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Sonntag, 17. Mai 2020

Wat ben jij Stout, zeg! (2. Teil)

Dank der großzügigen Gastfreundschaft von Plattfuss hatten wir neulich einmal Gelegenheit - unter Wahrung der Sicherheitsabstände, wie ich betonen möchte - in seinem Garten ein paar Stouts aus den Niederlanden zu verkosten, was mir insofern besonders gut auskommt, weil es mir Gelegenheit gibt, an meinen Beitrag Wat ben jij Stout, zeg! vom September 2018 anzuknüpfen. 

Bei gutem - aber nicht supergutem - Wetter gab es diesmal Stouts von Muifel, Emelisse und Uiltje. Von Emelisse hatten wir schon öfter was im Blog, unter anderem hier, darum verzichte ich auf große Einleitungen. Über Muifel haben wir noch nichts weiter berichtet, aber beim Bierfestival in Leiden im letzten Jahr hatten meine Blogkollegen ein paar von ihren Bieren, die sie ingesamt ganz positiv in Erinnerung behalten haben. Die Geschichte der Brauerei und ihres Namens ist ganz witzig. Ursprünglich (2002) war sie eine reine Hobby- und Spaßbrauerei ohne Verkaufsabsichten, ein Projekt von Martin Ostendorf aus Megen an der Maas. Ein paar Jahre später (2006) hatte wohl irgendjemand einen Probesud von ihm in die Finger bekommen, rief an und bat um 500 Liter Bier für ein Weihnachtsgeschenk, das an ausgesuchte Kunden verteilt werden sollte. Da Martin keine Kapazitäten hatte, um einfach so mal 500 Liter zu brauen, musste er das Bier woanders produzieren lassen, natürlich nach seinem eigenen Rezept. So machte er dann ein paar Jahre lang weiter und wuchs und wuchs, bis er 2016 endlich in ein größeres Gebäude ziehen konnte, wo er seit letztem Jahr auch eine passende Brauanlage betreibt. Neben Kreationen für den Eigenvertrieb ist Muifel auch in größerem Stil als Auftragsbrauer tätig. So kann dort z.B. die Gastronomie oder der Handel "eigene" Biere herstellen lassen. Warum nun also Muifel? Eines der ersten Biere, die Martin gebraut hat, war eine Kopie des belgischen Duvel, was auf Hochniederländisch Duivel hieße. Der Name war ihm aber zu nahe an der ursprünglichen Marke, darum wollte er es Megense Duivel nennen, aber weil Betrunkene das nicht gut aussprechen können, bürgerte sich die "Kurzform" Muifel ein. So also.

Uiltje in Haarlem ist viel jünger (2015) und begann auch als dezidiertes Craftbierprojekt von Robbert Uyleman (daher auch der Name). Die Brauerei hat ein sehr umfangreiches Portfolio von Standards und saisonalen Spezialitäten. Viele davon werden - wieder modern! - in Dosen angeboten. Das heute verkostete SGT. Nightvision ist (zumindest über den Onlineshop der Brauerei) nicht mehr erhältlich.


Muifel Black Bastard (9,5% Vol.)

Art und Herkunft: Imperial Stout, Niederlande (Nordbrabant).

Besonderheiten: -

Aussehen und Aroma: Schwarz, mit großer ockerfarbener Krone. In der Nase wuchtige Röstaromen, Metall (Eisenträger), Lorbeer, Jod.

Sonntag, 27. Mai 2018

Spezielles aus den Niederlanden, Folge 3

Endlich mal wieder ein paar Bierchen aus unserem Nachbarland. Vor ein paar Jahren Einheitsplörren-Hölle (Amstel, Grolsch, Heineken), ähnlich wie in Deutschland. Mittlerweile finde ich bei jedem Ausflug nach Enschede mindestens jeweils fünf bis sechs neue Biere im Getränkehandel, dessen Regalmeter für Craftbiere auch stetig wachsen. Für zwei Beiträge reicht die letzte Einkaufstour wieder einmal.

Heute haben wir erstmal das BIPA ("Black IPA" von Emelisse). Über die Brauerei selbst hatte ich in der letzten Folge mal einen kurzen Absatz geschrieben. Über das BIPA heißt es von ihrer Seite, es sei nicht besonders zugänglich, sondern ein gewolltes Extrem.

Außerdem gibt es ein IPA von Lowlander aus Amsterdam. Die Kleinstbrauerei spezialisiert sich auf das - in den Niederlanden historisch durchaus etablierte - Brauen mit Botanicals, also mit mazerierten Pflanzenauszügen, wie es bei der Herstellung von Gin traditionell gehandhabt wird. Gebraut wird übrigens auf den Anlagen von Jopen in Haarlem. Zurzeit bietet Lowlander fünf verschiedene Sorten Bier an.

Zuletzt noch das Valk IPA von De Heidebrouwerij aus Ede. Die Brauerei sitzt in der Mannschaftskantine einer ehemaligen Kaserne der niederländischen Streitkräfte und wurde 2012 gegründet. Alle Biere sind nach Tierarten benannt, die in der Region der Ginkelse Heide bzw. im Naturpark Hoge Veluwe vorkommen. Außer dem IPA werden noch einige andere Sorten - vom Pils über das Blond bis hin zum Tripel - gebraut. 



Emelisse BIPA (8,0% Vol.)

Art und Herkunft: IPA, Niederlande (Zeeland).

