopfenwumms haben wir uns der guten alten Kalthopfung bedient und eine ordentlich Schaufel Mosaic in die Gärbottiche geworfen. Leider ist die Gesamtausbeute nicht ganz so groß wie erhofft: in einer der Chargen ist die Hefe wohl durch andere Bakterien infiziert worden und der Inhalt des Bottichs ist "umgekippt". Sehr schade, aber aus Schaden wird man klug (wenn auch niemals reich).

Art und Herkunft: Single Hop IPA, Deutschland (Niedersachsen).

Besonderheiten: Kalthopfung.

Aussehen und Aroma: Satter Bernstein mit einer großen, festen Krone. Die Sedimentierung konzentriert sich in der unteren Hälfte der Flasche; wenn man ein kleines Glas nimmt, ist das erste sehr klar und das andere sehr "milchig". Insofern sollte man wahrscheinlich ein etwas größeres Glas nehmen, um die typische Haziness eines IPA genießen zu können. In der Nase eine tropische Fruchtbombe mit Orangen, Grapefruits, Bananen und Mangos.

Geschmack: Sehr kräftige Kohlensäure und sehr viel Hopfen. Orangenschale, Zitronat, Grüner Tee und ein Spritzer Zitrone erhalten uns die fruchtige Frische.

Abgang: Mittellang und ziemlich trocken bis herb. Einzelne säuerliche Noten stehen nach.

Fazit/Tipp: Man soll ja sein eigenes Produkt nicht über den Klee loben, deswegen beschränke ich mich darauf zu sagen, dass dieses IPA genau so ausgefallen, wie wir es uns gewünscht haben: sehr fruchtig, sehr kräftig, und dennoch gut trinkbar.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 22. November 2020.

Verkostung und Text: Tomas A.


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