Sonntag, 22. März 2020

Einsendungen, Teil XII: Bunnahabhain Staoisha 5 J. 2014/2020 (60,4% Vol.) (Whic War of the Peat III of XIII)

Eine echte Premiere im Blog heute: wir haben hier noch niemals - in all den Jahren nicht - einen Whisky von Bunnahabhain verkostet. Warum nicht? Gute Frage. Wahrscheinlich, weil Bunnahabhain als eine der "weniger torfigen" Destillerien von Islay gilt, wobei dieser Ruf offensichtlich nicht so ganz begründet ist, wenn er nun schon in der War of the Peat-Reihe von Whic auftaucht (und auch schon wieder ausverkauft ist). Jedenfalls ist ja unsere Redaktion schon seit geraumer Zeit stramm auf Torf-Kurs, sodass wir die Brennerei aus Port Askaig bislang vielleicht nicht ganz so stark beachtet haben.

Whisky von Bunnahabhain wurde zum ersten Mal im Jahre 1883 hergestellt. In den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts war die Destillerie einige Zeit lang geschlossen; das Flaggschiff der Firma - den zwölfjährigen Single Malt - gibt es erst seit 1979. Nach mehreren Besitzerwechseln gehört das Unternehmen seit nunmehr sieben Jahren zur südafrikanischen Distell-Gruppe (unter anderem auch Tobermory und Deanston). Seit 2010 werden die Whiskys nicht mehr kaltfiltriert oder gefärbt. Zu finden sind sie unter anderem in bekannten Blended Scotches wie Black Bottle oder Cutty Sark.

Ich tue mich schwer damit, den Staoisha (der nach einem in der Nähe der Brennerei gelegenem See benannt ist) als Originalabfüllung zu finden. Wird er eventuell nur an bzw. über Unabhängige abgegeben? Die ersten hundert Treffer oder so auf Google sind jedenfalls meistens Abfüllungen von Signatory oder von Ultimate Whisky. Naja, und jetzt halt von Whic.



Art und Herkunft: Single Malt, Islay.

Besonderheiten: Fassstärke, nicht kaltfiltriert, nicht gefärbt.

Aussehen und Aroma: Strohgold im Auge, rauchig und speckig in der Nase: Schwarzwälder Schinken, Rosmarin, Bauchspeck vom Holzkohle-BBQ und warme Grillasche.

Geschmack: Ein unerwartet süßer Antritt, der beim zweiten Nachschmecken langsam in einen sauberen, ledrigen Geschmack übergeht, begleitet von weißen Trauben und Schaumzucker. Rauchendes Lagerfeuer mit nassem Holz, Meeresbrandung.

Abgang: Lang und warm. Holzkohle.

Fazit/Tipp: Mit einem Schuss Wasser frischer Eukalyptus in der Nase, süßere und weichere Noten auf der Zunge. Saubere Gummisohle.

Für einen fünfjährigen Single Malt ist dieser Staoisha überraschend vielschichtig und nuanciert. Kein "typischer" Bunnahabhain und auf jeden Fall eine dicke Kaufempfehlung, wenn er nicht schon ausverkauft wäre.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 29. März 2020.

Verkostung: Plattfuss und Jan B.

Text: Jan B.

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