Sonntag, 2. Februar 2020

Einsendungen, Teil IX: Craigellachie 12 J. (2006/2019) vs. Arran 13 J. (2005/2019) Madeira Finish (Whic Nymphs of Whisky Batch #2)

Ein neues Jahr, eine neue Veröffentlichung von whic.de. Die beiden heute besprochenen Whiskys sind aktuell in deren Onlineshop erhältlich und kosten "in groß" 59,90 bzw. 84,90. Die Verkostung teilen sich diesmal Plattfuss und ich - jeder in seinem Kabäuschen - während Jan einen Clean February einlegt ... bzw. eine clean Kalenderwoche 5.

Wie auch immer: Ich schreibe diese Zeilen am Morgen des 1. Februar 2020, am Tag nach dem lange erwarteten bzw. befürchteten Brexit. Ein trauriger Tag für alle Europäer, aber ganz besonders auch für uns Liebhaber feinster britischer Spirituosen und Biere. Was wird die Zukunft uns bringen in Bezug auf den Import von und die Zölle auf diese(n) Produkte(n)? Die nächsten 12 Monate werden es zeigen.

Arran haben wir hier im Blog schon mehrmals besprochen, unter anderem hier und hier. Craigellachie hingegen haben wir noch gar nicht offiziell verkostet. Gegründet bereits 1891, gehört sie nun schon seit über 20 Jahren zu Bacardi bzw. liefert einen der Lead Malts für die Blends von deren Tochterfirma John Dewar & Sons. Dementsprechend gab es bis vor kurzem noch nicht allzuviele Abfüllungen der Destillerie, mittlerweile scheint man dort aber etwas großzügiger zu werden.



Craigellachie 12 J. (2006/2019) (54,3% Vol.)

Art und Herkunft: Single Malt, Speyside (Spey).

Besonderheiten: Fassstärke, nicht gefärbt, nicht kaltfiltriert.

Aussehen und Aroma: Blass, strohgelb. In der Nase floral, Kräutergarten und Honig.

Geschmack: Buttrig, süßes Karamell, Cashew-Kerne.

Abgang: Vanille, etwas dezenter Rauch, getreidig, trocken.

Fazit/Tipp: Mit Wasser etwas dünn, noch etwas Rauch und frisch gemahlenes Getreide. Insgesamt nicht uninteressant, aber nichts für den ganzen Abend.


Arran 13 J. (2005/2019) Madeira Finish (50,3% Vol.)

Art und Herkunft: Single Malt, Islands (Arran).

Besonderheiten: wie oben.

Aussehen und Aroma: Hellgold, in der Nase ist er süß und leicht getreidig. Vielleicht ein wenig Frucht, z.B. Ananas und Zitronenzeste. Deutliches Eichenfass. Etwas Kakaobohne?

Geschmack: Kräftig aber dennoch gefällig im Antritt, mit Fruchtnoten von Birnen und (weniger) vollreifen Äpfeln, sowie von roten Früchten. Die Schärfe ist angenehm pfeffrig und wenig alkoholisch. Nach einiger Zeit deutlich trockenere Noten wie von lange gelagerten Nüssen oder Kaffeebohnen.

Abgang:  Eher lang, trockener werdend. Der letzte Schluck Espresso in der Tasse.

Fazit/Tipp: Dieser Arran "braucht" keinen Schuss Wasser, man kann ihn aber gut hinzugeben, wenn man mehr von der Ananas, die wir vorhin in der Nase hatten, auf der Zunge haben möchte. Auch ein bisschen kandierten Ingwer gibt es zu bestaunen. Ein sehr angenehmer Schluck.

Gesamtfazit: Ich war wohl etwas begeisterter vom Arran als Plattfuss vom Craigellachie, der es aber vielleicht als "Neuankömmling" etwas schwerer hat als der Arran, der mir persönlich ohnehin schon meistens ganz gut gefällt.

Danke für die Einsendung an Melisa C.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 9. Februar 2020.

Verkostung: Plattfuss (Craigellachie) und Tomas A. (Arran)

Text: Tomas A.



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