Sonntag, 11. Februar 2018

Bock auf Bo(c)kbier, Folge 2

So: weiter geht es mit den Bockbieren. Nachdem die in der letzten Woche mich eher weniger begeistert haben, hoffe ich für dieses Mal auf "bessere Zeiten".

Zuerst ein paar Worte über den Außenseiter im Test, den Wildebok aus der Scheldebrouwerij. Kein Niederländer, sondern ein Belgier. Über die Brauerei in der Nähe von Antwerpen hatten wir vor ein paar Jahren schon mal etwas im Blog. So ein bisschen passt sie aber doch in diesen Beitrag, denn sie wurde 1995 in Bergen op Zoom, im niederländischen Nordbrabant, gegründet, ist dann aber später nach Belgien umgezogen. Die Firma selbst nennt ihre Produkte "niederländische Biere in belgischer Verpackung". Das heute vorgestellte Bockbier gehört zu den festen Bestandteilen im Portfolio.

Dann haben wir noch die - etwas gewöhnungsbedürftig benannte - Bird Brewery aus Amsterdam. Gegründet (wie so viele neue Brauprojekte) von zwei Biernerds, Ralph van Bemmel und Rik van den Berg. Die schön gestalteten Etiketten zeigen stets eine andere Vogelart und die Namen der Biere bestehen immer aus dem Namen eben dieser bewussten Vogelart und einem Wortspiel mit deren Namen. Sehr intellektuell - muss man gut finden. Das heutige Bier ist ein "Saisonbier", das heißt, es findet sich nicht im ständigen Sortiment. Der Kauw im Namen ist übrigens die Dohle, wie man auch unschwer am Bild vornedrauf erkennt. Als Devise haben Rik und Ralph ausgegeben, "normale Biere mit dem besonderen Etwas" zu entwickeln.

Last but not least die Brouwerij Kees, die im schönen Middelburg sitzt. Ein genialer Schachzug, eine niederländische Brauerei "Kees" zu nennen, sollte man meinen. Tatsächlich aber heißt der Inhaber ganz einfach so, genauer gesagt Kees Bubberman. Bubberman startete seine Karriere als Haus- und Hobbybrauer, machte sein Hobby dann irgendwann zum Beruf und begann als Braumeister bei Emelisse. Nach ein paar Jahren wollte er dann doch etwas Eigenes haben und - presto! Kees hat ziemlich viele Biere im Angebot, auch die gerade so hippen Fassnachreifungen, und auch bei ihm gehört das Bockbier "nur" zu den jahreszeitlichen Angeboten.

Sonntag, 14. Januar 2018

Spezielles aus den Niederlanden, Folge 2

So, weiter geht's. Nachdem wir letzte Woche  drei ganz unterschiedliche Biere besprochen haben, geht es heute mehr oder weniger nur um Stouts und deren Derivate. Solche dunklen, schweren Biere mochten die meisten aus unserer Crew (Plattfuss ist eventuell eine Ausnahme) in jungen Jahren überhaupt nicht. Dementsprechend vorsichtig haben wir uns über die Jahre herangetastet. Ich selber trinke zwischendurch gerne mal etwas in der Richtung und experimentiere auch wohl gelegentlich.

Duits & Lauret wurde 2009 von Danielle Duits und Marco Lauret gegründet. Wie die meisten Hobby- und Kleinbrauer begannen sie mit einer bescheidenen Brauanlage (Kapazität: 60 Liter), in der sie ihre Rezepte entwickelten. Die eigentlichen Chargen entstanden dann in der - unseren Lesern mittlerweile bekannten - Proefbrouwerij im belgischen Lochristi. Seit 2015 befindet sich das künftige Produktionszentrum komplett auf heimischer Erde, in einer alten Festung in der Nähe von Utrecht. Das heute vorgestellte Stout war übrigens das allererste von Duits & Lauret kommerziell produzierte Bier.

Von Emelisse aus dem seeländischen Goes haben wir heute sogar zwei Produkte im Programm, beides Stouts mit einem "besonderen" Extra. Seit 2016 gehört die Brauerei einem ortsansässigen Hotel (welches ebenfalls ein eigenes Bier herstellt), dem Slot Ostende. Gegründet wurde sie aber bereits ein paar Jahre nach der Jahrtausendwende. Zum regelmäßigen Sortiment von Emelisse gehören zurzeit 14 Biere, darunter nicht nur Stouts, sondern auch ein paar IPAs verschiedener Zusammensetzung.


De Molen in Bodegraven schließlich ist von den dreien - was die Kapazität angeht - sicherlich die Größte, denn seit 2016 können um die 10.000 Hektoliter per annum gebraut werden, mit Tendenz nach oben. Hinter dieser Firma steht ein gelernter Bierbrauer, Menno Olivier, der vor vielen Jahren in seiner eigenen Garage zu brauen begann (damals noch unter dem Namen De Salamander). Die heutige Marke De Molen stammt aus dem Jahre 2oo4, als die Brauerei in eine alte Mühle umzog. Der Vertrieb liegt in den Händen von De Koningshoeven (La Trappe), mit denen ein entsprechender Kooperationsvertrag existiert. Die Anzahl der Biere von De Molen ist fast unüberschaubar und kann in ihrer Beerography abgerufen werden. Es wird viel mit Fasslagerungen (u.a. in Fässern von Port Charlotte bzw. Bruichladdich) experimentiert.




Duits & Lauret Stout (6,5% Vol.)

Art und Herkunft: Stout, Niederlande (Utrecht)/Belgien (Ostflandern).

Besonderheiten: -