Samstag, 4. Juni 2016

Rumlungern und rumtrinken, Teil I: Don Papa NAS (40% Vol.)

Willkommen zu unserer neuen Miniserie Rumlungern und Rumtrinken, welche meine Frau ermöglicht hat. Genauer gesagt dadurch, dass sie mir zu Weihnachten 2015 das praktische Rumprobier-Fass von Rum und Co. geschenkt hat. Version 2.0, um genau zu sein, wenn man den Ausführungen auf deren Webseite folgt. Solche Sachen finde ich ja immer sehr praktisch, denn sie ermöglichen einem einen schnellen Überblick über Produkte, die man noch nicht kennt - ohne dabei viel Geld für eine Flasche auszugeben, die einem nachher vielleicht gar nicht mehr schmeckt. Das kleine Holzfässchen ist auch recht schmuck und es liegt ein Heftchen mit Informationen zu den sechs enthaltenen Rums bei. Aus dem wir natürlich nicht ausführlich zitieren. Hier wird noch selbst recherchiert, dankeschön. 

Frischauf also und hineingegriffen in das Holzfass: wir beginnen heute mit dem Don Papa, einem Rum ohne offizielle Altersangabe (aber mindestens sieben Jahre in Ex-Bourbonfässern gereift), der im großen Gebinde um die 35,- EUR kostet und in Deutschland von der Sierra Madre GmbH (Import von Lebensmitteln und Spitituosen) vertrieben wird. Der Name Don Papa ist eine Reverenz an den legendären philippinischen Rebellen Dionisio Magbuelas, auch genannt Papa Isio, der am Ende des 19. Jahrhunderts eine Zeit lang mit Erfolg in den Wäldern seiner Heimatinsel Negros gegen die spanische Oberherrschaft und auch gegen die katholische Kirche kämpfte (er selbst war Anhänger einer schamanistischen Tradition namens Pulahan). Nebenbei brannte er auch illegal Schnaps, wenn auch aus Kokosnüssen, was ihn natürlich zu einem geeigneten Schutzpatron für eine Destillerie macht.

Der gleichnamige Rum wird als Small Batch ausschließlich mit Zuckerrohr von der Insel Negros hergestellt und von der Herstellerfirma (The Bleeding Heart Rum Company) als Single Island Rum angesprochen, da er dort auch gebrannt wird und reift. Die Beilage von Rum und Co. beschreibt ihn als fruchtig und von verspielter LeichtigkeitAuf jeden Fall ist es der erste Rum von den Philippinen, den ich versuche; ich bin also sehr gespannt.

Art und Herkunft: Rum, Philippinen

Besonderheiten: Small Batch, aus Zuckerrohr

Aussehen und Aroma: Satter dunkler Bernstein. Extrem aromatisch: nach ein paar Minuten duftet mein ganzes Zimmer danach. Sehr, sehr viel Vanille und Toffee. Frucht erst nach einer Weile und eher am Rande. Etwas Limette? Aprikose?

Geschmack: Auch auf der Zunge im Antritt zunächst etwas zitrusartiges, ein kleiner Stich. Gleichzeitig supersüß, mit Noten von Honig und Zuckerwatte. Wieder viel Butterscotch. Dabei auch noch durchaus kräftig. Sehr angenehmes Mundgefühl.

Abgang: Lang, zum Ende hin sehr warm und kaffeeartig. Auf der Zunge bleibt ein säuerliches Prickeln wie von Limonen- oder Limettenzeste.

Fazit/Tipp: So kann es meinetwegen weitergehen. Bereits der erste Rum aus der "Kollektion" überzeugt mich absolut. Ein sehr aromatischer und vielschichtiger Tropfen, der ganz naturbelassen ist, aber wie ein Spiced Rum schmeckt. Ich bin durchaus in Versuchung, mir eine große Flasche vom Don Papa zu kaufen.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 11. Juni 2016.

- Euer Tomas Aquinas


Keine Kommentare: