Sonntag, 20. November 2016

Bierwochenende in Hasselt, Teil I: Der lange Abschied

Zum dreiundzwanzigsten Mal haben jetzt unsere Gastgeber, De Limburgse Biervrienden das Wochenende der Belgischen Biere in Hasselt ausgerichtet. Über 4.000 Besucher berichtete die Lokalpresse, das sind nach meiner Rechnung gut 1.500 mehr als im letzten Jahr. Leider ist es aber auch gleichzeitig die letzte Ausgabe gewesen, wenn nicht ein Wunder geschieht. Wir hatten Gelegenheit mit Ronny Langenaeken, dem Vorsitzenden der Bierfreunde, darüber zu sprechen. Er machte uns klar, dass das Event über alle jemals antizipierten Proportionen hinaus gewachsen ist, dass dieser große Aufwand jedoch Jahr um Jahr mit fast derselben Anzahl von (ehrenamtlich arbeitenden!) Mitgliedern gestemmt werden muss. Direkt nach dem Bierwochenende beginnt die Vorbereitung auf das nächste Jahr und an den drei Tagen im November sind dann alle Helfer voll eingespannt. Ronny und seine Vorstandskollegen möchten nach vielen Jahren harter Arbeit nun in den "Ruhestand" gehen, haben aber bislang niemanden gefunden, der als Nachfolger die große Verantwortung und harte Arbeit auf sich nehmen will. So haben sie beschlossen, den Verein zum Jahr 2019 aufzulösen, aber vorher schon einen Schlussstrich unter das Bierwochenende zu ziehen. Unser Team bedauert diese Entscheidung sehr; wir können sie allerdings nachvollziehen, denn wir haben in den letzten beiden Jahren unserer Anwesenheit feststellen können, wie viel Engagement und Herzblut die "Bierfreunde" immer hineingesteckt haben. Na - vielleicht tut Gambrinus ja doch noch ein Wunder.

Unser Team wurde dieses Mal von einigen Gästen verstärkt (unter anderem durch Jan vom Braugarten und einem Kumpel aus seiner Jugendzeit, der in der Gegend von Hasselt gelandet ist). Natürlich durften unsere Gäste auch mitdegustieren, wie sich das gehört, was man dann auch nächste Woche in der Abschlusswertung deutlich erkennen wird. Das Team war ansonsten wieder recht nahe am Veranstaltungsort untergebracht; Orientierungsprobleme gab es diesmal aber nicht mehr. Anders als letztes Jahr haben wir diesmal den Sonntag noch hinzugenommen (Jan hatte sich bereiterklärt, als Nachhausefahrer zu fungieren), so dass wir die Anzahl der getrunkenen Biere um gut 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern konnten. Zwei meiner Kollegen wurden sogar noch von einem Journalisten interviewt und fotografiert. Wo war ich da gerade mal wieder? Richtig: Bier wegbringen. Naja, ich mache den Job hier ja nicht wegen der Publicity. Plattfuss hatte dann dieses Jahr sogar dreimal Glück bei der Tombola, nachdem er ja 2015 bereits dick abgeräumt hatte. So blieb dem Chronisten denn auch nur übrig, sein Elend in Käsewürfeln und Bier zu ertränken.




Zum Bier wollte ich noch anmerken, dass ich es für eine der großen Stärken des Bierwochenendes von Hasselt halte und gehalten habe, dass es so viel NEUES zu entdecken gibt. Als ich vor Beginn die Bierliste durchging, stellte ich fest, dass unser Team gemeinsam nur insgesamt drei von 123 Bieren überhaupt schon einmal getrunken hatte, wobei fast alle dieser Biere ja auch noch aus dem kleinen Belgien kommen (es gab noch drei amerikanische und ein italienisches). Aufgefallen ist mir auch, wie viele Biere mittlerweile als Auftragsarbeiten entstehen - entweder von Brauern, die sich (noch) keine eigene Braustätte leisten können, oder von allen möglichen Kunden zu allen möglichen Anlässen: Karnevalsvereinen, Jubiläen, Blumenkorsos (sic!), Fremdenverkehrsvereinen usw. Und das sind nicht einmal die Schlechtesten!



Es gab - wie gesagt - sehr viel Neues zu entdecken, aber so rein subjektiv glaube ich doch, dass die überwiegende Mehrzahl der Experimente sich im Bereich IPA und Anverwandte tummelte. Was mich nicht stört - aber ich habe dieses Jahr doch irgendwie viel weniger dunkle Biere (Stouts, Porters) oder auch Gueuze probiert.

Ach ja, es waren wieder mal drei schöne Tage im Kreise der Crew und der Biere. Wir werden Hasselt vermissen, wenn es wirklich dabei bleibt, dass dies das letzte Bierwochenende dort gewesen sein soll.

In der nächsten Woche, also am 27.11., findet ihr an dieser Stelle eine Übersicht aller von uns getrunkenen Biere samt Bewertung.

- Euer Tomas Aquinas


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