Donnerstag, 14. März 2013

Zwischendurch: Änderungen

Nur kurz ein paar technische Informationen: Ich wurde darauf hingewiesen, dass anscheinend die Suchfunktion für die Seite nicht (mehr) richtig funktioniert und dass viele Posts nicht über Stichwort auffindbar sind (danke für den Hinweis, Black Arab). Da sich das Problem zur Zeit nicht lösen lässt, habe ich alle Labels der Posts sichtbar geschaltet und das Suchfeld deaktiviert. So sollten zumindestens die allermeisten Beiträge jetzt über die Label-Cloud am Ende der Seite zu finden sein, wenn es auch einen etwas unaufgeräumten Eindruck machen mag. Wenn es in Zukunft eine bessere Lösung gibt, implementiere ich sie auch.

Ansonsten nur wenige Änderungen, habe die Überschriften in Bislama durch rein deutsche Überschriften ersetzt.

Samstag, 9. März 2013

Glenfarclas 10 J. (40% Vol.)


Tja, dann sprechen wir heute mal wieder über einen Standard. Glenfarclas ... habe ich noch nie verkostet, irgendwo wartet auch noch der 105er, den meine Frau sehr schätzt, auf seine kritische Würdigung. 

Die Destillerie befindet sich seit 1865 im Besitz der Familie Grant (die übrigens nicht mit der großen Whiskyfamilie "William" Grant verwandt ist), was in der heutigen Getränkeindustrie eher als Seltenheit zu bezeichnen ist. Allerdings war das Eröffnungsdatum bereits 1836. Da sie im Tal des Flusses Livet liegt, firmierte sie - wie andere auch - einst auch unter dem Namen Glenlivet, eine Geschichte, die ich in epischer Breite erzählen werde, wenn ich mal einen Glenlivet verkoste. Die Firma blühte seit den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts gewaltig auf, ein ehemaliger Teilhaber gründete später auch die Cragganmore

Die wichtigsten Etappen auf dem Weg zur heutigen Größe wurden sicherlich während der Lebenszeit von George S. Grant gelegt, der fast 52 Jahre lang als Vorstandsvorsitzender tätig war und während der Absatzflaute der frühen siebziger Jahre eine riesige Menge von Lagerhäusern errichten ließ, in dem bis heúte eine stattliche Anzahl von alten bis sehr alten Fässern liegt (es sind insgesamt 30 große Lagerhäuser). Daher kann Glenfarclas mit einer Vielzahl von Jahrgängen und Abfüllungen aufwarten, und zwar neben dem "alterslosen" 105er auch mit einem 20jährigen selbigen Stils, sowie den Altersklassen 10, 12, 15, 17, 18, 21, 25, 30 und 40 (!). Der heute verkostete Zehnjährige darf somit als die Basisausstattung gelten. Zusätzlich gibt es noch einige Abfüllungen von Single Casks, bei Glenfarclas (deren Whiskys übrigens traditionell hauptsächlich in Sherryfässern reifen) Family Casks genannt. Der Glenfarclas 10 kostet online zwischen 25 und 38 EUR, darf in der heutigen Zeit also schon als Einsteigerwhisky bezeichnet werden.

Gezeigt wird die alte Ausstattung der Flasche (vor 2007)

Art und Herkunft: Single Malt, Speyside (Eigenbezeichnung auch: Highlands)

Aussehen und Aroma: Hellgolden, mit leichtem Kupferstich. Süßer, frisch-fruchtiger Geruch, etwas Vanille (?), nur ein Hauch von Rauch.

Geschmack: Leicht, eine Ahnung von Apfel, im zweiten Gang dann würzige Schärfe (Chili, Nelken?). Das Sherryfass kommt deutlich durch. Es spielt sich alles auf der Zunge ab, im Rachen passiert nichts.

Abgang: Mittellang und mild. Kein nennenswerter Nachbrenner.

Fazit: Ein leicht zu trinkender Speysider, der sehr schön komponiert ist. Dabei aber interessant genug, auch für den "alten Hasen". Die Firma empfiehlt ihn als Aperitif und ich stimme dem grundsätzlich zu.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 16. März 2013.


Samstag, 2. März 2013

Jack Daniel's Winter Jack (15% Vol.)

