"Terrasjes doen" ist ein schwer übersetzbarer Begriff aus dem Niederländischen und bedeutet so viel wie: im Café oder in der Kneipe draußen sitzen, wenn das Wetter schön ist - und zwar am besten den ganzen Nachmittag lang. Am schönsten ist das natürlich, wenn man es in Gesellschaft tut, zum Beispiel mit den Kollegen von blog blong dring und (teilweise) deren Anhang. Gestern war bekanntlich ja hier oben im Nordwesten der erste richtig schöne Tag, darum haben wir uns denn auch spontan in das größte verfügbare Fahrzeug gequetscht und sind über die niederländische Grenze nach Enschede gefahren.
Nachdem wir den weiblichen Teil der Reisegruppe "im Gedränge verloren" hatten, konnte sich das Autorenkollektiv endlich einmal dem Vergnügen der Arbeit widmen. Der alte Marktplatz in Enschede ist dafür prädestiniert, denn erstens findet man da relativ viele Kneipen (unter anderem zwei Irish Pubs direkt nebeneinander) und zweitens findet man da sogar noch mehr Kneipen (unter anderem auch ein "belgisches" Lokal). Für dieses Mal haben wir uns allerdings für De Beiaard entschieden. Die Gaststätte ist Mitglied in der ABT, der Alliantie van Bier Tapperijen (Allianz der Bierausschanke), einer Interessenvertretung von niederländischen Gastronomen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, neben den überall verfügbaren Mainstreambieren auch den Craft- und Spezialbieren zu einer größeren Verbreitung zu verhelfen. Alle teilnehmenden Lokalitäten einigen sich zum Beispiel jeweils auf ein Bier des Monats, welches dann überall verfügbar ist oder sein sollte. Diesen Monat ist es übrigens das Schuppenboer von Het Nest, welches wir hier auch schon einmal verkostet hatten.
Begonnen habe ich unser "terrasje" mit einem Chimay Gold - das schien mir nach unserer Besprechung des Chimay Weiß (Cinq Cents) vor einiger Zeit am folgerichtigsten. Dieses Bier war lange Zeit der "Haustrunk" der Abtei in Scourmont, also kamen nur die Mönche und deren Gäste in dessen Genuss. Seit einiger Zeit ist es aber ganz normal auch im Handel erhältlich.
