Samstag, 11. Oktober 2014

Glen Moray 12 J. (40% Vol.)

Liebes Tagebuch Blog: Heute habe ich irgendwie gar keine rechte Lust, etwas zu schreiben. Hatte einen harten Tag im Büro, die außergewöhnliche Hektik war schon fast grotesk zu nennen. Ich motiviere mich mal mit einer Flasche Heineken, vielleicht geht es dann besser. Eventuell gewinne ich ja auch eine von diesen Städtereisen? Mal schnell den Code eingeben ... dum dum dum dum ... Mist, nichts gewonnen. Na egal, muss auch so gehen. Wenigstens ist das Bier schön kühl, obschon nicht mein Liebling. Aber einfach zu trinken.

Die Flasche, die ich heute bespreche, ist eine von meinen Dreißigern. Das heißt, sie kostet in der Regel um die dreißig Euro. Ich besitze eine Liste von Whisk(e)ys, in denen nur Flaschen in dieser Preisklasse zu finden sind. Warum? Na, ist doch klar: als Wunschliste für Geburtstag oder Weihnachten. Wer will denn, wenn er gefragt wird: "Was wünschst du dir?", antworten: "Och, so einen Port Ellen von 1982 - gibt's bestimmt irgendwo noch unter 400 Ocken ..."? Na, darum also die Liste.

Glen Moray ist als Destillerie noch gar nicht so außerordentlich alt, gegründet erst Ende des 19. Jahrhunderts (1897, um ganz genau zu sein). Vorher wurde an der gleichen Stelle Bier gebraut. Seit 2008 gehört die Firma zur französischen Gruppe La Martiniquaise. Diese besitzt unter anderem auch die Marke Glen Turner, von der ich ebenfalls noch eine Flasche "auf Halde" habe. Für eine Weile (vor der Übernahme) gehörte Glen Moray dem selben Eigentümer wie die Glenmorangie; beide Brennereien spezialisierten sich relativ früh (in den 1990ern) auf das Finishing in Weinfässern. Der heute verkostete Zwölfjährige war früher der Einstiegswhisky im Sortiment. Mittlerweile hat - wie bei einigen Konkurrenten auch - eine Abfüllung ohne Altersangabe (bei Glen Moray "Classic" genannt) diese Aufgabe übernommen. Darüber hinaus gibt es gegenwärtig noch die Altersstufen 10 (Chardonnay Cask), 16, 25 (Port Wood Finish) und 30. Alle Whiskys reifen zunächst jedoch in Ex-Bourbon-Fässern. In den letzten Jahren ist die Produktionsstätte erweitert worden -sowohl mit einem Besucherzentrum, als auch mit neuen Brennblasen, welche 2015 in Betrieb gehen sollen. Dafür wird das Gebäude umgebaut, das früher den hauseigenen Malzboden beherbergte.


Art und Herkunft: Single Malt, Speyside (Lossie)

Aussehen und Aroma: Hellgelb und sanft. Birne und Traube. Ganz leicht nussig? Ansonsten wenig los.

Geschmack: Wieder mit den selben Früchten wie in der Nase. Etwas pfeffrige Schärfe im Antritt. Weich am Gaumen. Später eine feine Bitterkeit. Pfefferminz?

Abgang: Lang. Schärfer als im Mittelteil. Trocken und warm.

Fazit/Tipp: Ein solide gemachter Speysider, sehr typisch. Für Einsteiger gut geeignet. Mir persönlich einen Hauch zu lustlos. Ein bisschen Wasser kann man gut dazugeben und gewinnt so eine noch fruchtigere Nase. Der Geschmack wird getreidiger und weicher.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 18. Oktober 2014.

- Euer Tomas Aquinas


Samstag, 4. Oktober 2014

Simon's Bavarian Pure Pot Still Whiskey NAS (40% Vol.)

Es ist wohl angemessen, in einem Beitrag, der am deutschen Nationalfeiertag entsteht, auch endlich wieder einmal einen deutschen Whiskey zu erwähnen. So viel Schnapsseligkeitpatriotismus will ich mir und dem Blog gönnen.

Ich habe den guten Tropfen aus der Brennerei Severin Simon vor fast genau einem Jahr geschenkt bekommen, daher ist es wohl indiskret zu schreiben, dass eine Flasche zur Zeit online knapp unter 60,- EUR kostet. Ob meine Freunde den Whiskey beim Haus am See bestellt hatten, weiß ich natürlich nicht, das beiliegende Informationsblatt zitierte allerdings deren Produktbeschreibung.

Wie dem auch sei: Die Destillerie wurde bereits 1879 gegründet, von einem Herren, welcher der Urgroßvater des derzeitigen Inhabers war. Traditionell konzentrierte man sich, wie ja auch naheliegend ist, auf die Herstellung von Obstbrand; heute jedoch ist die Palette breiter: Neben dem Whiskey werden auch noch Rum und Gin angeboten. Wie ich der Sektion "Aktuelles" entnehme (letzter Eintrag vom Juni 2013), wurde im vergangenen Jahr ein neues Brennhaus eingeweiht. Der hier vorgestellte - nach irischer Tradition gebrannte - Pure Pot Still wurde noch auf der alten Brennblase produziert, welche heute einzig und allein dem Gin vorbehalten bleibt. Ansonsten gehen wohl gerade die letzten Chargen des jahrgangslosen Whiskeys über die (imaginären) Ladentheken: Auf der Webseite wird nunmehr ein Zehnjähriger präsentiert.

Laut Produktinformationsblatt reifte der Simon's " ... in Barriques aus feinster Spessarteiche und (erhielt) ein Finishing in kleinen Fässern (Anmerkung TAQ: Quarter Casks?) aus Spessartakazie". Letzteres finde ich recht interessant und frage mich, wie stark das Holz wohl durchkommen wird.


Art und Herkunft: Pure Pot Still Whiskey, Deutschland (Franken)

Aussehen und Aroma: Heller Bernstein, Kupfer. Sehr würzig: warmes Holz und weißer Pfeffer. Einiges an Vanille. Kein Rauch.

Geschmack: Pfeffrige Schärfe zu Beginn, fast wie ein "umgekehrter Talisker". Ist das das Akazienholz? Im Hintergrund eine gewisse Honigsüße, aber auch Trockenheit.

Abgang: Mittellang und würzig. Sehr trockener Nachbrenner.

Fazit/Tipp: Ein "einmaliger" Whiskey - sowohl aufgrund der Lagerung, als auch wegen der würzigen Noten. Hat mir gut gefallen, sehr trinkbar. Die Zugabe von Wasser bewirkt mehr Holz und mehr Süße.

Der nächste planmäßige Beitrag erscheint am 11. Oktober 2014.

- Euer Tomas Aquinas


Donnerstag, 2. Oktober 2014

Zwischendurch: Termine Oktober 2014

Lokal und Regional

Hollager Oktoberfest (Hollage: 24. und 25. Oktober)


National

Hanse Spirit "light" (Hamburg: 3. bis 12. Oktober)

4th German Rum Festival (Berlin: 4. und 5. Oktober)

181. Oktoberfest (München: noch bis 5. Oktober)

169. Cannstatter Volksfest (Stuttgart: noch bis 12. Oktober)

International

UK Rumfest 2014 (London, England: 11. und 12. Oktober)


5. Salzburger Whisky Weekend (Salzburg, Österreich: 11. und 12. Oktober)

Munster Ale Fest (Munster, IN, USA: 18. Oktober)


2. Whisky & Rum Steiermark/Kärnten 
(Graz, Österreich: 24. und 25. Oktober)

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