Leider lässt der Frühling ja immer noch auf sich warten dieses Jahr ... zugegeben, es ist erst Ende Februar - aber so einen oder zwei Tage mit milder Luft und ein bisschen Sonne hätte man sich in der Zwischenzeit ja auch mal gewünscht. Egal, heute Abend bin ich zum noch winterlichen Grillen in Plattfuss' Kleingarten eingeladen. Und zumindest weiß ich bei Temperaturen um die 0 bis 2 Grad, was ich anstelle von Glühwein (den ich überhaupt nicht vertrage) mitbringen kann: Die Flasche Jack Daniel's Winter Jack, die man mir zum Jahreswechsel noch verehrt hatte. Trifft sich eigentlich auch insofern gut, als dass ich vor ein paar Wochen die Konkurrenz hier besprochen hatte, den Jim Beam Hot Punch.

Damals hatte ich auch schon erläutert, dass beide Produkte ursprünglich für den deutschen Markt erfunden wurden bzw. dass unser Land die Testplattform dafür war. Was war der Grund? Anscheinend die Vorliebe von uns Deutschen für heiße Wintergetränke (Glühwein, Glühpunsch, Feuerzangenbowle), obwohl der Winter Jack - zum Beispiel zur Freude einiger Engländer - auch schon anderswo erhältlich ist. Mittlerweile sind die letzten Flaschen saisonbedingt eventuell schon wieder aus den Regalen verschwunden (ich habe lange nicht nachgeschaut), aber das soll uns heute nicht stören ... wir haben ja noch eine Flasche und das Wetter passt auch. Nennen wir es also heute mal hoffnungsvoll den Winterabschlussblogartikel.

So eine richtig tolle Backgroundstory findet sich bei der Produktbeschreibung zwar nicht - irgendwas mit Lynchburger Weihnachtstradition - aber das Produkt ist ja auch schon seit 2011 auf dem Markt, damals wurde die Werbetrommel wohl heftiger gerührt. Die Werbespots 2012 fand ich ein bisschen strange, so irgendwie ein bisschen in Sin City-Optik, aber was soll's? Ich hab noch nie ne Marketingabteilung gebraucht, um mich vom Trinken zu überzeugen. Die Flasche ist entsprechend weihnachtlich aufgemacht, in weißem Plasteumschlag mit Goldapplikationen ... macht subjektiv einen etwas stimmigeren Eindruck als die Verpackung aus dem Hause Jim Beam. Das Label vermerkt, neben der Eigenschaft American Whiskey Apple Punch, auch noch, dass es sich um einen Likör handelt. Klar, bei der zurückgedrehten Volumenzahl. Laut Inhaltsangabe finden sich neben Jack Daniel's (37%) auch noch Apfelsaftkonzentrat (4,3%) sowie natürliches Aroma und Geschmacksverstärker. Mjamm, mjamm! Die nachfolgende Verkostung fand natürlich - wie vom Hersteller empfohlen - in erhitztem Zustand statt (dabei meine ich das Getränk, nicht mich).


Bild: TAQ

Art und Herkunft: Whiskeyspirituose/Likör (Anteil Tennessee Whiskey: 37%)

Aussehen und Aroma: Ähnlich wie die Konkurrenz, eher dunkelgelb, erinnert optisch an einen Kamillentee. Extrem dominanter Geruch, stark künstlich. Eigentlich wenig typisches Apfelaroma, eher Apfel mit Acerola oder so. Vitamin C-Brausetablette.

Geschmack: Sehr süß, der Whiskey schmeckt kaum durch, höchstens im Hintergrund ein wenig. Süß-säuerlicher Grundton. Hubba-Bubba mit Apfelgeschmack.

Abgang: Kaum. Wärmen tut er.

Fazit: Insgesamt natürlich kein wirkliches Whiskeyerlebnis ... die starken Aromen überdecken (fast) alles. Genau wie die Konkurrenz sehr künstlich wirkend, allerdings noch süßer als der Jim Beam Hot Punch ... mir persönlich schon teilweise zu süß. Für kalte Wintertage als Glühweinersatz okay, ich kann ihn aber nicht den ganzen Abend lang trinken. Preise um die 10,- EUR.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 9. März 2013.